Fable 3 - Test/Review
Albion wird erneut zum Schauplatz eines neuen Helden. Wird es auch dieser schaffen das Land vom Bösen zu befreien?
Von Hannes Obermeier am 26.10.2010 - 06:10 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox 360

PC

Publisher

Microsoft

Entwickler

Lionhead Studios

Release

20.05.2011 (PC)

Genre

Action-RPG

Typ

Vollversion

Pegi

16+

Webseite

Media (48)

Neue Action-RPG Hoffnung?

Albion wird erneut zum Schauplatz eines neuen Helden. Wird es auch dieser schaffen das Land vom Bösen zu befreien? Albion in Ketten
Albions König ist tot und hinterlässt zwei Söhne. Der ältere der Beiden tritt sein Vermächtnis an und besteigt den Thron. Aber er regiert weder weiße noch gerecht. Ganz im Gegenteil, er knechtet seine Untertanen und bestraft beim kleinsten Vergehen mit dem Tot. So auch eines Nachmittages, als es aufgebrachte Bürger wagen, vor dem Palast ihren Unmut kund zu tun. Sein jüngerer Bruder und dessen Freundin werden Zeugen, als König Logan beschließt, alle Demonstranten hinrichten zu lassen. Als sie versuchen dazwischen zu gehen, und den König anflehen die Bürger am Leben zu lassen, dreht Logan den Spies um und stellt seinen Bruder vor die Wahl. Entweder die Bürger frei lassen und seine Freundin hinzurichten oder umgekehrt. Der Spieler muss entscheiden. Wir entscheiden uns für die Bürger, nachdem uns unsere Freundin anfleht ihr Leben für das der Bürger zu opfern. Sir Walter, ein treuer Gefolgsmann des alten Königs ist ebenso enttäuscht von Logan und überredet uns zu fliehen. Wir sollen im ganzen Land Unruhe stiften, damit wir am Ende, mit tatkräftiger Unterstützung des Volkes, gegen den bösen König marschieren können. Doch dazu muss man sich erst das Vertrauen der Einwohner verdienen was, wie kann es auch anders sein, nur durch das Erfüllen unterschiedlicher Quests zustande kommt.
In Begleitung unseres treuen Dieners und unserem engsten Freund, einem Border Collie, tauchen wir ab. Sir Walter empfiehlt in die Katakomben zu gehen, wo unser Vater einst ein wichtiges Item für uns hinterlegt hat, so als ahnte er schon damals, dass so etwas passieren könnte. Das Siegel der Gilde, nur eines echten Helden würdig. Als wir es endlich in Händen halten, eröffnet es uns den Weg zu einer geheimen Stätte, die fortan als Angelpunkt für alle unserer weiteren Schritte dienen soll. Dort verstauen wir Waffen, Kleidung, und Trophäen. Weiters dient sie als Portal zu parallelen Welten, wo man mit anderen Helden kommunizieren, Freunde finden und gemeinsam kämpfen kann. Letzteres konnte zum Testzeitpunkt noch nicht getestet werden, da keine Verbindung zu einem Server möglich war. Im Zentrum dieser Unterkunft befindet sich eine dreidimensionale Karte von Albion, die es uns ermöglicht, an beliebige Punkt zu springen. Auch können über sie Quests aufgerufen werden. Ein weiteres Portal ermöglicht es uns auf die Siegerstraße zu gelangen, wo wir unsere gesammelten Siegel gegen Powerups und Fähigkeiten eintauschen können. Diese Straße ist in mehrere Segmente unterteilt, die nur