Läuft es auch ohne Snake?

Metal Gear Survive ist der erste MG-Teil aus dem Hause Konami nach dem Rauswurf von Serienschöpfer Hideo Kojima. Man darf also gespannt sein, ob das Entwicklerteam an die Stärken und Qualitäten der Vorgänger anknüpfen konnte. Kleiner Spoiler: Nein!
Wurmloch, Zombies und Überleben
Survive spielt zwischen dem Prolog Ground Zeroes und dem Hauptspiel The Phantom Pain von Metal Gear Solid 5. Nach einem sehr verwirrenden Intro, in dem man auch kurz Big Boss zu Gesicht bekommt, steht die Avatarerstellung an. Das Aussehen des männlichen oder weiblichen Protagonisten bestimmt man zu großen Teilen selbst, im Spiel sieht man den Charakter aus der Rückenansicht. Nachdem der neue Held kreiert ist geht es Schlag auf Schlag: Ein Wurmloch öffnet sich, man wird hineingesogen und landet schlussendlich auf dem Wüstenplaneten Dite. Auf Dite angekommen folgt ein kurzes Tutorial und der erste von vielen Besuchen in der Mini-Basis. In der ersten Spielstunde ist man damit beschäftigt Nahrung und Trinkwasser zu organisieren, da der Spielecharakter schlimmer als jedes Tamagotchi ist. Unsere Hauptfeinde auf dem geheimnisvollen Planeten sind teils riesige Massen an sogenannten Wandelnden. In Survive sind diese Monster als Kanonenfutter konzipiert: Besondere Angriffsmanöver beherrschen sie nicht. Einen Untoten erledigt man selbst mit schwachen Waffen fast problemlos. Aber sobald eine kleine Gruppe aufmarschiert, wird es brenzlig.
Tagesroutine
Den zweiten Kampf in Survive führt man mit der Beschaffung von Nahrung sowie von Rohstoffen, Ausrüstung und weiteren Extras. Dieses Element spielt in Survive eine sehr große Rolle. Man ist ständig auf der Jagd, sammelt Blumen, zerlegt Gegenstände und craftet an der Werkbank neue Sachen zusammen. Das nimmt sehr viel Spielzeit in Anspruch und benötigt Einarbeitung: Die zahlreichen Menüs sind unübersichtlich, zumindest anfangs kann das zu Frust führen. Außerdem sind einige Vorgänge überkompliziert in der Bedienung geraten. Eine Eisentonne muss man etwa erst mit einem Angriff zerstören, um dann mehrere Einzelteile nacheinander aufzusammeln - einen "Nehme alles"-Befehl gibt es nicht. Immerhin: Grinding-Fans werden das Spiel trotzdem lieben, da es langfristig Bauoptionen zum Freischalten gibt. Leveln, Länge und bezahlte Speicherplätze
Im Verlauf der knapp 20 Stunden langen Kampagne kann man aus erledigten Gegnern Kristalle entfernen, welche Energie geben. Ausreichend Energie vorausgesetzt, kann man in der Heimatbasis seinen Helden aufleveln und so zum Beispiel neue Kampffertigkeiten freischalten. Der Spielstand wird automatisch gesichert. Möchte man mehr als einen Charakter anlegen, muss für jeden weiteren Speicherplatz 10 Euro ausgeben werden. Ein sehr fragwürdiges System. Neben den kaufbaren Extra-Savegame-Plätzen gibt es noch eine Reihe weiterer Mikrotransaktionen, die aber recht dezent im Spiel untergebracht und nicht auffällig beworben werden. Technik
Als Grafikgerüst wird die hauseigene Fox Engine genutzt, welche bereits im letzten Metal-Gear-Teil zum Einsatz kam. Ein optisches Highlight ist Survival nicht: Viele Animationen wirken lächerlich, die Qualität der Texturen schwankt und die Licht- und Schatteneffekte wirken künstlich. Als PC-Zocker bekommt man immerhin verbessertes Ambient Occlusion Shadowing geboten.
Die Kampagne ist nur mit einer Onlineverbindung spielbar, auf andere Spieler trifft man allerdings nicht. Das einzige Multiplayerelement ist ein Koop-Modus, bei dem bis zu vier Spieler gemeinsam gegen deutlich stärkere Zombies in Missionen kämpfen
Metal Gear Survive ist für PC, Xbox One und PlayStation 4 für rund 40 Euro erhältlich. Das Spiel gibt es nur mit englischer oder japanischer Sprachausgabe inklusive zuschaltbarer Untertitel (auch Deutsch). Für die kommenden Wochen soll es per Download weitere kostenlose Inhalte geben, unter anderem ist für März 2018 ein weiterer Modus für Koop-Part geplant.

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