Das erste Kapitel

Okay, holt eure Würfelbecher raus, habt eure Charakterbögen parat und nehmt euch heute nichts vor... wir spielen Pen & Paper! Genauer gesagt: Dungeons and Dragons. Denn Entwickler Larian Studios sind mit einem neuen Abenteuer am Start. Einem Abenteuer, dessen Namen die meisten von uns lange nicht gehört haben... Baldurs Gate 3! Allerdings mit einem Haken, einem großen Haken: Unser Ausflug nach Faerûn ist ein Early Access-Titel.
Tausend Gefahren, eine Heldengruppe
Das Leben in der Welt von Dungeons and Dragons hatten viele Schattenseiten. Neun Höllen voll mit düsteren Dämonen und Teufeln, andere Realitätsebenen mit Wesen, deren Pläne wir gar nicht nachvollziehen können und als würde das alles nicht reichen, gibt es unter der Erdoberfläche noch ein ganzes düsteres Unterreich. Auch Baldurs Gate 3 beginnt mit einer eher verhängnisvollen Prämisse für unseren Charakter: Als wir nach der Char-Erstellung erwachen, finden wir uns an Bord eines fliegenden Schiffes wieder. Die Besatzung? Gedankenschinder, jene tentakelmäuligen Unholde, für die das Unterreich (neben Drow) berühmt ist. Kaum bei Sinnen, überschlagen sich die Ereignisse dann auch schon! Die grauhäutige Eminenz pflanzt ein Kaulquappen-artiges Wesen in unser Auge, Gythianki-Krieger auf roten Drachen greifen an und plötzlich sind wir an einem Ort, den man eigentlich meiden sollte... Keine Spoiler an dieser Stelle, keine Sorge. Rocky Road to Early Access
Die Entscheidung, Baldurs Gate 3 im Early Access starten zu lassen, hat gemischte Gefühle bei vielen Fans geweckt. Die einen freuen sich, dass sie überhaupt schon starten können, die anderen wollen kein unfertiges Spiel anfangen und dann monate- oder jahrelang auf die Vollendung warten. Und genau da stehen wir gerade: Denn Baldurs Gate 3 hat momentan nicht nur begrenzten Inhalt, sondern hat auch sein eigenes, vollgepacktes Inventar an Bugs. Zum Beispiel Türen, die entweder nicht aufgehen, oder gar nicht erst existieren. Oder Figuren, die nach ihrem Tod zu einer bildschirm-füllenden Leinwand aus großgezogenen Texturen mutieren. Effekte, die nicht richtig abgehandelt werden, schlechte Wegfindung und Gegner, die ab und an einfach nur auf der Stelle stehen, statt anzugreifen. Aber wisst ihr, was das Anstrengendste ist? Eine Kamera, deren liebstes Hobby es ist, durch die Gegend zu glitchen, nach Belieben rein- und rauszuzoomen und in Cutscenes oft nicht das zeigt, was eigentlich vor sich geht (dafür aber eine Großaufnahme unseres Arms... Hurray!) Aber Larian Studios wären nicht Larian Studios, wenn Baldurs Gate 3 nicht auch eine Menge vielversprechendes hätte! Die Story (die, die man bisher spielen kann) ist großartig geschrieben (deutscher Text, englische Synchro) und wie schon bei Divinity: Original Sin 2 fühlt sich auch die Spielwelt lebendig an. Tausende kleine Details warten darauf, entdeckt zu werden, NPCs wollen ihre Geschichte teilen und dass ein oder andere Mal leisten wir Schwer(s)tarbeit – natürlich ganz in P&P-Manier, mit einer Menge Gewürfel.
Auf dem Weg nach Baldurs Gate warten jetzt schon zahlreiche Spielstunden, die vor allem durch unterschiedliche Klassen, Entscheidungen und Dialogoptionen auch einen Wiederspielwert haben. Nur den Multiplayer konnten wir, da wir nur einen Key erhalten haben, nicht ausprobieren.

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