ROCCAT Nyth - Test/Review
Die Nyth ist die erste modulare Maus von Roccat und bietet die Möglichkeit, sowohl die linksseitigen Daumentasten, als auch das rechte Seitenteil auszutauschen.
Von Christoph Miklos am 06.09.2015 - 00:49 Uhr

Fakten

Hersteller

ROCCAT

Release

Ende August 2015

Produkt

Maus

Preis

ab 129 Euro

Webseite

Media (13)

Einleitung und Datenblatt

Einleitung
Die Nyth ist die erste modulare Maus von Roccat und bietet die Möglichkeit, sowohl die linksseitigen Daumentasten, als auch das rechte Seitenteil auszutauschen. Somit soll eine bestmögliche Ergonomie für den Spieler gewährleistet werden. Wir haben den anpassungsfähigen Nager auf den Prüfstand geschickt!
Über Roccat
2007 gegründet, entwickelt ROCCAT in Deutschland qualitativ hochwertiges und innovatives Zubehör für ambitionierte Computerspieler. In enger Kooperation mit der Gaming Community werden in den ROCCAT Studios Hamburg einmalige Eingabegeräte und Headsets konzipiert, die sich durch erstklassige Präzision, hohen Komfort und ein einzigartiges Design auszeichnen. Die ROCCAT Kone Gaming Mouse war das erste Produkt des Hamburger Entwicklers und spielte von Beginn an in der weltweit ersten Liga der Gaming Mäuse eine führende Rolle. Eine Vielzahl internationaler Awards bestätigen den ROCCAT Produkten erstklassige Qualität und eine hervorragende Funktionsauswahl.
Datenblatt
• Typ: Rechtshänder • Tasten: 18 (gesamt), 12 (Daumenbereich) • Scrollrad: 4-Wege • Abtastung: Laser • Auflösung: 0-12000dpi, 1dpi-Schritte • Sensor: Roccat Twin-Tech R1 • Abfragerate: 1000Hz • Beschleunigung: 50G • Beleuchtung: Multi-Color (RGB) • Anbindung: kabelgebunden (1.8m), USB • Stromversorgung: USB • Gewicht: 141g • Besonderheiten: Textilkabel, Geometrie anpassbar, Daumenauflage, Daumentasten wechselbar
Testplattform
• Mainboard: ASUS ROG Rampage V Extreme • Prozessor: Intel Core i7-5960X Extreme Edition @ 8x 4.0 GHz • Arbeitsspeicher: Corsair Vengeance LPX DIMM Kit 16GB, DDR4-2800 • Grafikkarte: 2x EVGA GeForce GTX 980 SLI • Prozessorkühler: EKL Alpenföhn K2 • Netzteil: Seasonic Snow Silent 1050W • Soundkarte: Creative Sound Blaster Z • Festplatten: 2x OCZ AMD Radeon R7 SSD 240GB • Gehäuse: Corsair Graphite Series 760T • Laufwerke: Samsung Blu-ray DVD-/RW • Betriebssystem: Windows 8.1 64-Bit • Monitor: LG Electronics Flatron 29EA93-P • Zimmertemperatur: ca. 21°C
• Mousepads: diverse Produkte von Razer, SteelSeries und Roccat

