Ab nach UK

Mit Forza Horizon 3 hat Playground Games die Messlatte bei Arcade-Racern sehr hoch gelegt. Man darf also ruhig die Frage in den Raum werfen: Was kann man bei einer Fortsetzung noch besser machen? Die Antwort in unserem Review!
Very british
Anscheinend kam das letzte Horizon-Festival in Australien so gut an, dass die Veranstalter von Größenwahn befallen wurden. Anders könnte man nämlich nicht erklären, dass in Forza Horizon 4 eine endloslange Version in Großbritannien geplant ist. Im neuen Teil erwartet einen das wunderschöne Großbritannien, der bislang größte Fuhrpark mit 460 Autos zum Release und eine Shared World, die den Multiplayer lebendig macht. Bevor man jedoch die volle Vielfalt des Rennspiels genießen kann, muss man eine knapp fünfstündige Einführung zocken. Dieses beinhaltet alle wichtigen Events: Offroad, Sprint, Rundkurs, Straßenrennen, Querfeldein oder auch Veranstaltungen, in denen man als Stuntfahrer mit einem Bugatti durch eine Windmühle fährt. Das jeweils passende Fahrzeug wird vom Spiel kostenlos zur Verfügung gestellt - später kann man neue Vehikel kaufen oder gewinnen. Ebenfalls möglich und sehr erfrischend: Im Verlauf der Kampagne kann man mit jedem beliebigen Fahrzeug an einem Event teilnehmen, beispielsweise mit einem Koenigsegg über Schotterstrecken düsen. Und: In der offenen Spielwelt kann man jedes Auto aus der hauseigenen Garage kostenlos liefern lassen. Sämtliche Fahrzeuge in Forza Horizon 4 steuern sich, wie von den Vorgängern gewohnt sehr arcadelastig. Eine gewisse Portion Realismus gibt es aber: Bei deaktivierten Fahrhilfen bekommt das Auto Gewicht und verliert bei zu krassen Beschleunigungen Grip. Ansonsten steuern sich aber selbst Supercars relativ zahm im Vergleich zu einer reinen Rennsimulation. Das heißt aber nicht, dass sich auch alle Autos gleich fahren, im Gegenteil: Sie steuern sich angenehm abwechslungsreich, selbst moderne Sportwagen von Lamborghini und Ferrari fühlen sich beim Handling unterschiedlich an.
Sonne, Laub, Regen und Schnee
Die größte Neuerung in Forza Horizon 4 sind die vier Jahreszeiten. Hat man während der Einführungsphase ausreichend Einflusspunkte gesammelt, wechselt die Jahreszeit. Natürlich wirkt sich das auf das Fahrverhalten aus: Im Winter wird das Handling durch Schnee und Glatteis herausfordernder, doch auch im Herbst rutscht man öfter mal durch Laub und Pfützen über die Strecke. Im Frühling gibt es gelegentlich Regen - im Sommer hat man die besten Rennbedingungen. Zum Thema Jahreszeitenwechsel: Nur in der Einführung wechselt man manuell zu Frühling, Sommer, Herbst und Winter, danach steuern das die Server. Eine Jahreszeit bleibt eine Woche bestehen, jeden Donnerstag geht es in die nächste. Hier verfolgen die Entwickler den Service-Game-Gedanken: Jede Season bringt temporäre Events, die wir nur in dieser Zeit abschließen können. Nette Sache: Bei vielen Events kann man mittels Blaupausen auch die Jahreszeit bestimmen. KI und Pay-to-Win?
Auch im neusten FH-Ableger kommen die sogenannten Drivatare zum Einsatz, bei denen es sich um KI-Abbilder anderer Spieler handelt. Alternativ kann man aber auch in den Online-Modus wechseln, wo man nur noch auf menschliche Mitspieler trifft. Online zocken bringt auch Vorteile. Da wären zum Beispiel das Forzathon-Event, welches stündlich beginnt. Hier schließt man sich mit den anderen Spielern in der Session zusammen und erfüllt gemeinsam Aufgaben, etwa eine bestimmte Punktzahl in einer Driftzone ansammeln oder das Geschwindigkeitslimit bei Blitzern brechen. Als Belohnung bekommt man Forzathon-Punkte, die man in einem separaten Shop in Autos, Items und Wheelspins investiert. Apropos Wheelspins: In Forza Horizon 4 kommt man recht flott an neue Fahrzeuge heran. Man gewinnt sie durch die Kampagne, Levelaufstiege und sogenannte Wheelspins. Letzteres ist eine Art Lootbox, die neben Autos auch Ingame-Credits, neue Emotes und Klamotten für den Spieler-Avatar beinhaltet. Es gibt aber auch kostenpflichtige DLCs: Das Best-of-Bond-Autopaket erweitert die Garage um zehn Autos aus den 007-Filmen, das Formula-Drift-Autopaket fügt sieben Drift-Schlitten hinzu und über den Car Pass bekommt man 21 Wochen lang jede Woche zwei neue Autos. Daneben gibt es den VIP-Pass, der unter anderem doppelte Credits nach einem Rennen spendiert. Das beschleunigt zwar den Fortschritt, einen unfairen Vorteil gegenüber anderen Spielern hat man aber dennoch nicht. Zusammengefasst: Die DLCs werden zwar recht stark im Spiel beworben, doch durch die zahlreichen Wheelspins kommt man ebenfalls schnell zu einem üppigen Fuhrpark.

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