Würdiger Abschluss?

Vor knapp fünf Jahren wurde der beliebten Abenteuerin Lara Croft in Form eines Reboots frisches Leben eingehaucht. „Tomb Raider“ kam sehr gut bei den Fans und Kritikern an. Shadow of the Tomb Raider ist nicht nur der dritte Teil der „Origins-Saga“, sondern schließt diese auch ab. Stellt sich bloß die Frage: Bekommt Fräulein Croft einen würdigen Abschluss spendiert?
Die klassische Abenteuer-Geschichte
Shadow of the Tomb Raider spielt kurze Zeit nach dem Vorgänger Rise of the Tomb Raider. Man schlüpft -natürlich- erneut in die hübsche Polygonhaut von Lara Croft, die in einer geheimnisvollen Tempelanlage einen Dolch mitgehen lässt. Das Problem: Die Waffe ist verflucht und löst die Apokalypse aus. Die Katastrophe lässt sich nur vereiteln, wenn zur nächsten Sonnenfinsternis ein Ritual durchgeführt wird. Dafür braucht es eine spezielle Schatulle, von der niemand weiß, wo sie sich befindet. Zu allem Überfluss verfolgt der Schurke Dominguez und seine Freunde von Trinity das gleiche Ziel - nur, dass man die Welt erneuern möchte, anstatt sie zu retten. Natürlich haben die Entwickler gezielt diesen Storytwist eingebaut, damit man die schicken und abwechslungsreichen Locations Perus zu Gesicht bekommt. Und bei einem möglichen Weltuntergang dürfen natürlich auch nicht die zahlreichen Actionmomente fehlen, die zwar gut inszeniert sind aber sich stellenweise schienenhaft spielen. Uncharted 4 löst diese „Probleme“ eleganter.
Bekannte Stärken und Schwächen
Beim Gameplay haben die Entwickler von Eidos Montreal auf gewohnte Kost gesetzt: Klettern, rätseln und ballern. Das Klettern über kantige Felsen sowie baufällige Ruinen macht nach wie vor Laune und vermittelt das gewohnte Abenteuerfeeling, das man von der Serie kennt. Die Spielwelt ist in mehrere Gebiete unterteilt, die eine gesunde Mischung aus Linearität und Open-World-Flair bieten. Besonders gelungen sind die drei Städte, in denen man sich nahezu frei bewegen darf, allerlei Goodies wie Dokumente oder Relikte findet und von den Bewohnern kleine Nebenaufträge erhält. Darüber hinaus kann man in den Städten gegen gefundene Wertmetalle nützliche Gegenstände und Upgrades erwerben. Die Highlights sind natürlich die zahlreichen Grabmäler, die mit einem gelungenen Rätseldesign punkten. Fast jedes Grab bietet individuelle Mechaniken, die für ordentlich Abwechslung sorgen. Gleichzeitig hält sich der Kopfnusslevel in Grenzen, weshalb auch weniger Tüftelbegabte mit etwas Geduld auf die Lösung kommen. Die Balance ist für heutige Verhältnisse erstklassig. Ebenfalls erfreulich sind die flexiblen Schwierigkeitsgrade: Man kann unabhängig voneinander den Anspruch für die Kämpfe, die Rätsel und das Erforschen einstellen. Bei den Kämpfen fällt Shadow of the Tomb Raider etwas ab. In den Arealen kann man sich für eine Stealth- oder Rambo-Option entscheiden. Beide Optionen fühlen sich nicht optimal gelöst an, was auch an der recht schwachen KI liegt. Zum Glück kommen die Kämpfe nur sporadisch vor und fallen dadurch nicht allzu sehr ins Gewicht.
Technik
Die Technik von Shadow of the Tomb Raider ist fast schon perfekt. Die hauseigene Engine zaubert herrliche Licht- und Schatteneffekte sowie knackige Texturen auf den Monitor. Charakteranimationen und Effekte können sich ebenfalls jederzeit sehen lassen, nur der Umgebung hätten etwas mehr Polygone gelegentlich gut getan. Auch im akustischen Bereich kann der neuste Tomb Raider Ableger zu jeder Zeit überzeugen. Die Entwickler verwöhnen uns mit stimmigen Soundtracks und realistisch wirkenden Umgebungsgeräuschen. Auch bei der deutschen Synchronisation hat man sich keine groben Patzer erlaubt.
Unser Testvideo zu Shadow of the Tomb Raider

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