Testbericht

Verarbeitung
Die graue Nyth kommt in der gewohnten Roccat-Verpackung bei uns in der Redaktion an. Der Nager misst 135 x 78 mm (Länge x Breite) und bringt knapp 141 Gramm auf die Waage (exklusive Kabel). Das Gewicht lässt sich nicht weiter anpassen. Die Maus wurde aus robustem Kunststoff gefertigt. Form, Verarbeitung und Oberflächengestaltung sind hochwertig. Zur Eingabe stehen 18 Tasten (inkl. Vier-Wege-Mausrad) zur Verfügung, die allesamt frei programmierbar sind. Die Omron-Switches unter den Haupttasten sorgen für einen direkten und präzisen Tastenanschlag. Laut Hersteller haben die Tasten eine Lebensdauer von 8 Millionen Klicks. Vier Teflonfüßchen sorgen für eine hohe Gleitfähigkeit. Das stoffummantelte Datenkabel misst ausreichend lange 1,8 Meter und ist äußerst flexibel. Verarbeitungsmängel konnten wir an unserem Testmuster nicht feststellen.
Technik
Bei der Nyth verbaut Roccat den Laser-Sensor „Twin-Tech R1“, der den Untergrund mit maximal 12.000 DPI abtasten kann. Die Polling-Rate beträgt zeitgemäße 1.000 Hz und sorgt für eine niedrige Reaktionszeit im Millisekundenbereich. Für die korrekte und schnelle Ausführung wie der Makros und Farbeffekte sorgt ein 72 MHz starker Mikro-Prozessor auf 32-Bit-ARM-Basis. Für das Speichern der Einstellungen steht ein 576 KB großer Onboard-Speicher bereit.
Mit der Nyth führt der Hersteller auch eine neue Treiber-Software namens Swarm ein, der alle Roccat-Produkte in einer Oberfläche vereint. Im Falle der Nyth ist die Bedienung gewohnt intuitiv und vielfältig: Es lassen sich also nicht nur die DPI, sondern auch die Geschwindigkeiten der Tilt- und vertikalen Scroll-Funktion regeln, genau wie die Lift-Off-Distanz, Sensitivität der X- und Y-Achsen sowie die Polling-Rate. Mit an Bord ist auch die „TDCU“-Einheit (Tracking & Distance Control Unit), die den Sensor automatisch auf die Oberfläche kalibriert.
Mithilfe des Makro Managers sind die Erstellung und die Bearbeitung von eigenen Befehlsfolgen kinderleicht. Vorgefertigte Macro Presets für die Top-20 der PC-Spiele sowie einige Office-Anwendungen erleichtern noch einmal die Anpassung der Maus und die neue Loop-Funktion ermöglicht ab sofort die Wiederholung der Makros bis ins Unendliche. Per Software kann man auch die Beleuchtungsfarbe (16.8 Millionen Farben) des Logos und der rückwertigen Lichtleiste anpassen. Last but not least wäre da noch das „ROCCAT Achievements Display“ (R.A.D.). R.A.D. ist eine App, welche eine Reihe an Statistiken für die Analyse bietet, wie beispielsweise Angaben über zurückgelegte Wege des Mauszeigers, Mausklicks, Scrollgeschwindigkeit usw. Darüber hinaus wird man für besondere Leistungen und bei Erreichen außergewöhnlicher Meilensteine mit Trophäen ausgezeichnet.
Im Übrigen unterstützt Swarm auch die Leuchteffekt-Techniken TalkFX und AlienFX: Damit lassen sich beispielsweise der Gesundheitsstatus seines Avatars von Grün über Gelb bis Rot über die LEDs in der Maus in Echtzeit anzeigen. Allerdings unterstützen noch nicht wirklich viele Spiele und Geräte diese Features.
Unser Testmuster wurde automatisch unter Windows Vista, 7, 8/8.1 und 10 erkannt. Für den vollen Funktionsumfang muss die mitgelieferte Software installiert werden.
Alltagstest
In unserem Alltagstest bestätigt die Roccat Maus den sehr guten Gesamteindruck. In Battlefield: Hardline, Counter-Strike: Source, Team Fortress 2, Titanfall, Heroes of the Storm, Skyforge und World of Warcraft steuert sie sich sehr präzise und lässt sich dank der schnellen und komfortablen DPI-Einstellung ohne große Umstände an die eigenen Vorlieben und Fähigkeiten anpassen.
Ergonomie
Baubedingt eignet sich der Nager ausschließlich für Rechtshänder. Sämtliche Tasten sind gut erreichbar und haben einen direkten sowie präzisen Druckpunkt. Die Rasterung des Mausrades fällt angenehm ausgewogen aus - nicht zu sanft aber auch nicht zu knackig. Eine leicht angeraute Oberfläche sorgt für ein rutschfestes Spielvergnügen.
Das wahre Ergonomie-Highlight sind aber die austauschbaren Daumentasten. Über einen Schiebeschalter an der Unterseite können die Tasten entfernt werden (fallen heraus). Nun stehen 12 Kreuzaufnahmen zur Verfügung, die in drei Reihen zu je vier Steckplätzen untereinander angeordnet sind. Demnach kann man ganz einfach eine individuelle Tastenbestückung erstellen. In der praktischen Aufbewahrungsbox befinden sich neben den Einzeltasten auch längliche Schalter, die zwei Steckplätze belegen. Eine Nummerierung der Tasten und der Steckplätze hilft dabei, die Übersicht nicht zu verlieren. Besitzer der Nyth können sich sogar eigene Tasten im 3D-Drucker herstellen, die Daten hierfür stellt Roccat offiziell zur Verfügung.
Das Seitenteil auf der rechten Seite lässt sich ebenfalls wechseln, allerdings hat das nur ergonomische Gründe (Wechsel zwischen Claw- und Palm-Grip).
Preis und Verfügbarkeit
Die neue Roccat Nyth ist ab sofort für knapp 130 Euro (Stand: 06.09.2015) im Handel erhältlich.

