Alle Ergebnisse
Fakten
Plattformen
PlayStation 5 Pro
Xbox Series S
Xbox Series X
PlayStation 5
PC
Publisher
Blizzard Entertainment
Entwickler
Blizzard Entertainment
Release
28.04 2026
Genre
Action-RPG
Typ
Vollversion
Pegi
18
Webseite
Preis
ab 39,99 Euro
Media (16)
Galerie
Vor allem die ersten Stunden der Kampagne überzeugen mit starken Inszenierungen und atmosphärischen Momenten. Bereits das bombastische Intro erzeugt die typisch düstere Diablo-Stimmung, ehe auf der Überfahrt nach Skovos ein gewaltiges Seeungeheuer angreift. Kurz darauf folgt die erste Begegnung mit den Amazonen. Deren Königin verbindet nicht nur eine gemeinsame Vergangenheit mit Lorath – es gibt auch erste Hinweise darauf, dass Mephistos Einfluss längst bis in ihre Reihen vorgedrungen sein könnte.
Nach dem starken Auftakt verliert die Handlung allerdings spürbar an Dynamik und verfällt zunehmend in bekannte Diablo-Muster. Statt überraschender Wendungen dominieren lange Abschnitte, in denen Artefakte beschafft, Tempelanlagen erkundet und immer neue Aufgaben abgearbeitet werden müssen. Erst gegen Ende, nach rund acht Stunden Spielzeit, nimmt die Inszenierung wieder deutlich Fahrt auf. Das Finale liefert nicht nur einen atmosphärischen Höhepunkt, sondern auch einen der bislang stärksten Bosskämpfe in Diablo 4.
Insgesamt hinterlässt die Kampagne damit einen soliden Eindruck und sorgt für einen stimmigen Abschluss der Geschichte um den Herrn des Hasses. Vor allem als Einführung in das neue Gebiet und die zusätzlichen Spielmechaniken erfüllt sie ihren Zweck zuverlässig. Wirklich herausragende Momente bleiben über weite Strecken jedoch selten, weshalb die Story trotz einzelner Höhepunkte nie ihr volles Potenzial ausschöpft.
Der Hexenmeister verfolgt dagegen einen deutlich düstereren Ansatz. Statt göttlicher Kräfte nutzt er die Mächte der Hölle selbst als Waffe. Beschworene Dämonen werden nicht einfach dauerhaft an der Seite gehalten, sondern gezielt eingesetzt und anschließend geopfert, um verheerende Zauber zu verstärken. Alternativ lässt sich der Fokus auf Flüche oder zerstörerisches Höllenfeuer legen. Ab Stufe 30 erweitert sich das System zusätzlich: Vier gebundene Dämonen begleiten den Charakter permanent und liefern über ihre Seelensteine passive Boni.
Gerade die neuen Klassen sorgen dafür, dass sich Lord of Hatred frisch anfühlt. Der Paladin überzeugt mit seinem klassischen Diablo-Gefühl und bietet genug Abwechslung, um auch nach vielen Stunden motivierend zu bleiben. Der Hexenmeister hebt sich dagegen mit seinem ungewöhnlichen Spielstil deutlich vom restlichen Klassenroster ab und verlangt anfangs etwas Eingewöhnung – belohnt dafür aber mit einer der interessantesten Spielweisen, die Diablo 4 bislang zu bieten hat.
Auch der Horadrische Würfel feiert sein Comeback und entwickelt sich schnell zu einem der wichtigsten Werkzeuge der Erweiterung. Mit ihm lassen sich nicht nur gezielt neue Gegenstände herstellen, sondern auch vorhandene Ausrüstung verändern, verbessern oder miteinander kombinieren. Wer beispielsweise mehrere identische einzigartige Items besitzt, kann diese im Würfel opfern, um mit etwas Glück eine stärkere Version des Gegenstands zu erhalten. Besonders gelungen ist dabei, wie eng der Würfel mit den neuen Zauber- und Set-Systemen verzahnt wurde. Dadurch entsteht erstmals in Diablo 4 das Gefühl, Builds wirklich planbar weiterentwickeln zu können, statt ausschließlich vom Zufall abhängig zu sein. Fehlt etwa noch ein bestimmter Zauber für ein vollständiges Set, können doppelte Teile über den Würfel immer wieder neu ausgewürfelt werden, bis endlich die gewünschte Kombination erscheint. Genau diese deutlich stärkere Kontrolle über den Fortschritt macht beide Systeme zu einer der größten Stärken von Lord of Hatred.
Das sorgt zwar endlich für mehr Struktur und ein klareres Progressionsgefühl im Endgame, am grundlegenden Spielablauf ändert sich jedoch wenig. Trotz neuer Boni und zusätzlicher Effekte bleibt vieles letztlich derselbe Grind, den Diablo 4 bereits zum Release bot. Auch verstärkte Gegnerwellen oder leicht angepasste Events können auf Dauer nicht darüber hinwegtäuschen.
Zwar bringt das Addon mit „Echoing Hatred“ noch ein neues Event ins Spiel, dieses tauchte während der Testphase allerdings kaum auf. Laut Blizzard handelt es sich um einen Hordenmodus mit immer stärkeren Gegnerwellen.
Christoph meint: Blizzard verbessert viele Baustellen des Hauptspiels spürbar und liefert mehr Möglichkeiten, Builds gezielt auszubauen. Der große Befreiungsschlag, der Diablo 4 dauerhaft auf ein neues Niveau hebt, bleibt jedoch aus!
“Mit Lord of Hatred liefert Blizzard genau die Erweiterung, die sich viele Diablo-4-Spieler seit Release gewünscht haben – allerdings nicht die, die das Spiel grundlegend neu erfindet.
Die neuen Klassen gehören klar zu den größten Stärken des Addons. Vor allem der Paladin trifft mit seinem klassischen Spielgefühl direkt ins Herz vieler Veteranen, während der Hexenmeister mit seinem ungewöhnlichen Dämonen-Management für frischen Wind sorgt. Dazu kommen sinnvolle Verbesserungen am Loot-System, mehr Build-Freiheit durch Talismane und Zauber-Sets sowie der gelungene Wiedereinstieg des Horadrischen Würfels, der Crafting und Charakterentwicklung endlich deutlich planbarer macht.
Auch die Kampagne weiß zumindest phasenweise zu überzeugen. Der atmosphärische Einstieg und das starke Finale sorgen für einige erinnerungswürdige Momente, verlieren sich dazwischen jedoch zu oft in bekannten Diablo-Aufgaben und Standardabläufen.
Die größte Schwäche bleibt aber weiterhin das Endgame. Die neuen Kriegspläne bringen zwar mehr Struktur und Motivation in den Grind, ändern jedoch kaum etwas am eigentlichen Spielablauf. Trotz zusätzlicher Modifikatoren und kleiner Überraschungen fühlt sich vieles immer noch nach denselben Aktivitäten an, die Spieler bereits seit Jahren wiederholen. Genau hier fehlt der Erweiterung der Mut, wirklich neue Ideen umzusetzen.
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