Alle Ergebnisse
Fakten
Plattformen
PlayStation 4 Pro
PlayStation 4
Publisher
Sony
Entwickler
Naughty Dog Software
Release
19.06 2020
Genre
Action-Adventure
Typ
Vollversion
Pegi
18
Webseite
Media (14)
Galerie
Am Anfang nur mit Dina an ihrer Seite verschlägt es sie auf der Jagd in Richtung Seattle. Nach all den Jahren ohne menschlichen Einfluss auf die Natur bietet sich uns ein eher idyllisches Bild. Die Natur überwuchert ehemalige Brücken, Straßen und Gebäude und Bäume stehen neben kleinen Flüssen, welche durch Unterspülungen entstanden sind - alles wirkt ungemein ruhig und unberührt. Dies täuscht aber ganz massiv, denn es ist eher die Ruhe vor dem Sturm. Die Gebiete laden nämlich recht ordentlich zum Erkunden ein, um neue Materialien, Survival Guides oder sogar Waffen zu finden. Alles in allem wirkt das gesamte Spiel weniger linear als der Vorgänger. Aber da The Last of Us natürlich kein Walk’n’Loot-Simulator ist, treffen wir nach kurzer Zeit erneut auf allerlei Feinde. Das können die bekannten Clicker oder Runner sein, aber auch Mitglieder der neuen Fraktionen: Wolfs oder Scars. Die Wolfs sind eigentlich die WLF, was für Washington Liberation Front steht, und die Scars sind eine religiöse Glaubensgemeinschaft, die sich eigentlich Seraphiten nennen. Beide Gruppen haben ihre eigenen Beweggründe und stellen einen sehr starken Kontrast zueinander dar. Treffen wir auf eine der Gruppierungen, geht Naughty Dog einen Weg, den wir normalerweise aus TV-Serien wie The Walking Dead oder Game of Thrones kennen: Einen Weg bis an die absolute Schmerzgrenze.
Ist diese Brutalität aber absolut übertrieben? Will Naughty Dog ein Alleinstellungsmerkmal? Nein. Denn so brutal wie die Gefechte teilweise sind, so realistisch sind sie und genauso viel Unbehagen bereiten mir die Kämpfe. Dies liegt vor allem daran, das jeder NPC, den wir töten, von seinen Freunden mit Namen gerufen wird. Es ist nicht einfach nur NPC A oder B. Sondern wir haben gerade Jeremy oder Kim getötet. Außerdem zeigt uns Naugthy Dog, dass es nicht nur Gut oder Böse gibt. Schwarz oder Weiß. Alles verschwimmt in The Last of Us 2, weil jede Fraktion ihre eigenen Ansichten und Beweggründe hat, weil jede Fraktion meint, ihr Weg wäre der beste. Natürlich wurden mit Joel und Ellie bereits im ersten Teil zwei Charaktere vorgestellt, die in ihrem Grundwesen als “Gut” anzusiedeln wären, aber auch hier zeigte sich bereits, dass beide auch eine dunkle Seite haben. Nehmen wir Joels Selbstsüchtigkeit, als er Ellie gerettet und somit eine eventuelle Heilung für die Menschheit in den Wind geschlagen hat. Es gibt Grautöne in verschiedenen Stufen, die meinen “Team Ellie”-Gedanken sehr häufig zu “I hate her” gewandelt haben.
Das größte Plus in The Last of Us 2 ist aber die visuelle Umsetzung. Das Spiel sieht nämlich einfach nur bombastisch aus. Die Animationen sind erste Sahne und gepaart mit der akkuraten Mimik und Gestik wirkt alles einfach unglaublich realistisch - egal ob es Wut, Freude oder Sorgen sind, die sich auf Ellies Gesicht abzeichnen. Die Außenareale und Umgebungen sind glaubwürdig, wenn man bedenkt, dass seit Jahrzehnten kaum noch Autos fahren und die Natur Zeit hatte, sich ihren natürlichen Platz zurückzuerobern. Selbst das Prasseln des Regens während eines Gewitters und die daraufhin durchnässte Kleidung ist ein Augenschmaus. Mir ist das erste Mal nach 19 Stunden (!!!) Spielzeit eine wirklich unschöne Textur an einer Tür aufgefallen. Außerdem hat Naughty Dog erneut einen HDR-Modus springen lassen, welcher bei richtigen Einstellungen die Atmosphäre noch einmal steigert und gerade in Gebieten mit Lichtstrahlen und dunklen Bereichen eine Pracht abliefert, die ihres gleichen sucht. So genial wie die Grafik ist, fordert sie die Playstation 4 (in meinem Fall eine Pro) bis an das Maximum. Das hört man dann auch, da die Playstation die Lüfter ziemlich hochdrehen lässt. Natürlich gibt es auch hier und da mal ein paar nachladende Texturen, aber das ist in meinen Augen absolut zu vernachlässigen, da die restliche Qualität auf einem so hohen Niveau liegt.
Was das Ganze aber nochmals toppt ist die audiotechnische Seite. Die deutschen Sprecher liefern einen ganz starke Vorstellung ab. Es gibt hier und da mal ein paar Probleme mit der Abmischung, aber trotzdem ist die Vertonung durchgehend auf einem sehr hohen Niveau. Ein bisschen besser haben mir noch die englischen Sprecher gefallen und dank deutscher Untertitel ist es auch nicht schlimm, wenn man auf Englisch spielt. Aber gerade der Soundtrack und das Gitarrenspiel von Gustavo Santaolalla heben den Sound auf ein ganz anderes Niveau. The Last of Us 2 versteht es, einzelne Situationen und Momente mit der Musik noch schöner oder trauriger zu gestalten. Auch Ashley Johnson, welche Ellie verkörpert, kann nun endlich ihr Talent als Sängerin voll zur Geltung kommen lassen und das tut sie auch, wenn sie Stücke wie “Take on Me” von a-ha singt. Gänsehaut incoming.
Das Schönste nach Abschluss des Spiels ist das Archiv. Wir erhalten Punkte im Laufe der Geschichte für gefundene Sammelobjekte, Tagebucheinträge und ähnliches und können diese dann für Artworks, Charakterportraits oder Illustrationen ausgeben.
Timm meint: Einer der ganz großen Abschlusstitel für die Playstation 4!
“Ich bin bis vor kurzem mit dem ersten The Last of Us nicht wirklich warm geworden, habe ihn dann aber doch gespielt und war sehr gehyped auf den zweiten Teil. Diesen Hype hat Naughty Dog in fast vollem Ausmaß auch befriedigt. Die Spielwelt ist stark, das Storytelling sehr gut und die audiovisuelle Aufmachung sucht auf Konsolen ihresgleichen. Trotzdem habe ich nach Abschluss der Story ein leeres Unwohlsein im Bauch. Dies hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass The Last of Us 2 mich immer wieder in die Magengrube getreten hat und mir mit aller Macht klar gemacht hat, dass gewisse Aktionen zu Gegenaktionen auffordern. Diese werden meistens mit solcher Brutalität und Intensität dargestellt, dass ich mehrmals tief ein- und ausatmen musste. Nichtsdestotrotz ist dieses Spiel eine Meisterwerk, auch wenn es die Community und die Kritiker spaltet wie kaum ein anderes Spiel - Es ist etwas, was ich noch lange im Kopf haben werden.
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