dann passiert werden können, wenn man ein Hauptquest abgeschlossen hat. Mit dabei sind auch wieder die sprechenden Steintore, die allesamt eigenwillige Anliegen haben, bevor sie sich öffnen lassen. Nebenbei hat man es mit Wölfen, Wegelagerern, Banditen, Hobbs, Geisterkriegern uvm. zu tun. Für jeden gefallenen Gegner gibt es kleine rote Orbs, die gesammelt ein Siegel ergeben. Je mehr Gegner, desto mehr Siegel, desto schneller hat man neue Powerups oder Fähigkeiten.
Heldentum
Im Vergleich zu Fable 2 hat man an der Spielmechanik nicht viel verändert, was auch gut ist, denn die war schon beim Vorgänger in Ordnung. So kämpfen wir wieder mit dreierlei Waffen. Distanzwaffen, Nahkampfwaffen und Magie. Letzteres bietet fünf unterschiedliche Zauberkräfte, die sich mit den entsprechenden Handschuhen sogar kombinieren lassen. Die Zielerfassung für Distanzwaffen und Zauber erfolgt automatisch wenn man grob in eine Richtung zielt, mit dem kleinen Unterschied, dass wenn man beim Einsatz von Magie den Steuerungsstick nicht in eine Richtung bewegt, die Magie auf den Boden gerichtet wird, wo sie sich kreisförmig ausbreitet. Eine geballte Ladung teilt man bei allen drei Waffengattungen aus, wenn man die entsprechende Taste länger gedrückt hält und dann los lässt. Für Distanzwaffen gibt es obendrein noch die Option genau zu zielen, wobei man den linken Bumper drückt, und mit Hilfe eines kleinen Kreises das Ziel anvisiert. Auch wenn es viele witzige und alberne Einlagen gibt, so wirken diverse Kampfszenarien ausgesprochen brutal. Springt uns z.B. ein Wolf an und wir drücken gerade die Schlagtaste für das Schwert, so fängt unser Held den Wolf im Sprung ab, indem er ihm am Hals packt und das Schwert seitlich in den Leib rammt, oder wenn er einem Hobb gegenübersteht kann es vorkommen, dass er dessen Dummheit nutzt und plötzlich mit der Hand in eine Richtung deutet, woraufhin die Kreatur sich umdreht und prompt dorthin blickt. Unser Held zieht dann gehässig sein Schwert über den Rücken des Hobbs, der sogleich das Zeitliche segnet.
Beim Einsatz des Kriegshammers kommt es zu noch brutaleren Szenen, die so wie beim Schwerteinsatz nicht selten in Zeitlupe ablaufen. Er stößt den Gegner von sich, wenn dieser zu nahe ist, was er mit dem Stiefelabsatz erledigt. Kaum schlägt der Gegner auf dem Boden auf, zieht er den mächtigen Hammer in einer kreisrunden Bewegung über den Kopf und lässt ihn auf den Schädel des Gegners herunterkrachen. Blut spritzt dabei auch nicht wenig. Ein weiterer eindrucksvoller Move ist der elegante Sprung auf die Schultern des Gegenübers, wenn dieser nach einem Schlag taumelt. Dabei kommt er mit den Knien auf den Schultern auf, und bricht dem Opfer mit einer Seitwärtsdrehung das Genick. Auf der anderen Seite muss er sich auch als gepflegter Gentlemen und Liebhaber betätigen, eine Beziehung eines anderen Paares zum Kippen bringen, in dem er die Frau des Anderen umwirbt und verführt. Kinder zeugen, Haus und Heim erwerben, seine Frau mit Geschenken füttern und für die richtige Einrichtung sorgen.

