Alle Ergebnisse
Fakten
Plattform
PC
Publisher
Daedalic Entertainment
Entwickler
Unfrozen
Release
23.04 2020
Genre
Strategie
Typ
Vollversion
Pegi
16
Webseite
Preis
ab 29,99 Euro
Media (10)
Wir sind ein praktisch veranlagter Nekromant. Unsere Gruft, unser einstigs Gefängnis, machen wir kurzerhand zu unserer Basis, die wir für nette Bonuseffekte im Laufe unseres Abenteuers ausbauen. Von dort aus schicken wir unsere untoten Horden aus – immer in Vierergrüppchen. Die Oberfläche, mit all diesen lebenden Würmlingen, scheint fern zu sein, kaum ein Funken am Ende des Tunnels. Aber was sind schon Stunden hart erkämpfter Freiheit nach einer Ewigkeit in einem Steinsarg? Gar nichts, sagen wir! Versammelt euch, meine Legionen! Marschiert!
Dazu kommen Banshees, kopflose Recken und allerlei andere, einstmals lebende Kreaturen. Der Clue: Unsere Diener rekrutieren wir nicht einfach aus einem Pool, sondern setzen sie jeweils aus vier Einzelteilen zusammen, die unsere gefallenen Feinde so freudig spenden. Skelette brauchen nur ein paar Knochen und Rüstungen, während wir für eine Banshee Ektoplasma benötigen. All diese Einzelteile gibt es dann auch in verschiedenen Wertigkeitsstufen, die wiederum mehr Statpunkte für unsere Diener freischalten.
Denn all unsere Kreationen, wie auch wir als Nekromant, leveln fröhlich mit. Beim Levelup gibt es für unsere Minions Statpunkte um Angriff, Verteidigung, Krit-Chancen und ähnliches aufzuleveln, aber auch die Möglichkeit, aus einem von zwei Skill-Upgrades auszuwählen. Wir selbst investieren in vier Skilltrees, die uns mehr Zauber, bessere Dropchancen und einfach mächtigere Buffs erlauben. So stocken wir unser Arsenal zunehmend auf. Insgesamt können wir dann über vier Vierer-Gruppen an Kreaturen bestimmen, die sich aus 18 möglichen Kreationen rekrutieren lassen.
Außerdem, so seltsam es klingt, es sind zu viele ähnliche Skills gleichzeitig. Jeder Minion hat fünf Skills, plus eine Ultimate, zur Verfügung. Bei vier Kreaturen sind das 24 Skills pro Gruppe, von denen wir aber irgendwie immer nur ein oder zwei pro Kreatur wirklich benutzt haben. Hier hätte etwas mehr Abwechslung in den Skills gut getan. Iratus trägt dazu noch einen recht eigenen Art Style, den ich zwar im Laufe des Spiels gelernt habe zu mögen, trotzdem wird das Pseudo-3D nicht jedermanns Ding sein. Und ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Satz mal schreibe, aber... Ich hätte auf die 2D-Wackel-Brust-Physics für die untote Scharfschützin verzichten können. (Sorry!)
Ein letztes Schmankerl, bevor wir zum Fazit wanken: Vermutlich ist es dem deutschen Publisher Daedalic Entertainment zu verdanken, aber Iratus kann neben einer deutschen Textausgabe sogar mit einer Sprachausgabe glänzen! Nur bitte... Wir brauchen auf jeden Fall mehr Erzählersprüche! Momentan wiederholen die sich so rasch, dass ich sie irgendwann mitsprechen konnte, bevor ich sie abgeschaltet habe. We need more!
Lars meint: Ausflug auf die böse Seite mit viel Potenzial!
“Iratus macht einige Sachen richtig in meinen Augen. Das Dungeoncrawling ist unterhaltsam und es ist ein netter Perspektivenwechsel – statt die Helden, die das böse ins Dunkel zurückzwingen, sind wir das uralte Böse, das überlebt und sie vertreibt. Dass wir Gegner dabei nicht nur zerstückeln, sondern auch einfach in den Wahnsinn treiben können, passt da sehr gut ins Bild. Trotzdem, wie ihr es vermutlich schon ein wenig im Laufe des Tests bemerkt habt: Iratus zieht auch merklich viel Inspiration aus dem Hit Darkest Dungeon. Vierergruppen, postionsabhängige Skills... Dabei sind es gerade die Punkte, die Iratus neu für sich entdeckt, die dem Spiel die Würze verleihen: Die eigenen Skilltrees für uns, als mächtiger Nekromant zum Beispiel! Oder die Tatsache, dass wir unsere Monstren selbst aus unterschiedlich wertigen Einzelteilen zusammenbauen und deren Skills in jeweils zwei verschiedene Richtungen entwickeln können! Wer sich also mit dem etwas eigenen Art Style anfreunden kann, findet hier einen soliden Dungeoncrawler, der vielleicht nicht an den Umfang anderer, größerer, länger existierender Spiele herankommt, das aber auch nicht muss, um einige spaßige Stunden bereit zu halten.
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