Fazit und Wertung

Christoph meint: Sehr gute Allzweck-Genre-Maus!

Die neue Nyth ist (aktuell noch) ein Exot im Gaming-Gear-Sektor, da sie eine modulare „Mehrdaumen“-Maus ist. Abgesehen von diesem tollen Feature, welches auch durch den künftigen 3D-Print-Support profitieren wird, sprechen auch Verarbeitungsqualität, Ergonomie und Präzision für den Nager. Die neue und übersichtliche Software rundet die Gaming Mouse perfekt ab. Gegen das neue Roccat Produkt sprechen nur wenige Punkte. Einer davon wäre der hohe Preis der Maus (130 Euro). Aber auch den Preis des 3D-Printing-Services von Roccat finden wir mit knapp 15 Euro pro Button-Set recht happig. Mal abgesehen von der diskussionswürdigen Preispolitik von Roccat können wir trotzdem schreiben, dass die Nyth eine tolle Maus ist, die vor allem im ergonomischen Bereich neue Maßstäbe setzt (zumindest was die Daumentasten betrifft).

90%
Verarbeitung
10
Technik
10
Ausstattung
10
Handling
9
Treiber
9
Preis
7
Richtig gut
  • sehr gute Verarbeitung
  • langes und flexibles Datenkabel
  • guter Grip (Oberfläche)
  • Gleitfähigkeit
  • extrem präziser Sensor
  • 4-Wege-Mausrad
  • 18 programmierbare Tasten
  • austauschbare und anpassbare Daumentasten
  • anpassbare Ergonomie (Wechsel zwischen Claw- und Palm-Grip)
  • Profile, Makros
  • sehr gute Ergonomie (Rechtshänder)
  • gut erreichbare Tasten
  • anpassbare Beleuchtung (RGB)
  • umfangreiche und übersichtliche Software
  • Onboard-Speicher
Verbesserungswürdig
  • hoher Preis
  • nicht geeignet für Linkshänder und Personen mit kleinen Händen
  • "Tastenausdruck" (von Roccat selbst) wird nicht billig
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

2 Kommentare

Alexander Waldfels vor 3492 Tagen

Hi Chris, danke für den Test. Läßt sich der shift-button vor dem Mausrad auch mit andren Funktionen (zB Tastendruck od mittlere Maustaste) belegen?

Christoph Miklos vor 3492 Tagen

Hi Alexander, ja geht. Kannst wirklich alle Tasten mit anderen Befehlen binden.

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