AMD Ryzen Threadripper 1950X - Test/Review
Bereits vor ein paar Wochen hat AMD mit den „kleinen“ Ryzen-Prozessoren für ordentlich Wirbel innerhalb des Prozessormarkts gesorgt und Intel in Bedrängnis gebracht (vor allem beim Thema Preis/Leistung).
Von Christoph Miklos am 17.08.2017 - 01:54 Uhr
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Einleitung & Datenblatt

Einleitung
Bereits vor ein paar Wochen hat AMD mit den „kleinen“ Ryzen-Prozessoren für ordentlich Wirbel innerhalb des Prozessormarkts gesorgt und Intel in Bedrängnis gebracht (vor allem beim Thema Preis/Leistung). Mit dem neuen „Threadripper“-Prozessor holt man nun zum „finalen“ Gegenschlag gegen Intel aus. Was das neue AMD-CPU-Flaggschiff „Ryzen Threadripper 1950X“ mit 16 nativen Kernen leistet, könnt ihr in unserem ausführlichen Testbericht nachlesen! Über AMD
Advanced Micro Devices (AMD) ist ein US-amerikanischer Chip-Entwickler mit Hauptsitz in Sunnyvale, Kalifornien. AMD entwickelt und produziert Mikroprozessoren, Chipsätze, Grafikchips und System-on-Chip-Lösungen (SoC) für die Computer-, Kommunikations- und Endverbraucherbranchen. Seit der Ausgründungder eigentlichen Halbleiterherstellung im Jahr 2009 in Globalfoundries ist AMD fabless. Das Unternehmen war bis 2013 im Standard-&-Poors-500-Aktienindex gelistet, beschäftigt weltweit rund 9.700 Mitarbeiter und ist der dreizehntgrößte Halbleiter- (Stand: 2012) und nach Intel der zweitgrößte x86-Prozessorhersteller der Welt.
Datenblatt
• Codename: Threadripper • Architektur: Zen • Kerne: 16 • Threads: 32 • Basistakt: 3.40GHz • Turbotakt: 4.00GHz • TDP: 180W • Fertigung: 14nm • Interface: SMI • L2-Cache: 8MB (16x 512kB) • L3-Cache: 32MB (4x 8MB) • PCIe-Lanes: 64x (PCIe 3.0), N/A (PCIe 2.0) • Speicher max.: 1TB • Speichercontroller: Quad Channel PC4-21300U (DDR4-2666) • Speicherbandbreite: 85.3GB/s • Stepping: ZP-B1 • Einführung: 2017/Q3 • Segment: Desktop • Sockel: TR4 (LGA) • Multiprozessortauglichkeit: N/A • Heatspreader-Kontaktmittel: Metall (verlötet) • IGP: N/A • IGP-Shader: N/A • IGP-Takt: N/A • IGP-Interface: N/A • IGP-Rechenleistung: N/A • IGP-Speicher max.: N/A • IGP-Features: N/A • CPU-Features: ECC-Unterstützung, Turbo Core 3.0, Multithreading, VT-Vi, X86-64, AMD-V, AVX, AVX2, AES, NX-Bit, EVP, Multiplikator frei wählbar, XFR (+200MHz)
Preis: 1.029 Euro (Stand: 17.08.2017)
Testplattform für AMD Ryzen Threadripper 1950X
• Mainboard: ASUS ROG Zenith Extreme • Arbeitsspeicher: Ballistix Elite DIMM Kit 32GB, DDR4-3000 • Kühlung: be quiet! Silent Loop 360mm • Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 1080 Ti • Betriebssystem: Windows 10 64bit Home
Testplattform für Intel Core i9-7900X
• Mainboard: ASUS ROG Strix X299-E Gaming • Arbeitsspeicher: Ballistix Elite DIMM Kit 32GB, DDR4-3000 • Kühlung: be quiet! Silent Loop 360mm • Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 1080 Ti • Betriebssystem: Windows 10 64bit Home
Testplattform für Intel Core i7 6950X
• Mainboard: ASUS ROG Strix X99 Gaming • Arbeitsspeicher: Ballistix Elite DIMM Kit 32GB, DDR4-3000 • Kühlung: be quiet! Silent Loop 360mm • Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 1080 Ti • Betriebssystem: Windows 10 64bit Home
Testplattform für AMD Ryzen 7 1800X
• Mainboard: ASUS Prime X370-Pro • Arbeitsspeicher: Ballistix Elite DIMM Kit 32GB, DDR4-3000 • Kühlung: be quiet! Silent Loop 360mm • Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 1080 Ti • Betriebssystem: Windows 10 64bit Home
Testplattform für Intel Core i7 7700K
• Mainboard: ASUS ROG Maximus IX Formula • Arbeitsspeicher: Ballistix Elite DIMM Kit 32GB, DDR4-3000 • Kühlung: be quiet! Silent Loop 360mm • Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 1080 Ti • Betriebssystem: Windows 10 64bit Home

