Das nicht bessere Origins

Seltsame Reihenfolge
Wer wie wir Assassins Creed Origins mochte, wird ziemlich befremdlich auf Odyssey blicken. Immer wieder begegnen uns bekannte Mechaniken und Motive des Vorgängers, die einfach unausgereifter wirken! Zum Beispiel wirkt die Spielwelt verflixt eintönig. Städte gleichen einander zu sehr, stets ähnliche Wälder, die gleichen Berge. Auch mit einer riesigen Menge an winzigen Probleme schlagen wir uns herum – so klein, dass sie unser Spielerlebnis nicht komplett ruinieren, aber groß genug, um aufzufallen. Framedrops, Kollisionsfehler und die absolute Unhandlichkeit der Schifffahrt sind nur ein paar Probleme. Warum wird unser kleines Boot, mit dem wir die Küste entlang schippern, plötzlich zerstört und sinkt? Frustrierend. Auch der Versuch, stärker auf die RPG-Schiene zu gehen mit mehr Gesprächsoptionen geht nicht wirklich auf. Warum entscheiden wir uns für eine bestimmte Gesprächsentscheidung, wenn das Spiel ein paar Stunden später einfach von einer anderen Antwort unsererseits ausgeht? Und wieder gibt es einen Shop für Microtransactions. Kommt schon, Ubisoft! In einem Singeplayer-Spiel? Warum braucht es den denn? Aber hey, zumindest hält der Shop selten wirkliche Vorteile für uns bereit. Das liegt zum einen daran, dass viele Passagen im Spiel an unser Level angepasst werden. Andererseits werden wir ohnehin so oft mit epischer und legendärer Rüstung belohnt, dass wir ziemlich schnell in güldenem Outfit durch Griechenland schreiten – die Gerüchte, die man sich über uns erzählt, dass wir halbgöttlicher Abstammung wären, sind ja vielleicht wahr? Dafür wirkt die Schifffahrt recht lieblos. Ubisoft wusste, dass sich viele Fans ein eigenes Schiff wie im Piratenabenteuer Blackflag zurück wünschen, also hat man es irgendwie mit reingeworfen. Toll. Es ist da. Aber nicht umwerfend. Ähnlich geht es uns mit dem Scaling. Viele Gegner halten mit uns mit und immer wieder finden wir potenzielle Opfer, die wir nicht einfach meucheln, sondern bekämpfen. Dadurch wird der Alarm ausgelöst und unsere Schleichaction endet schon wieder in einer Massenschlacht. Apropos Massenschlacht – Ab und an können wir im Konflikt der griechischen Welt eine Entscheidungsschlacht erzwingen. Das Balancing dabei ist allerdings seltsam verschroben und macht es uns selbst bei Höchstleistungen schwer, wirklich Erfolge zu erzielen.
Die ewige Falle Open World
Aber am Ende tappt Ubisoft in ein Problem, das sie selbst mitentworfen haben. Die offene Spielwelt, in der wir selbst entscheiden, was wir tun. Hey, bevor ihr euch jetzt beschwert, wir lieben Open World-Titel! Aber Odyssey schwächelt genau dabei! Die guten Nachrichten zuerst: Viele der Figuren, die wir in der Antike treffen, sind gut inszeniert. Vermutlich werdet ihr bei vielen Kritiker-Kollegen von ihm lesen, aber Sokrates ist so ein verdammt faszinierend geschriebener Questgeber, dass wir uns über jede Aufgabe mit ihm freuen! Jedoch kommen dann auch schon die Probleme. Ein Großteil der Nebenquests sind flache Aufgaben, die oft auf das Töten einer oder mehrerer Figuren hinauslaufen. Ja, bei Assassins Creed geht es um das Töten. Aber es könnte doch so viel mehr zu tun geben! So viel mehr Aufregung, mehr Abwechslung! Leider nicht. Außerdem begegnet uns wieder der Ubisoftkult. Wie soll man dieses System sonst benennen? Ghost Recon, Far Cry und Origins taten exakt das Selbe: Die Bösen sind als Gruppierung organisiert, die aus mehreren Zweigen besteht. Jeder Zweig besteht aus ein paar Mitgliedern, angeführt von einem Anführer. Wir jagen Hinweisen nach, entschlüsseln die Identität der maskierten Schurken und töten sie. Auf geht es zur nächsten Jagd. Immer und immer und immer wieder, was stellenweise zum Grind ausartet. Wir kennen das und während es zu Beginn eine coole Idee war, ist das Motiv längst ausgereizt und entlockt uns nur mehr ein entnervtes Stöhnen. Dazu kommen absolut klischeehafte Elemente. Hey, wir können Romanzen eingehen! Die laufen aber eher auf den fixen, mit Cutscenes überdeckten Beischlaf hinaus und haben danach kaum noch Bedeutung. Selbst das Söldnerleben wirkt schwach. Engagieren wir uns im Krieg zwischen den beiden Stadtstaaten Athen und Sparta, beginnen uns Söldner zu verfolgen. Erschlagen wir diese, winkt uns nicht nur neue Ausrüstung, sondern auch ein neuer Rang im Söldnerverzeichnis. Die Boni, die wir so kassieren, sind nett, aber all das wirkt wie eine sehr abgespeckte Version bekannter Nemesis-Systeme. Die Sequenzen in der Gegenwart, außerhalb des franchiseeigenen Animus, halten sich aber spürbar in Grenzen und reißen uns nicht mehr ganz so oft aus der Spieltwelt. Yay.

1 Kommentar

share it (Website) um 01.11.2018 - 20:08

I like this game and when i was a child and spend my hole day to enjoy playing game.

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