Unreal Tournament III (PC) - Review
UT 2003 und auch UT 2004 konnten zahlreiche Multiplayer-Spieler in ihren Bann ziehen, doch wie sieht es mit dem neusten Teil aus?
Von Christoph Miklos am 09.12.2007 - 02:01 Uhr

Fakten

Plattform

PC

Publisher

Midway

Entwickler

Epic Games

Release

Mitte November 2007

Genre

Shooter

Typ

Vollversion

Pegi

18

Webseite

Media (28)

Einleitung

UT 2003 und auch UT 2004 konnten zahlreiche Multiplayer-Spieler in ihren Bann ziehen, doch wie sieht es mit dem neusten Teil aus? Stemmen eine fesche Grafikengine und ein neuer Kampagne-Mode Unreal Tournament III erneut auf den MP-Thron? Was hat sich tatsächlich gegenüber den Vorgängerteilen getan? Schwacher Aufguss oder revolutionäres Gameplay? Viele Fragen die wir in unserem umfangreichen Review beantworten werden.
UT meets Storylinie
Was hat man in der Vergangenheit immer wieder bei der UT-Serie bemängelt? Kurz nachgedacht…ach ja…ein paar Geschichtselemente hätten dem Solopart nicht geschadet. Die Welt wird von Außerirdischen angegriffen und unser Team muss quer über den Erdball auf verschiedenen Karten, die unterschiedliche Regeln (CTF, Warfare usw.) besitzen, für Ruhe sorgen. Hat sich wer nun ernsthaft einen Singleplayer-Teil a la Call of Duty 4 oder Crysis erwartet? Beim bereits vierten Anlauf haben es die Entwickler von Epic tatsächlich geschafft, ein paar nette Videosequenzen in den Kampagne-Mode einzubauen. Diese sehen zwar schick aus und können selbst mit denen aus Gears of War mithalten, doch die Storylinie gesamt gesehen ist dünn…hauchdünn. Rasante Kamerafahrten, unzählige Explosionen und viele hässliche Aliens sind recht nett und schön, aber eine Handlung muss noch mehr bieten - zum Beispiel eine lückenlose und leicht verständliche Hintergrundgeschichte. Ein Grund warum der SP-Teil nur für wenige Stunden Spielspass bietet: die K.I. hat immer wieder Aussetzer, die vor allem bei der Steuerung der Fahrzeuge sehr stark zur Geltung kommen. Lassen wir nun die geschichtslose Kampagne bei Seite und wenden wir uns lieber dem wohl wichtigsten Part des Spieles zu: den Multiplayer-Schlachten.
Zahlreiche Modi
Auch in Unreal Tournament 3 erwarten uns die bekannten Classic-Modi wie Deathmatch (Jeder gegen Jeden) oder Team Deathmatch (Team gegen Team). CTF (bring die gegnerische Flagge in deinen Stützpunkt) und CTF Vehicle (selbe Modi nur mit Fahrzeugen) sind ebenfalls alte Bekannte. Ein Neuzugang und wahrscheinlich derzeit beliebteste Modi ist Warfare, welcher eine Mischung aus „Assault“ und „Onslaught“ wiederspiegelt. Auf einer relativ großen Map treffen zwei Teams aufeinander und in jeder Basis befindet sich ein Energiekern. Dieser wird durch ein starkes Magnetfeld geschützt, und kann nur deaktiviert werden, wenn man den „Primärknoten“ (befindet sich meistens in der Mitte der Karte) eingenommen hat. Wie kann man diesen taktischen Punkt nun einnehmen? Zunächst einmal muss die Verteidigungshülle zerstört werden und anschließend tankt man den Konten mittels Linkgun oder Energiekugel auf. Letzteres kann zum Primärknoten transportiert werden und ermöglicht eine sofortige Aufladung der Energie. Interessanter Aspekt an dieser Sache: der Träger kann abgefangen und seine kostbare Fracht vernichtet werden. Sobald man den Knoten in Besitz genommen hat, kann man den Hauptkern angreifen und vernichten.