Gewohntes noch besser

Die Einwohner
Wer den Vorgänger gezockt hat, wird hier sehr viele Parallelen erkennen. Mit jeden Menschen, und sei es nur ein Kind, kann man interagieren. Dabei kommt es natürlich darauf an, welchen Ruf man sich erarbeitet, und welche Fähigkeiten man auf der Siegerstraße freigeschaltet hat. Unser hart erspartes Geld lässt sich nützlich in neue Kleidung, Waffen und natürlich auch in Tränke umsetzen. Bei den Tränken findet man Heilung, Unterstützung in Form von herbeigerufenen Monstern, Zeitbremsen die uns im Kampf sehr nützlich sind u.v.m.. Wird die Kohle knapp, kann man sich in gewohnter Arbeit versuchen, in dem wir im Akkord Schwerter schmieden, auf der Laute nette Klänge zupfen oder als Kuchenbäcker beweisen. Je länger man durchhält, desto schneller steigert sich der Erlös. Auch wieder dabei, der Nebenjob als Makler und Vermieter. Häuser wie Geschäfte können erworben und vermietet werden, das bringt zusätzliches Geld. Aufträge die voraussetzen einen guten Menschen zu erschlagen, schaden unserem guten Ruf, sofern jemanden daran liegt. Dazu muss man aber die Sicherung deaktivieren, die verhindert im Kampf die eigenen Leute zu treffen. Wer kann sich denn noch an die Gargoyles erinnern, die uns im Vorgänger mit ihren ätzenden Sprüchen verhöhnt haben? Auch hier ist wieder eine ganz Sippschaft am Werk, die uns mit ihren Sprüchen, die mitunter sehr ordinär werden, ständig auf den Wecker gehen. Nur sind es diesmal ein Haufen Zwerge, 50 um genau zu sein, die es abzuknallen gilt, um eine Zusatzquest abzuschließen. Kommt man in deren Nähe, so quasseln sie unaufhörlich, bis sie sich eine Ladung Kugeln einfangen.
Quests
Abwechslungsreich, kurz und langwierig, von allem etwas, und dazu noch eine packende Geschichte. Sei es „nur“ ein verloren gegangenes Kind zu finden oder die Einmischung in eine Eheangelegenheit, das Einsammeln von Hühnern oder das Abschlachten ganzer Horden von Monstern oder anderen Feinden. Allem voran, die Gunst der Bevölkerung, ohne der wir es nicht schaffen können, dem eigenen Bruder und König von Albion, die Stirn zu bieten.
Leicht gesteuert
Unser Hero wird mit dem linken Stick bewegt. Je weiter man diesen in eine Richtung drückt, desto schneller wird er. Auch kann er noch ein bisschen schneller laufen, indem man die grüne Taste drückt. Ausdauerprobleme hat er jedenfalls keine, da er beschleunigt durch ganz Albion sprinten kann. Mit den Farb-Tasten werden auch die Waffen aktiviert, was auch beim Laufen praktiziert werden kann. Will man etwas kräftiger zuschlagen oder schießen, gilt auch für den Einsatz der Magie, so drückt man den entsprechenden Button etwas länger, worauf sich der Angriff verstärkt. Möchte man eine Person begleiten, oder sich begleiten lassen, so nimmt man diese einfach bei der Hand, sofern das entsprechende Symbol dafür angezeigt wird (linker Bumper). Beim Sprinten kann es jedoch schon mal vorkommen, dass unsere Begleitung nicht mitkommt und unsere Hand los lässt, aber selbstständig weiter folgt, bis sie uns wieder eingeholt hat. Bei Kampfhandlungen wird die Verbindung automatisch gelöst. Der linke Bumper dient auch noch als Zielhilfe, wobei der rechte eine freie Umsicht ermöglicht.

