Kampagne

Seit nun mehr 12 Jahren ist die Call-of-Duty-Serie fixer Bestandteil des AAA-Videospielmarkts. Doch in den letzten Jahren gab es vermehrt Kritik an dem beliebten Shooter. Kein Wunder also, dass Infinity Ward, das bereits für Call of Duty 4: Modern Warfare verantwortlich war, dieses Jahr eine Neuauflage eines der beliebtesten Call-of-Duty-Spiele in die Hand genommen hat. Für den Modern-Warfare-Reboot versprechen die Entwickler eine imposante Kampagne, einen „klassischen“ Mehrspielerpart und eine frische Graphicengine.
Darüber wird man sprechen
In typischer CoD-Manier schlüpfen wir während der knapp sechs Stunden kurzen Kampagne in die Polygonhaut verschiedener Figuren: Dabei kämpft man im fiktiven Land Urzikstan, in Großbritannien und in einigen russischen Regionen. Wieder dabei ist der Serienliebling Captain Price, der schon im ersten Call of Duty auftauchte. Wirklich originell ist das aber nicht, wenn man als westliche Spezialeinheit gegen die „bösen Russen“ und eine an die Taliban erinnernde Terrorgruppe - hier Al-Qatara genannt - kämpft. Davon abgesehen gehört das Gameplay in der Kampagne zum Besten, was die Serie bisher zu bieten hat. Sie liefert einen Mix aus ruhigen und explosiven Momenten: Auf der einen Seite verteidigt man eine US-Botschaft vor Gegnerhorden, auf der anderen Seite greifen man selbst eine Einrichtung an. Als Highlight entpuppt sich eine Nachtsichtmission in einem engen Londoner Mehrfamilienapartment.
Bereits im Vorfeld bewarben die Verantwortlichen von Infinity Ward die Kampagne damit, dass auch die schrecklichen Seiten des Krieges gezeigt werden. Tatsächlich werden Grenzen überschritten: Es ist das eine, Kinder zu zeigen, die vor Soldaten fliehen - das andere ist, in einem Videospiel von Kindern töten zu lassen. Ähnlich hart geht es zu, wenn Farah mehrfach gefoltert wird (Waterboarding) - was aber im Kontext durchaus akzeptabel ist. Immerhin hat man die Wahl, diese Szene zu überspringen. Ganzheitlich betrachtet unterhält die Kampagne auf hohem Niveau, ohne aber zu brillieren. Es dauert sogar ein paar Stunden, bis die Handlung richtig an Fahrt aufnimmt.
Auf Zombies muss man in diesem Jahr verzichten, dafür gibt es jedoch den kooperativ spielbaren Special-Operation-Modus. Hier wird die Geschichte aus der Kampagne in Form von vier Einsätzen weitergeführt. Allerdings erlebt man darin nicht klassische Aufträge, wie man sie aus der Kampagne kennt. Vielmehr findet man sich in offenen und großräumigen Arealen wieder, in denen man nacheinander eine Reihe von Missionen abschließt. So anstrengend diese Koop-Missionen auch sind und unterschiedliche Strategien beim Vorgehen ermöglichen: ein einstellbarer Schwierigkeitsgrad wäre nett gewesen. Ebenfalls schade: aufgrund der Partnerschaft mit Sony gibt es den klassischen Survival-Modus ein Jahr lang nur auf der PlayStation 4.

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