Highlights Lars

Die Gamescom. Unendliche Weiten. Naja, okay, nicht unbedingt unendlich, aber bis man mal von Punkt zu Punkt B gelangt, vergehen kräftezehrende, ermüdende und beinmuskelnstärkende Augenblicke. Was ich damit eigentlich sagen will? Dass es voll war, natürlich! Pünktlich um 9 Uhr morgens füllten sich die Gänge der Messe Köln mit Menschen. Fachbesuchern. Videospielenthusiasten. Und natürlich mit uns von Gamezoom! Drei Tage sind wir über die Messe gestromert und haben uns alles angeschaut, was anzuschauen war. Vom riesigen, leinwandgekrönten Stand von THQ in den öffentlichen Hallen bis zu den Präsentationen im vergleichsweise ruhigen Pressebereich.
Wenn man dann mal darüber nachsinnt, weswegen es wohl so voll war, liegt die Antwort recht schnell auf der Hand. Man muss sich ja auch nur mit einem aufmerksamen Auge durch die Flut an Besuchern kämpfen: Fortnite hat Eindruck hinterlassen auf der Gamescom 2018. Noch nie zuvor haben wir so viele (überraschend unbeaufsichtigte) Kinder in den Messegängen gesehen. Selten mussten wir so sehr aufpassen, beim Hasten von Termin zu Termin nicht über Halbstarke zu stolpern. Von den Gerüchten und Legenden, die dieses Jahr in der Schlange für den Fortnite-Stand entstanden, wollen wir gar nicht erst anfangen... Aber am Ende geht es ja eigentlich nur um eines: Spiele. Und in der Hinsicht haben wir uns einiges angesehen. Zu meinen Favoriten zählt zweifellos Mount&Blade 2: Bannerlord. Klar, einige werden jetzt rufen und sagen: „Aber Lars! Das hast du doch schon auf der Gamescom 2017 spielen dürfen!“ Gut aufgepasst. Aber dieses Jahr konnte man einen Blick auf den Singeplayer werfen. Wisst ihr, wann ich Fortsetzungen mag? Wenn Entwickler nicht versuchen, alles anders zu machen, sondern dass was sie haben erweitern, verbessern, polieren. Und genau das Gefühl habe ich nach dem ersten Anspielen von Bannerlord! Wir haben zwar noch immer keinen Releasetermin an der Hand, trotzdem bleibe ich wachsam am Spähen. An Cyberpunk 2077 führt selbstredend auch kein Weg vorbei. Christoph hatte ja bereits zur E3 die Möglichkeit, einen Blick auf das kommende, futuristische Abenteuer der Witcher-Macher CD Project Red zu werfen. Nun durfte auch ich endlich ran und konnte in meiner Liebe für das Genre Cyberpunk schwelgen. Vermutlich habt ihr schon von allen Seiten gehört, wie gut das Gameplay-Footage ist und auch ich habe in den letzten Wochen in unserer Show Plug+Play bereits betont, wie gespannt ich auf den Release des dystopischen Shooter-RPGs bin. Die über eine Stunde dauernde Präsentation der Entwickler hat daran nichts geändert. Und wieder müssen wir ohne einen Termin für den Release auskommen – hier zeichnet sich ein Muster ab, nicht wahr? In drei Tagen läppert sich dann eben eine ziemlich lange Liste an erlebten Titeln an. Aus dem Hause THQ Nordic steht uns nächstes Jahr Biomutant ins Haus, dessen Gameplay einen soliden ersten Eindruck auf mich macht, während die Erzählstimme es stellenweise etwas übertreibt. Aber... Naja, wirklich nur stellenweise! Bei EA haben wir uns in die Schlacht um Rotterdam mit Battlefield V geworfen. Das sah nicht nur gut aus, sondern hat auch verdammt viel Laune gemacht, obwohl ich mehr Tode als Abschüsse eingefahren habe. Das hat man dann davon, dass man Sightseeing im Kriegsgebiet betreibt, nicht wahr? Trotzdem, ein rundes Leveldesign, intensive Gefechte und eine wunderbare Soundkulisse sorgen dafür, dass schon unsere bisherige Berichterstattung zu Battlefield V verdammt gut ausfiel. Der Shooter erscheint am 16.10.2018 für 43 Euro. Enttäuscht war ich dafür von Life is Strange 2 und dem gezeigten Content für State of Decay 2. Während Daybreak, ein Hordenmodus für State of Decay 2, einfach nur uninspiriert wirkt und nicht wirklich die Probleme des inhaltslosen Grundspiels angeht, tut mir das mit Life is strange 2 wirklich weh. Ich mochte den ersten Teil, im Anspielen des kommenden Titels kommen die Dialoge aber zu arg gekünstelt daher, die Entwicklung in der halben Stunde Gameplay ist schlicht zu vorhersehbar. Ob die übernatürliche coming-of-age-Story im weiteren Spielverlauf noch durchstartet bleibt abzuwarten, ich für meinen Teil bin aber erstmal vorsichtig. Und was hat mich eigentlich dazu geritten, gegen den guten Timm Pro Evolution Soccer und Fifa zu spielen? Wie es scheint, bin ich weder im Konami- noch im EA-Franchise wirklich zum Fußballgott geboren. 4:0 stand es am Ende gegen mich! Spricht allerdings für die Spiele, dass ich trotz der vernichtenden Niederlagen vom Ballfieber gepackt wurde. Die Bewegungen der Spieler und das Handling des Balls wirken angenehm und selbst als jemand, der kaum Sportspiele daddelt, findet man schnell in das Treiben um das runde Leder rein. Spätestens wenn beide Titel erscheinen werden, muss ich wohl an meinen Fähigkeiten feilen. PES 2019 erscheint Ende August für 41,99 Euro. Ich könnte hier jetzt noch eine ganze Weile weitermachen. Schließlich habe ich auch eine Schlacht in Total War: Three Kingdoms gewonnen(!), errang ewigen Ruhm bei dem Super Smash Bros. Ultimate-Gefecht gegen die restliche Redaktion und stellte mich bei Jump Force von Bandai Namco Frieza entgegen! In drei Tagen haben wir uns durch die gesamte bunte Welt der kommenden Videospiellandschaft gespielt und obwohl wir dabei eine Menge Wegstrecke durch überfüllte Hallen hinter uns gebracht haben (Timm alleine hat 45 Kilometer in drei Tagen zurückgelegt) will man immer mehr. Noch zwei Tage Gamescom? Klar! Vielleicht ja nächstes Jahr. Mögen meine malträtierten Füße mir diesen Gedanken jetzt schon verzeihen.

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