Waffen- und Grafikpower

Fette Waffen und gewichtige Fahrzeuge
Im neusten Unreal Tournament-Teil habe sich die Damen und Herren von Epic so richtig ins Zeug gelegt. Euch erwarten nicht nur weitläufige Maps, sondern auch viele neue Waffen und natürlich Fahrzeuge. Mit von der Partie ist wieder das praktische Hoverboard, welches ideal zum schnellen Angriff auf die feindliche Basis ist. Einen kleinen Unterschied zu den Vorgängerteilen: wenn man am schwebenden Skateboard getroffen wird stirbt man nicht sofort, sondern fällt nur kräftig auf die Schnauze ;). Zu den größeren Fahrzeugen zählen der dreibeinige Darkwalker, der stark an die Tripods aus dem Film „Krieg der Welten“ erinnert und der mächtige Leviathan-Panzer, welcher Platz für bis zu sieben Mitspieler bietet. Flott und tödlich sind der Fury-Gleiter mit seinen zielerfassenden Lasergeschützen und der kugelförmige Scavenger. Sämtliche Vehikel im Spiel sehen nicht nur verdammt cool aus, sondern lassen sich auch kinderleicht steuern.
Was darf in einem Shooter niemals fehlen? Natürlich die Waffen! Auch bei diesem wichtigen Gameplay-Feature setzen die Entwickler auf bekannte Wummen wie die Linkgun, das Scharfschützengewehr, den Raketenwerfer, die Flak-Cannon und die Bio-Gun. Den einzigen neuen Krachmacher stellt der Longbow-Werfer dar - ein modifizierter Raketenwerfer, der ideal zur Zerstörung von kleinen Fahrzeugen ist. Anfänger aber auch Veteranen werden sich sehr schnell mit den zahlreichen und unterschiedlichen Waffen zu Recht finden.
Grafikexplosion
Schon damals auf der NVIDIA-Präsentation 2005 in Leipzig war ich schwer begeistert von den technischen Möglichkeiten der Unreal 3-Engine. In den letzten Jahren sind bereits einige gute Titel wie Rainbow Six Vegas oder Stranglehold auf Basis dieses Grafikgerüstes erschienen, doch kein Game sah so schick aus wie Unreal Tournament 3. Wer einen flotten Rechner sein Eigen nennt, der darf sich über scharfe Texturen, flüssige Animationen und bombastische Effekte freuen. Die Explosionen sehen zwar weniger imposant aus, doch dafür die zahlreichen Waffeneffekte umso mehr. Der plötzliche eintretende Sandsturm auf einer Map ist mein persönliches Grafikhighlight im Spiel. Für weitere „Oho“-Aussagen sorgen die polygonreichen Modells, welche kaum schicker sein könnten. Ein Beispiel gefällig? Unsere Rüstung glänzt im strahlenden Sonnenschein und im Regen sehen wie die Tropfen von unserer Bio-Gun tröpfeln - einfach herrlich! Auch die zahlreichen Fahrzeuge sehen fantastisch aus und wurden mit viel Liebe zum Detail kreiert. Mit einer Ageia-PhysX-Karte kann man sich über noch mehr physikalische Spielerrein freuen, die aber auch ohne dieser besonderem Hardwarekomponente gut rüberkommen.
MULLLLTIIII-KILL
Soundtechnisch darf man sich wieder über die anspornenden Zuschreie wie „Headshot“, „First Blood“ und „Multi-Kill“ freuen. Diese „coolen“ Voices bekommt ihr aber leider nur in der englischen Version inkl. Blut spendiert. In der deutschen Umsetzung muss man sich mit eher langweiligen Sprüchen wie „Erstes Blut“ und „Blutrausch“ begnügen. Zumindest der rasante Mix aus Heavy-Metal-Mucke und passenden Waffensounds bleibt auch in der beschnittenen Version erhalten.

Video&Auszeichnung/en

Video

Auszeichnung/en

Wertung

Schneller, schicker, lauter und abgefahrener - Unreal Tournament 3!

Unreal Tournament 3 stellt nicht einfach nur ein Grafik-Update dar, sondern ist viel eher ein perfekter Mix aus Grafikpower, abgefahrener Waffen, Modi und Fahrzeuge geworden.

Das neuste Midway-Game bietet rasante Multiplayer-Action für Solisten (Kampagne- oder Deathmatch-Modus) oder Teamplayer (CTF und Warfare).

Mit dem neusten UT-Teil haben die Programmierer von Epic nicht nur Oldskool-Veteranen eine Freude gemacht, sondern auch viele „Neulinge“ in den Bann ziehen.

Klarerweise wird das Game bei Spielern die viel Wert auf Realismus setzen nicht so gut ankommen, aber denen bleibt immerhin noch die „Flucht“ zu Call of Duty 4.

90%
Grafik
9
Sound
9
Bedienung
9
Spielspaß
9
Atmosphäre
9
Multiplayer
9
Preis/Umfang
9
Richtig gut
  • fette Effekte
  • scharfe Texturen
  • schicke Animationen
  • cooler Soundtrack
  • Waffensounds
  • zahlreiche unterhaltsame Multiplayer-Modi
  • leichte Bedienung (auch bei Fahrzeugen)
  • Netzwerkcode
  • stimmige Videosequenzen
  • abwechslungsreiche Fahrzeuge
  • Waffenauswahl
  • Unreal Engine 3 Toolkit
Verbesserungswürdig
  • öder Kampagne-Mode
  • K.I.-Aussetzer
  • Hardwareanforderungen
Anforderungen
Getestet für

Minimum-Anforderungen:

Prozessor: 2,0 GHz

Arbeitsspeicher: 512 MB-Ram

Grafikkarte: 128 MB-Ram Grafikkarte

Festplatte: 8,0 GB

Betriebssystem: Windows XP/Vista

Sound: Soundkarte

Sonstiges: Maus, Tastatur, Gamepad, DVD-Laufwerk und ISDN-Verbindung oder schneller


Testsystem:

• Mainboard: Asus P5N32-E SLI | Sockel: 775 |Bios: 1205

• Prozessor: Intel Core 2 Extreme QX6700, 4 x 2,66GHz@3,20 GHz

• Wärmeleitpaste: Arctic Cooling MX-2

• Arbeitsspeicher: MDT 4096MB PC2-6400U CL5

• Grafikkarte: SLI 2x Point of View GeForce 8800 Ultra

• Monitor: Acer X222Wd

• CPU-Cooling: Xigmatek HDT-S1283

• Netzteil: Hiper HPU-5K880

• Sound: Creative SoundBlaster X-Fi Fatal1ty FPS + Teufel System 5

• Festplatten: 2x Seagate ES 400 GB (7.200 RPM; 16 MB Cache) Raid 0

• Gehäuse: Gigabyte 3D Full Tower Mars - silver

• Gehäuseventilation: Front: 1x 120 mm; Rear: 2x 120 mm; HDD: 2x 80 mm;

• Laufwerke: Plextor DVD-Dual Layer Writer und LG DVD-Rom

• Betriebssystem: Windows Vista Ultimate 64bit

• Eingabegeräte: Cherry eVolution STREAM Corded MultiMedia Keyboard und Logitech G9

• Software/Testgeräte: Memtest86, Futuremark 06, Speedfan, Everest Ultimate 2007, db-Meter, Multimeter, Kama Thermo

• Zimmertemperatur: ca. 21°C
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

Kommentar schreiben