In die Stimmung eintauchen

Unglaublich stimmungsvolle Landschaft
Schon in Fable 2 war ich begeistert von der Landschaftsstruktur. Auch hier im Nachfolger wurde sehr viel Wert darauf gelegt, eine stimmige Kulisse zu schaffen. Sei dies nun bei Tag oder bei Nacht, in Höhlen, im Freien, auf einem Friedhof oder in einer Stadt, egal, es passt einfach wunderbar. Auch bei den Einwohnern kann man schon vom Weiten erkennen, wie es um dessen Gemütszustand bestellt ist. Geht es ihnen schlecht, lassen sie die Köpfe hängen, sprechen uns mit trauriger Stimme an, wenn wir an ihnen vorbeigehen oder grüßen freundlich wenn es ihnen gut geht bzw. haben oft einen passenden Spruch auf den Lippen. Die Vielfalt ist wahrlich beachtlich. Magische Effekte werden farbenfroh und beeindruckend zur Geltung gebracht. Die Bewegungen der Figuren wirken ebenfalls sehr stimmig. Wieder sehr nett anzusehen, unser vierbeiniger, ständiger Begleiter, der wachsam meldet, wenn er eine Stelle gefunden hat, wo etwas vergraben liegt oder sich eine Schatztruhe in unmittelbarer Umgebung befindet. Wir können ihm wieder einiges lehren, in streicheln und wie gewohnt das „Balli“ werfen. So sanft auch die Natur des Border Collies sein mag, er versteht keinen Spaß, wenn wir angegriffen werden. Stoßen wir einen Gegner zu Boden, so setzt er sofort nach und macht von seinen Zähnen gebrauch, auch warnt er uns wenn sich in der Nähe Feinde aufhalten in dem er unaufhörlich knurrt und dabei den Kopf senkt.
Ein Riesenaufgebot an Profis
Was man bei einem Spiel eher selten geboten bekommt, ist ein dermaßen großes Aufgebot an Profisprechern, die allesamt deutsch sprechen. Dabei ist es völlig egal wen man anspricht, mit wem man sich gerade unterhält, oder ob jemand einfach nur im Hintergrund ein Kommentar abgibt. Das schließt witzige wie ernste Dialoge gleichermaßen ein. Selbst Gefühlsregungen in der Stimme werden so deutlich war genommen wie man es nur aus hochkarätigen Movies kennt. Albern sein gehört dazu, was durch Gesten beim Interagieren sehr deutlich wird und auch bei diversen Gesprächen nicht selten vorkommt. Die stimmungsvolle Musik begleitet uns bis zum Ende. Ein Gesamt gesehen überwältigender Eindruck.
Multiplayer
Betritt man einen freien Server, so werden andere Spieler als Kugeln angezeigt, kennt man schon und ist recht unterhaltsam, da man so direkt mit anderen Spielern handeln und sich unterhalten kann. Freundschaften können geknüpft werden, Items getauscht und auch Heiraten ist möglich. Darüber hinaus sind Statistiken einsehbar wie z.B wer ist bisher am weitesten gelaufen, hat das meiste Gold, die besten Waffen, die schönsten Gewänder, etc. etc.. Im Koop-Modus könnt ihr zu zweit das abwechslungsreiche Abenteuer bestehen. Ein tolle Sache!

Fazit und Wertung

Hannes meint: Hier passt einfach alles. Eintauchen und genießen!

Wo soll man da beginnen? Auch wenn es sehr viele Parallelen zu Fable 2 gibt, ist das keineswegs als „schlecht“ zu bewerten. Im Gegenteil, es ist nicht verkehrt an einen erfolgreichen Titel anzuschließen, und das Beste daraus zu übernehmen, es neu zu verpacken, ein paar frische Elemente hinzuzufügen und vor allem, dem Spieler kein A für ein O vorzumachen. Ich persönlich bin sehr angetan, und das in allen Belangen. Man wird gut unterhalten, bekommt optisch wie akustisch nur Feinstes serviert und taucht in eine tolle Geschichte ein, die es schafft, uns schnell in ihren Bann zu ziehen. Schade, dass es nur wenige RPGs wie dieses gibt, die uns über viele Stunden begeistern können.

90%
Grafik
9
Sound
9
Bedienung
9
Spielspaß
9
Atmosphäre
9
Multiplayer
9
Preis/Umfang
9
Richtig gut
  • traumhafte und stimmungsvolle Landschaft
  • glaubhafte Bevölkerung
  • ausnahmslos deutsche Profisprecher
  • stimmige Musik
  • Ernst und Witz geben sich gekonnt die Hand
  • viele und abwechslungsreiche Quests
  • tolles und einfaches Kampfsystem
  • Bedienung
  • toller Koop-Modus
Verbesserungswürdig
  • keine Möglichkeiten Gespräche zu manipulieren
  • gelegentliche Ruckler
Anforderungen
• Microsoft Xbox 360 Konsole
• PC
Getestet für
• Microsoft Xbox 360 Konsole
Hannes Obermeier Hannes Obermeier

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