Shadows of the Damned - Test/Review
Viel Blut, derber Humor und nackte Haut - drei Aspekte, die -natürlich- in keinem guten Actionspiel fehlen dürfen.
Von Christoph Miklos am 14.07.2011 - 23:54 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox 360

PlayStation 3

Publisher

Electronic Arts

Entwickler

Grasshopper Manufacture

Release

23.06 2011

Genre

Action

Typ

Vollversion

Pegi

18+

Webseite

Media (28)

Nix für Kinder und Jugendliche

Viel Blut, derber Humor und nackte Haut - drei Aspekte, die -natürlich- in keinem guten Actionspiel fehlen dürfen. In Shadows of the Damned witzelt sich der Held zusammen mit einem plappernden Multifunktionsrevolver durch die Hölle, am makabren Humor des Duos dürfte auch Quentin Tarantino seine Freude haben. Wir haben das neuste Werk vom japanischen Entwicklerstudio Grasshopper Manufacture getestet.
Ab in die Hölle
An der Produktion von Shadows of the Damned waren Branchengrößen wie Suda 51 (No More Heroes) und Shinji Mikami (Resident Evil 4) beteiligt. Auf den ersten Blick wirkt Shadows of the Damned wie gängige Horror-Survival-Kost. Wir schlüpfen in die Polygonhaut des obercoolen Dämonenjägers Garcia Hotspur, der nach einem anstrengenden Arbeitstag eigentlich nur eine „nette“ Nacht mit seiner Freundin Paula verbringen möchte. Doch Pustekuchen! Kaum daheim angekommen muss unser Held mit ansehen, wie sein Mädl vom Oberdämon Flemming in die Unterwelt verschleppt wird. Und wie sollte es auch anders sein, unternimmt der Schönling natürlich einen Rettungsversuch. Das Spiel gibt sich aber keine große Mühe, wirkliche Spannung aufzubauen. Stattdessen hetzt ihr von einer Zwischensequenz zur nächsten. Einzig das gewitzte Finale sorgt noch mal für einen versöhnlichen Abschluss.

Der Humor passt

Ein guter Freund
Euer treuerster Helfer im Spiel ist der Totenschädel Johnson. Dieser haut nicht nur einen genialen Spruch nach dem anderen heraus, sondern verwandelt sich zudem in drei unterschiedliche Wummen: Der Boner ist eine Art Standardpistole, der Skullcussioner fungiert als Schrotflinte und der Teether ist schließlich mit einem Maschinengewehr vergleichbar. Toll: Jeder Gegnertyp verlangt nach einer anderen Waffentaktik, sodass ihr im Gefecht ständig hin und her wechseln müsst. Zudem lässt sich jede Knarre mittels eingesammelter Rubine aufwerten und verbessern. Im Laufe der nächsten zwölf Spielstunden, die in mehrere Kapitel unterteilt sind, ballern wir uns den Weg durch einen Haufen von Monstern. Cool Idee: Die Spielwelt wird an vorgegebenen Stellen von einem dunklen Schleier überzogen. Dieser entzieht eurem Held Lebensenergie - so lange, bis ihr einen der herumhängenden Ziegenköpfe mit Garcias Lichtkanone bearbeitet. Aber Vorsicht: Einige Rätsel lassen sich nur lösen, wenn ihr absichtlich in die Dunkelwelt wechselt, um dort beispielweise einen sonst unsichtbaren Schalter zu aktivieren. Auch bei den recht spannenden Bosskämpfen kommt die Hell-Dunkel-Mechanik zum Einsatz. Ab und zu versperrt ein Vorhang aus Dämonenschamhaar den Weg, das auf passend makabre Weise aus dem Weg geräumt werden muss. Türschlösser, die von kleinen bösen Babygesichtern „geschützt" werden müssen mit Erdbeeren, Gehirnstücken oder Augäpfeln aufgesperrt werden. Whisky und anderer hochprozentiger Alkohol dienen als Heilmittel. Die Logik: Was in der echten Welt tötet, bringt in der Hölle die Lebenspunkte zurück. Einen Großteil des Spiels bestreitet Garcia trotz aller Witzeleien in Kämpfen gegen Untote, denen er mit Johnson, einer weiteren Schusswaffe sowie mit Fäusten und Tritten zu Leibe rückt. Die Gefechte finden meist in sehr engen Gängen oder Räumen statt, so dass es gelegentlich etwas unübersichtlich zugeht. Dazu kommen kleine Rätselpassagen, etwa die Suche nach gut versteckten Erdbeeren.
Technik und Sound
Das Spiel basiert auf der Unreal 3 Engine, reizt die eigentlich ja durchaus leistungsstarke Technologie aber kaum aus. Die Texturen wirken mau, die Umgebungen sind sehr überschaubar, Animationen und Spezialeffekte bis auf wenige Ausnahmen nur Durchschnitt. Darüber hinaus fallen die Ladezeiten auf den Next-Gen-Konsolen recht lang aus. Trotzdem wirkt das Ganze sehr stimmig in Szene gesetzt. Dazu trägt auch die Musik bei, die einen breiten und gelungenen Mix aus spanischen Gitarrenklängen, viel Hardrock und gelegentlich sogar Jazz bietet. Die englische Sprachausgabe ist gut - der deutsche Untertitel wurde fehlerfrei übersetzt.

Fazit und Wertung

Christoph meint: Quentin Tarantino hätte seine Freude an dem Titel!

Obwohl Gameplay und Grafik etwas angestaubt sind, hatte ich mit Shadows of the Damned sehr viel Spaß. Das lag vor allem an dem tollen Humor und der toll inszenierten Spielwelt. Auch die akustische Untermalung konnte über weite Strecken überzeugen. Kurz gesagt: ein unterhaltsamer „B-Titel“, welchen man leider viel zu schnell vergessen wird.

80%
Grafik
7
Sound
8
Bedienung
7
Spielspaß
8
Atmosphäre
8
Preis/Umfang
8
Richtig gut
  • stimmige Kulisse
  • gute Sprecher
  • Soundtrack
  • toller Humor
  • spannende Bosskämpfe
  • coole Waffen und Upgrades
  • drei Schwierigkeitsgrade
Verbesserungswürdig
  • Qualität der Texturen
  • teilweise steife Animationen
  • sehr lineare und enge Levels
  • Kameraprobleme
  • präzises Anvisieren erfordert viel Spielpraxis
  • Schlüsselsuchereien wiederholen sich
  • schwankende KI
Anforderungen
• Sony PlayStation 3 Konsole
• Microsoft Xbox 360 Konsole
Getestet für
• Sony PlayStation 3
• Microsoft Xbox 360
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

Kommentar schreiben