Galaktisch gut?

Wie war das? In der düsteren Zukunft des 41. Jahrtausends gibt es nur Krieg? Okay, okay. Und dann tönt Fallout von der Seite: „Krieg... Krieg bleibt immer gleich.“ Glücklicherweise ist das so nicht ganz richtig. Entwickler Tindalos Interactive beschert uns zum Jahresauftakt Battlefleet Gothic: Armada II, dessen Vorgänger zwei Jahre auf dem Buckel hat. Einmal mehr übernehmen wir also die Kontrolle über Flotten in der düsteren, kriegerischen Welt von Warhammer 40k... Mit reichlich Verbesserungen!
Glaube, Stahl und... Zähne?
Seit den Geschehnissen des Vorgängers ist einige Zeit vergangen – was allerdings nicht bedeutet, dass es still zwischen den Sternen geworden ist. Ganz im Gegenteil, denn während Games Workshop, die Briten hinter dem Warhammer-Franchise, Bewegung in die Story des Tabletops bringen, nimmt sich auch das neue Machwerk von Tindalos Interactive den aktuellen Geschehnissen an. Dafür stehen uns drei Kampagnen zur Verfügung, von denen zwei erfreulich ungewöhnlich sind. Doch zunächst, natürlich, liefern die Menschen den Auftakt. Mal wieder steht das Imperium mit seinen Abermillionen Welten vor einer Katastrophe. Die finsteren Streitkräfte des Chaos wollen einmal mehr alles zerstören, wofür das tiefreligiöse Imperium steht. Grund genug für uns, unsere Flotten einmal mehr in die Tiefen des Alls vorstoßen zu lassen um den Angriff abzuwehren. In den beiden anderen Kampagnen schlüpfen wir in die Rolle von Rassen, die bisher kaum im Rampenlicht von Warhammer-Videospielen standen. Zunächst einmal die Necrons. Vor Äonen haben sie nicht nur die Galaxis beherrscht, sondern auch ihre sterblichen Körper gegen metallene Hüllen eingetauscht. Nun erwachen sie in ihren unterirdischen Grüften und müssen feststellen, dass nicht nur Menschen jetzt das Sagen haben, sondern das Chaos auch ihnen einige Probleme bereitet. Das Schlusslicht stellen die Tyraniden dar. Von einem emotionslosen Schwarmbewusstsein gesteuert und von unstillbaren Hunger angetrieben, kümmern diese sich nicht um Politik oder das Zeitgeschehen. Nur die nächste Mahlzeit zählt. Während wir die Geschichte von Imperialen und Necrons aus deren Perspektive erleben, wird uns das Vorankommen der Tyraniden aus der Sicht der verzweifelten Verteidiger geschildert.
Neue Ideen im Stillstand
Der technische Fortschritt im 41. Jahrtausend steht vielleicht still, aber nicht die Spieleentwicklung! Denn seit Battlefleet Gothic: Armada hat sich einiges getan. Statt einfach nur auf Hilfegesuche auf einer Kampagnenkarte zu reagieren und nach Belieben unsere Schiffe einzusetzen, bewegen wir einzelne Flotten nun von Punkt zu Punkt. Jede dieser Flotten müssen wir auch einzeln mit neuen Schiffen versorgen, wenn wir ihre Feuerkraft verstärken wollen. Die System, die wir so unter unsere Kontrolle bringen, gewähren uns mehr Ressourcen und Boni für neue Schiffe und kommende Schlachten. Da wir schnell weit mehr Schiffe haben, als noch im Vorgängerspiel, verzichtet man auf das individuelle Verteilen von Upgrades für jedes Schiff. Jetzt invenstieren wir ganz entspannt Punkte in einen Forschungsbaum und gewähren so all unseren Einheiten diese Boni. Vorausgesetzt natürlich, das Schiff hat die entsprechende Stufe im Kampf erreicht. Apropos Kämpfe! Schließlich gibt es ja nur Krieg, nicht? Bis zu drei unserer Flotten können gleichzeitig an einer Schlacht teilnehmen, aber nicht alle Schiffe sind sofort zu Beginn einer Schlacht verfügbar. Manche rücken erst nach, um Verluste wieder aufzufüllen. Außerdem greifen unsere Einheiten auf spezielle Fähigkeiten zu – Bomben, Torpedos oder Fliegerstaffeln – die sie allerdings nur begrenzt einsetzen können. Wir müssen eben darauf achten, wann welche Fähigkeit die größte Wirkung erzielt! Auf dem Schlachtfeld erfüllen wir dann geforderte Ziele, à la „Zerstöre alle Feinde“ oder „Halte die Siegpunkte“. Jede Rasse hat ihre eigene Methode, Gefechte zu bestreiten. Während das Imperium wie gewohnt auf dicke Rüstungen und donnernde Kanonen setzt, wollen Orks direkt in den Nahkampf und uns entern. Tau hingegen nutzen große Entfernungen, aus denen sie uns zerschießen. Moment, Orks? Tau? Jep. Die haben zwar keine eigene Kampagne, aber dafür gibt es ja den Multiplayer! Zwölf verschiedene Fraktionen, alle mit ihren eigenen Schiffstypen und -klassen, warten nur auf unseren Befehl.
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Hübscher... Krieg?
Auch abseits von Gameplay-Änderungen hat Tindalos Interactive einige Neuerungen angestrebt. Schlachten sind nicht nur größer, sondern auch viel hübscher als noch im ersten Teil! Von den einzelnen Schiffen (oder den gigantischen Spezialeinheiten der Kampagne) bis zu den Explosionen, zumindest sieht der unendliche Krieg gut aus. Den größeren Gefechten ist es auch geschuldet, dass man viel Micromanagement gestrichen hat. Das tut dem Spiel aber keinen Abbruch! Nur beim Tutorial hätte man nach wie vor etwas übersichtlicher sein können. Zwar versucht das Spiel uns mit einigen Übungsmissionen an alle Mechaniken heranzuführen, trotzdem werden wir an vielen Ecken durch Hinweise erschlagen. Es gibt eben allerhand zu lernen, wenn man das Chaos besiegen will. Eine deutsche Synchronisation gibt es nun eben nicht, zumal sind viele der eigentlich eingedeutschen Texte, naja, noch in englisch. Aber hey, insgesamt ist Battlefleet Gothic: Armada II verflixt gut geworden. Die Story wird stimmig und mit der ein oder anderen Cutscene erzählt und das Kampagnensystem ist deutlich verbessert. Wem an einer Herausforderung liegt, darf sich dazu noch über drei Schwierigkeitsgrade freuen. Bleibt uns eben nur noch, die Galaxis zu retten... oder aufzufressen.

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