Threadripper im Detail

Beim Threadripper hat AMD viele, technische Elemente von der Zen-Architektur übernommen, die man schon bei den kleinen Ryzen-Modellen findet. Eine Verbesserung betrifft aber Extended Frequency Range - die mehrmalige, automatische Übertaktung des Prozessors. Anstatt für nur zwei Kerne, kann XFR bei Ryzen Threadripper auf vier Kernen angewendet werden. Ebenfalls sehr interessant: Für die Threadripper-CPUs verwendet AMD die besten fünf Prozent der Dies-Produktion. Der Vergleich mit den hauseigenen Server-Prozessoren „Epyc“ ist mittlerweile nicht mehr angebracht. Die Gründe: AMD verwendet bei TR deaktivierte Dies als „Spacer“ und auch das Stepping ist ein anderes (B1 - bei Epyc ist es B2). Bei neueren Steppings handelt es sich um im Detail verbesserte Versionen der gleichen Architektur und des gleichen Prozessor-Typs. Ein neues Stepping kann Fehler beseitigen und höhere Taktraten möglich machen. Welche Änderungen es vom B1- zum B2-Stepping bei AMD gegeben hat, ist unklar. Natürlich verwendet AMD für die Kommunikation zwischen den CCX-Clustern, einzelnen Dies und mit der Außenwelt in Form der DDR-Speichercontroller wieder den Infinity Fabric. Dieser Infinity Fabric wird mit der gleichen Geschwindigkeit betrieben wie der Arbeitsspeicher. Setzt man also schnelleren Arbeitsspeicher ein, beschleunigt dies auch den Interconnect.
Alle Ryzen-Threadripper-Prozessoren verfügen über 64 PCI-Express-Lane, ein Quad-Channel-Speicherinterface (DDR4-2667-Support) und auch ansonsten über die identische I/O-Ausstattung.
NUMA und UMA
Der Non-Uniform Memory Access (NUMA) beschreibt eine Speicherarchitektur, bei der jeder Prozessor einen eigenen, lokalen Speicher hat, aber anderen Prozessoren über einen gemeinsamen Adressraum direkten Zugriff darauf gewährt. Uniform Memory Access (UMA) wiederum beschreibt eine Speicherarchitektur, bei der nur ein Speicher vorhanden ist, auf den von allen Prozessoren aus einheitlich zugegriffen werden kann. Die beiden Modi sind eine Wissenschaft für sich und haben, abhängig von der verwendeten Software, Vor- oder Nachteile. Generell kann man aber sagen, dass bei Spielen der NUMA-Modus ein paar FPS mehr bringt. Die Modi lassen sich mittels der hauseigenen „Ryzen Master Tool“-Software ändern.
Ebenfalls im „Ryzen Master Tool“ aktivierbar und für Spieler interessant: der Legacy Compatibility Mode. Er nutzt grundsätzlich den NUMA-Modus, weil Spiele in der Regel eher von weniger Latenz als höherer Bandbreite profitieren. Darüber hinaus deaktiviert dieser Modus die Hälfte der Threads, was wiederum die Kompatibilität bei einigen Spielen verbessert.

