Alle Ergebnisse
Fakten
Plattformen
Xbox Series S
Xbox Series X
PlayStation 5
PlayStation 4 Pro
Xbox One X
PlayStation 4
Xbox One
PC
Publisher
Activision Blizzard
Entwickler
Sledgehammer Games
Release
05.11 2021
Genre
Shooter
Typ
Vollversion
Pegi
16
Webseite
Media (30)
Galerie
Abseits dieser drögen Ballerpassagen gibt es auch Schleichmissionen. In einer Mission muss man sich beispielsweise vor den Japanern verstecken und seine Ziele mit Bedacht wählen. Dem Fliegerass Wade steht dafür, wie jedem anderen Protagonisten im Spiel, eine Spezialfähigkeit zur Verfügung. Aufgrund der kurzen Kampagnendauer hätte man sich die aber auch sparen können.
Als Highlight ist uns die Luftschlacht um Midway in Erinnerung geblieben, in der Sturzkampfbomber japanische Flugzeugträger attackieren. Die Steuerung ist dabei nicht unbedingt intuitiv. Spaß macht es aber allemal, wenn man aus den Wolken auf einen der japanischen Träger herabstürzt.
Lob gibt es auch für die sehr schönen Rendersequenzen, in denen man von einem geheimen Projekt Phönix und einem besonders fiesen Nazikommandanten erfährt. Die Sequenzen nehmen einen guten Teil der leider nur fünf bis sechs Stunden langen Kampagne ein. Sie ist zumindest eine spaßige Abendunterhaltung. Bei den teils skurrilen Gegnern, dem überzeichneten Bösewicht und der für den Zweiten Weltkrieg doch sehr ungewöhnlichen Waffenauswahl mit Trommelmagazinen, Rotpunktvisieren und Spezialmunitionstypen hätte Call of Duty Vanguard auch gerne noch abstruser sein können. Hat da wer Wolfenstein gesagt?
Die vielen verschiedenen aus dem Szenario des Zweiten Weltkriegs bekannten Waffen wie Sturmgewehr 44, Kar98k, MP44, Thompson-MP, Sten Gun und Co. klingen wieder wie etwas lautere Nerfguns - viel zu leise und ohne nennenswerten Bassdruck. Zudem sehen sie durch die vielen modernen Visiere, Skins und Aufkleber nicht mehr aus wie Waffen aus der Zeit.
Auf der Proseite stehen satte 16 neue Karten, eine stattliche Anzahl zum Start einer CoD-Episode. Die Maps sehen fast durch die Bank attraktiv aus und bieten etwas für jeden Geschmack. Gut ist der sehr dynamische Modus Patrouille: Hier muss man eine Zone halten, die sich ganz langsam durch die Map bewegt - ein Heidenspaß, egal ob man gerade am Verteidigen oder Erstürmen ist. Stark und spielerisch relevant sind die vielen zerstörbaren Türen, Fensterläden und Holzverschläge - so kann man sich an vielen Stellen mit einem Nahkampfangriff eine eigene Schießscharte basteln; gleichzeitig wird das Campen erschwert, weil man hinter vielen Deckungen weniger sicher ist. Weniger schön: die Karten sind einfach viel zu klein. Spawnkills stehen -mal wieder- an der Tagesordnung.
Vanguard hat ein paar frische Killstreaks am Start (zum Beispiel Hundestaffel und Minipanzer) und bombardiert einen wie gewohnt mit Aufsätzen, Tarnungen, individuellen Challenges & Co. Die Auswahl des Charakters bringt keine Vorteile im Spiel mit sich, doch wer seinen Spezialist auflevelt, freut sich über individuelle Freischaltungen. Neuerdings wird am Rundenende der MVP eines Matches gewählt. Eine schöne Idee, die in der Praxis aber maximal planlos ist, da man einfach auf einen von drei Vorschlägen klickt (z.B. den, der die beste K/D-Ratio oder die meisten Kopfschüsse hat). Wenig überzeugt waren wir vom neuen Modus Champion Hill. Hier treten acht Zweier- oder Dreierteams in Mini-Maps in wechselnden Konstellationen immer wieder gegeneinander an - am Ende gewinnt das Team, das noch Leben übrig hat. Was in der Theorie spaßig klingt, erweist sich in der Praxis als wenig reizvoll. Schuld haben daran hauptsächlich die hässlichen Bretterbuden-Arenen und die sehr kurzen Runden, bei denen man seine Gegner selten zu Gesicht bekommt.
Hat man im Team - unterstützt von Wiederbelebungen, Munitionskäufen, Power-ups, Energietränken und Bomben - ein Level gemeistert, geht es zurück nach Stalingrad. Dort gibt es Zeit zum Durchschnaufen und man kann neue Upgrades erwerben. Alternativ gibt es nach dem vierten Kurzeinsatz die Chance auf eine Extraktion. Entscheiden sich die Spieler für diese Option, muss noch eine dicke Welle Zombies gemeuchelt werden, bevor man durch ein Portal entwischt - und damit mehr Erfahrung aus dem aktuellen Run mitnimmt, sich aber natürlich vor weiteren, immer schwieriger werdenden Mini-Missionen drückt.
Das neue Call of Duty kann bereits für diverse Plattformen bestellt werden. Auf dem PC wird das Spiel über Battle.net vertrieben. Eine permanente Internetverbindung ist zum Spiel erforderlich, was ärgerlich und bekannt gleichermaßen ist. Alternativ gibt es den Titel auch für PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One und Xbox Series X/S. Er kostet 49,99 Euro. Das Game ist neben dem englischsprachigen Original auch voll vertont auf Deutsch und einigen anderen Sprachen spielbar.
Christoph meint: (Sehr) Schwacher CoD-Auftritt!
“Seit 2007 bin ich großer CoD-Fan und zocke jeden Teil mehrere Monate (im Multiplayer) lang. Nach dem gelungenen Modern-Warfare-Reboot aus dem Jahr 2019 und dem erfrischenden 2020er Black Ops Cold War ist Vanguard ein großer Rückschritt. Das arg angestaubte WWII-Setting hat einen kaum überzeugenden Anstrich aus realistischen und komplett überdrehten Elementen erhalten. Nach wie vor nerven die müden Ballerpassagen und die arg dämliche Gegner-KI. Auch der Multiplayer wurde sehr mutlos und mit wenig Liebe programmiert. Hier gibt es mal wieder nur die bekannte CoD-Kost mit vielen aber nicht gut „optimierten“ Karten. Lediglich der zurückgestutzte Zombie-Part überzeugt.
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