Alle Ergebnisse
Fakten
Plattformen
PlayStation 5
PC
Publisher
Larian Studios
Entwickler
Larian Studios
Release
03.08 2023
Genre
Rollenspiel
Typ
Vollversion
Pegi
18
Webseite
Preis
59,90 Euro
Media (17)
Galerie
Wehrlos wie wir sind, können wir nur zuschauen, wie das Tentakelgesicht erst den anderen Gefangenen im Raum (unsere späteren Weggefährten) und dann schließlich uns ein Kaulquappen-artiges, glitschiges Wesen ins Auge einsetzt, von wo aus es sich tiefer in unseren Kopf bohrt. Natürlich ist das aber nicht gleich das Ende unserer Reise. Es wäre ein verdammt kurzes Spiel, wenn es hier bereits enden würde. Stattdessen befreien wir uns. Das fliegende Schiff der Gedankenschinder wird nämlich kurz nach dem Einpflanzen des glitschigen Wurms angegriffen. In dem Tumult können wir nicht nur uns, sondern auch die anderen befreien und schließlich vom Schiff entkommen. Trotzdem tickt unsere Uhr denn, wenn wir den kleinen Glitsch-Wurm nicht bald aus unserem Kopf entfernen können, verwandeln auch wir uns bald schon in einen der Gedankenschinder. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, um Heilung zu finden. Mehr verrate ich hier nicht über den Plot – es soll ja spannend bleiben!
In klassischer RPG-Manier wählen wir zu Beginn unsere Rasse und unsere Klasse, die uns jeweils einen Satz an Fertigkeiten und ersten Boni mit auf den Weg geben. Von da an sind wir dann die Herren unseres eigenen Schicksals – wir reisen durch Faerun, lösen Quests, bekämpfen (hoffentlich erfolgreich) NPCs und stellen mal mehr, mal weniger Unfug an. Für das meiste davon bekommen wir dann Erfahrungspunkte, die uns einem Levelup näherbringen. Erreichen wir eines, bekommen wir neue Fähigkeiten, gelegentlich bessere Stats und sind dann hoffentlich noch ein bisschen besser darauf vorbereitet, unsere Abenteuer zu meistern. Auch wenn wir viele Probleme in der Spielwelt durch geschicktes Überzeugen und ein paar gute Würfelwürfe lösen können, sollten wir dennoch immer auf einen Kampf gefasst sein. Wie gesagt verlassen wir uns auch dabei auf unsere Würfel, um uns aber die passenden Werkzeuge zu geben, sammeln wir im Laufe unserer Abenteuer ein buntes Sammelsurium an Rüstungen und Waffen, mit denen wir uns für die Schlacht rüsten. Je besser die Rüstung, desto schwieriger wiederum ist es für die Bad Guys, uns zu treffen. Natürlich gibt es auch hierbei Ausnahmen. Die Mönch-Klasse beispielsweise meidet schwere Rüstungen und setzt eher auf das Ausweichen, auch Barbaren halten nichts von dicken Plattenpanzern.
Kämpfe laufen derweil rundenbasiert ab. Am Anfang jedes Kampfes wird die Initiative gewürfelt und von da an abwechselnd der Zug durchgeführt. Bewegen, kämpfen, zaubern, Gegenstände benutzen, Fähigkeiten einsetzen... All diese Dinge warten darauf, von euch bestmöglichst in eurem Zug untergebracht zu werden. Weil jede Reise besser wird, wenn man sie gemeinsam unternimmt, müssen wir uns auch nicht alleine um den Käfer in unserem Kopf kümmern. Wahlweise mit Freunden im Multiplayer (wie eine echte D&D-Gruppe!) oder eben mit den vom Spiel spendierten Gefährten ziehen wir auf unser Abenteuer los. Die Charaktere, die Larian Studios kreiert hat, haben bunte Hintergrundgeschichten, die im Laufe des Spiels ihre ganz eigenen Quests und Aufgaben mit sich bringen. Ihr werdet also nicht einfach nur von gesichtslosen Waffenplattformen begleitet, sondern von Gefährten mit ihren eigenen Zielen, Meinungen und Motivationen, ganz so, wie man es zum Beispiel aus Divinity: Original Sin 2 kennt.
Apropos Divinity: Von ihrem Hitspiel haben Larian Studios auch wieder die Möglichkeit mitgebracht, Gegenstände in der Spielwelt zu manipulieren. Platziert Kisten um, um dadurch neue Wege zu erschließen. Habt eine Leiche im Gepäck, falls einer eurer Magiewirker einen der Untoten als Treibstoff für seine Zauber braucht. Werdet kreativ und vielleicht auch ein wenig verrückt. Die Entwickler hätten diese Optionen bestimmt nicht eingebaut, wenn sie nicht gewollt hätten, dass man das Spiel damit ein wenig kaputt macht.
Als wir Baldurs Gate im Early Access getestet haben, hatte es noch mit zahlreichen Bugs zu kämpfen. Türen, die nicht richtig angezeigt wurden. Texturen, die komplett ausrasteten. Eine Kamera, die in Gesprächen und Cutscenes irgendwas, aber ganz bestimmt nicht uns gezeigt hat. Jetzt, nach dem Release, können wir sagen, dass sie das ganz gut unter Kontrolle gebracht haben. Zwar macht die Kamera gelegentlich noch Unfug, aber weit weniger als im Early Access und auch die anderen Bugs sind uns derweil nicht mehr untergekommen – endlich kann man wieder sicher durch Türen gehen!
Die Kämpfe sind oft recht herausfordernd und erfordern den smarten Einsatz unserer Skills, aber für alle, die lieber eine gute Story erleben als Kämpfe wieder und wieder zu versuchen kommt Baldurs Gate 3 mit drei Schwierigkeitsgraden daher: Einem normalen, einen mit Story-Fokus und einen, der eure Kämpfe noch schwieriger macht. Manche Leute lieben eben die Herausforderung.
Eine deutsche Synchronisation gibt es übrigens nicht. In Baldurs Gate 3 ist praktisch jeder NPC vertont, mit ausgezeichneten englischen Sprechern. Selbst all die Tiere, mit denen wir durch Skills und Zauber reden können, haben Sprecher! Wer seine Spiele aber lieber auf Deutsch hat, kann sich 'nur' über den deutschen Text und Untertitel freuen.
Und wie gesagt, es wird für Spieler, die keine Pen&Paper-Erfahrung haben, einige Zeit brauchen, um reinzukommen. Es gibt Tutorials, aber es kommt trotzdem viel Ausprobieren auf euch zu. Damit ihr besser versteht, wie Mechaniken funktionieren, könnt ihr jederzeit im Spiel auf hervorgehobene Worte in Erklärungstexten klicken und bekommt sofort ein weiteres Fenster geöffnet, das euch den Begriff erklärt. Viel Material zum Einlesen, wirklich.
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