Der X399-Chipsatz

Threadripper nutzt den neuen, großen TR4-Sockel, der ein Ableger des Server-Sockels SP3 für AMDs neue Epyc-CPU-Serie ist. Ebenfalls neu: der X399-Chipsatz. Hierbei handelt es sich um einen minimal angepassten X370-Chip für Sockel AM4. Die Anzahl der Anschlüsse, die über diesen bereitgestellt werden, sind folglich nahezu identisch, die Weiterentwicklung ist in zwei Punkten zu sehen: Die Anzahl der nativen SSD-Anschlüsse wird von 4 auf 8 verdoppelt und zwei native PCIe-3.0-Lanes lassen sich zur Anbindung weiterer SATA-Ports nutzen. Großer Heatspreader - fehlende Kühler
Der große Threadripper ist zwar optisch ein Schmankerl', sorgt aber auch für Probleme: derzeit gibt es kaum bis gar keine passenden Luftkühler für das AMD-CPU-Flaggschiff. Zum Marktstart muss man daher zu einer AiO-Wasserkühlung von Asetek inkl. Montagesockel (im Lieferumfang des Prozessors enthalten) greifen.
Am Horizont sind aber schon die ersten, passenden Luftkühler mit großer Kühlplatte in Sicht. Der österreichische Hersteller Noctua und Arctic werden Ende August Kühler auf den Markt bringen.

Benchmarks

AMD Ryzen Threadripper 1950X - Cinebench R15 #1
Single Thread - mehr ist besser
Intel Core i9-7900X
196 Pkt.
Intel Core i7 7700K
191 Pkt.
AMD Ryzen Threadripper 1950X
166 Pkt.
AMD Ryzen 7 1800X
161 Pkt.
Intel Core i7 6950X
148 Pkt.

AMD Ryzen Threadripper 1950X - Cinebench R15 #2
Multi Thread - mehr ist besser
AMD Ryzen Threadripper 1950X
3000 Pkt.
Intel Core i9-7900X
2350 Pkt.
Intel Core i7 6950X
1826 Pkt.
AMD Ryzen 7 1800X
1638 Pkt.
Intel Core i7 7700K
960 Pkt.

AMD Ryzen Threadripper 1950X - CPU-Z #1
Single Core - mehr ist besser
AMD Ryzen Threadripper 1950X
2337 Pkt.
Intel Core i7 7700K
2235 Pkt.
AMD Ryzen 7 1800X
2229 Pkt.
Intel Core i9-7900X
2146 Pkt.
Intel Core i7 6950X
1659 Pkt.

AMD Ryzen Threadripper 1950X - CPU-Z #2
Multi Core - mehr ist besser
AMD Ryzen Threadripper 1950X
35090 Pkt.
Intel Core i9-7900X
23176 Pkt.
AMD Ryzen 7 1800X
19213 Pkt.
Intel Core i7 6950X
16118 Pkt.
Intel Core i7 7700K
6937 Pkt.

AMD Ryzen Threadripper 1950X - 7-Zip #1
Komprimierung 32 MB Paket - mehr ist besser
Intel Core i9-7900X
44 MB/s
Intel Core i7 6950X
42 MB/s
AMD Ryzen Threadripper 1950X
38 MB/s
Intel Core i7 7700K
34 MB/s
AMD Ryzen 7 1800X
32 MB/s

AMD Ryzen Threadripper 1950X - 7-Zip #2
Entpacken 32 MB Paket - mehr ist besser
AMD Ryzen Threadripper 1950X
918 MB/s
Intel Core i9-7900X
687 MB/s
Intel Core i7 6950X
558 MB/s
Intel Core i7 7700K
532 MB/s
AMD Ryzen 7 1800X
516 MB/s

AMD Ryzen Threadripper 1950X - Handbrake
mehr ist besser
Intel Core i9-7900X
55.56 FPS
AMD Ryzen Threadripper 1950X
51.36 FPS
AMD Ryzen 7 1800X
47.33 FPS
Intel Core i7 6950X
44.76 FPS
Intel Core i7 7700K
36.12 FPS

Vor allem in Multi-Core-Anwendungen lässt der Threadripper die (Intel)Konkurrenz hinter sich. Lediglich bei der Single-Core-Performance schneiden die Intel Prozessoren besser ab.

Spiele-Benchmarks

AMD Ryzen Threadripper 1950X - Spiele #1
1.920 × 1.080 - max. Details + AA - mehr ist besser
Intel Core i7 7700K
126 FPS
Intel Core i7 6950X
125 FPS
Intel Core i9-7900X
124 FPS
AMD Ryzen Threadripper 1950X
122 FPS
AMD Ryzen 7 1800X
120 FPS

AMD Ryzen Threadripper 1950X - Spiele #2
3.840 × 2.160 - max. Details + AA - mehr ist besser
AMD Ryzen Threadripper 1950X
50 FPS
Intel Core i9-7900X
50 FPS
AMD Ryzen 7 1800X
50 FPS
Intel Core i7 7700K
50 FPS
Intel Core i7 6950X
50 FPS

Gemischtes Bild: Bei einer FullHD-Auflösung hat der 16-Kerner von AMD keine Chance gegen die (Intel)Mitbewerber. Ab einer WHQD-Auflösung liegen alle Prozessoren fast gleichauf.

Leistungsaufnahme

AMD Ryzen Threadripper 1950X - Leistungsaufnahme
Stromverbrauch CPU - weniger ist besser
AMD Ryzen Threadripper 1950X
71 Watt
Intel Core i9-7900X
40 Watt
Intel Core i7 6950X
40 Watt
AMD Ryzen 7 1800X
38 Watt
Intel Core i7 7700K
35 Watt

16 native Kernen verbrauchen einiges an Strom. Aber: Im direkten Vergleich mit dem sechs Kern „kleineren“ Intel Core i9-7900X kann sich der AMD Ryzen Threadripper 1950X sehen lassen.

Temperaturen

AMD Ryzen Threadripper 1950X - Temperaturen
Load (Cinebench) - weniger ist besser
Intel Core i9-7900X
83 °C
Intel Core i7 7700K
80 °C
AMD Ryzen Threadripper 1950X
65 °C
Intel Core i7 6950X
59 °C
AMD Ryzen 7 1800X
50 °C

Mit einer guten AiO-Wasserkühlung kann der Threadripper 1950X problemlos auf 4,1 GHz übertaktet werden.

Anmerkung der Redaktion: Offiziell unterstützt die von uns verwendete be quiet! AiO-Wasserkühlung nicht den neuen Sockel TR4 von AMD. Wir konnten den Kühler nur mit etwas Bastelarbeit nutzen.

Fazit

Christoph meint: Tolles „Kernmonster“!

Während der neue Intel Core i9-7900X für wenig Begeisterung innerhalb unserer Redaktion sorgen konnte, schaut es beim AMD Ryzen Threadripper 1950X anders aus. Das CPU-Flaggschiff von AMD macht schon beim Auspacken bzw. Montieren Spaß. Der fast schon gigantisch wirkende Prozessor punktet mit einer enormen Leistung - vor allem wenn die Software für mehrere Kerne ausgelegt ist. Auch in Spielen macht der 16-Kerner eine gute Figur - als Game-CPU sollte man das Teil aber nicht verwenden. Threadripper ist ein „Arbeitstier“ und möchte durch mehrere, gleichzeitig laufende Applikationen gefördert werden. Gegen unser Testmuster spricht derzeit nur der hohe Idle-Stromverbrauch, der hoffentlich mittel Bios-Update etwas reduziert wird. Zusammengefasst: der AMD Ryzen Threadripper 1950X ist ein Monster-Prozessor für absolute Enthusiasten und Media-Creator.

Richtig gut
  • 16 Kerne und 32 Threads
  • enorme Leistung
  • sehr gute Spieleleistung
  • gutes OC-Potenzial
  • moderne X399-Plattform
  • fairer Preis für 16 Kerne
Verbesserungswürdig
  • hoher Idle-Stromverbrauch
  • Kompatibilitätsprobleme bei einigen Spielen (zu viele Threads)
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

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