Nach fünf Jahren Entwicklungszeit ist es endlich soweit: Das Alan-Wake Projekt ist abgeschlossen. Mehr zum lange erwarteten Grusel-Thriller in unserem Review!
Licht und Schatten Alan Wake, der berühmte Schriftsteller, fährt des Nachts über eine schlecht beleuchtete Küstenstraße. Plötzlich steht ein Mann mitten auf der Fahrbahn. Doch Alan reagiert zu langsam und rammt den Fremden mit der Motorhaube. Nachdem das
Fahrzeug endlich zum Stillstand kommt, eilt unsere Hauptfigur sofort zum Unfallopfer. Doch der Mann ist bereits tot. Alan ist entsetzt, was nun? In der Ferne kann er bereits den Leuchtturm und dessen Lichtkegel ausmachen, sein eigentliches Ziel. Aber als er seinen Blick wieder senkt, hastet er entsetzt zurück. Der tote Mann ist plötzlich verschwunden. Sein Fahrzeug ist unbrauchbar, also macht er sich zu Fuß auf den Weg um den Leuchtturm zu erreichen. Ab diesem Zeitpunkt sind wir am Zug und steuern mit Blick über die Schulter den tapferen Schreiberling durch die Dunkelheit. Doch bereits nach ein paar Biegungen stehen wir dem toten Mann erneut gegenüber, nur dass er diesmal eine schwere Axt in Händen hält und uns nicht freundlich gesinnt ist. Im Schnelllauf erlernen wir den Umgang mit der Taschenlampe und einer Schusswaffe. Ersteres ist für den weiteren Verlauf des Games zwingend notwendig, da die geisterhaften Gestalten nur mit Licht geschwächt und angreifbar gemacht werden können. Nach den ersten, teilweise schockierenden Momenten haben wir den Leuchtturm erreicht. Aus der Eingangstüre strömt uns schützendes Licht entgegen, und als wir den ersten Fuß hinein setzen, werden wir von unserer Lebensgefährtin aus dem Schlaf gerissen. Es war nur ein Alptraum, der sich schneller als uns lieb ist, in Kürze wiederholt. Eigentlich hat Alan einen Urlaub geplant, um sich mit neuen Ideen für sein nächstes Buch zu wappnen, und deshalb ein entlegenes, verschlafenes Dorf als Ziel gewählt, wo ihn niemand kennt. Doch seine Frau hatte anderes im Sinn. Nachdem die Fähre angelegt hat, will der Schriftseller den Schlüssel für das Haus am entlegenen See abholen. Sein Kontaktmann und Vermieter ist jedoch nicht anwesend, daher empfängt er den Schlüssel von einer alten unheimlichen Frau.
Düsteres Geheimnis Endlich erreichen die Beiden das stimmungsvolle alte Haus am See, welches nur über einen wackeligen Steg zu erreichen ist. Strom wird über einen Generator geliefert, den wir erst anwerfen müssen. Alans Frau hasst die Dunkelheit, und betritt das Haus erst, als das Licht eingeschaltet ist. Der Schriftsteller sieht sich ein bisschen um, als ihn seine Frau zu sich ruft und ihm eine Überraschung machen möchte. Sie hat seine Schreibmaschine mitgenommen und wollte dass er hier seine, mittlerweile
zweijährige, Schreibpause beendet. Doch Alan wird sauer, da er nicht ans Schreiben gedacht hatte. Alles was er wollte war, auszuspannen und dem Druck seines Verlegers zu entgehen. Verärgert verlässt er das Haus und betritt den Steg zum Festland, als plötzlich das Licht im Haus ausgeht und seine Frau panisch vor Angst zu schreien beginnt. Schnell läuft er zurück. Die Schreie seiner Frau werden hysterischer, das war nicht nur die Angst vor der Dunkelheit, sie war in Gefahr und nicht mehr alleine. Alan kommt zu spät, das Geländer des oberen Stockwerkes war weggebrochen und seine Frau versinkt im See. Ohne viel nachzudenken springt unser Held hinterher, nur um sich gleich darauf im nächsten Alptraum wiederzufinden.
Mehr von der Geschichte wollen wir euch aber nicht verraten, nur eines noch: Man wandelt von Traum zu Traum bis man nicht mehr unterscheiden kann, was nun real ist und was nicht. Noch dazu kommen zeitliche Rückblenden die der Verwirrung noch ordentlich Nahrung bieten.
Die Dunkelheit
Wenn die Dunkelheit kommt Das Level-Design ist schlauchartig ausgefallen, wirkt aber aufgrund der Optik wie eine offene Welt. Ein Art Kompass dirigiert uns zum Ziel, doch erscheinen im Lichtkegel der Taschenlampe gelegentlich gelbe Pfeile, die uns in eine ganz andere
Richtung führen. Verfolgt man diese Hinweise, so stößt man an deren Ende meistens auf eine Kiste, die für uns Ersatzbatterien, Munition oder neue Waffen bereit hält. Um die geisterhaften Gegner zu eliminieren ist Licht für uns unverzichtbar. Daher sollte immer ein Vorrat an Batterien im Inventar verfügbar sein. Waffen wie einen Colt, eine Signalpistole oder eine Schrotflinte passen ebenfalls hinein. Findet man einen Waffentyp noch einmal, so kann man daraus automatisch die Munition entnehmen. Lichtkegel von Laternen schwächen unsere Feinde und heilen uns. Doch Schutz bieten sie keinen. Auch per Auto kann man sich fortbewegen, wobei die Begrenzungen der Straße recht billig wirken und auch keinerlei Herausforderung darstellen. Die Lichtkegel der Scheinwerfer haben denselben Effekt auf die Geister wie die Taschenlampe und die Laternen. Also einfach die Burschen mit dem Fernlicht erfassen und dann mit dem Kühlergrill aufgabeln.
Die Story hinterlässt stellenweise eine sehr verwirrenden Eindruck, da man von einem Alptraum in den nächsten stolpert, und das auch noch zeitversetzt. Sehr klar
wird das Bild jedoch, mit den gefundenen Buchseiten, die man unterwegs einsammeln kann und die auch noch diverse Boni freischalten. Alan sieht sich in seinen Träumen in seiner eigenen Geschichte, die er noch gar nicht geschrieben hat. So versucht er auch seine Frau zu retten, indem er bzw. der Spieler, die gefundenen Seiten aufmerksam durchliest und auf die bevorstehenden Gefahren oder Situationen vorbereitet ist. Trotzdem kommt man um die teilweise sehr fordernden Konfrontationen nicht herum. Der Aufbau des Games streckt sich über mehrere Kapitel, wie auch ein Buch verfasst wird, doch leider auch verwirrend, in unterschiedlichen Zeiten.
Rätsel Gibt man mal den Löffel ab, so startet man beim letzten Auto-Savepoint, der jedoch nur temporär funktioniert. Unverständlicherweise war das Speichern ohne bei
Microsoft eingeloggt zu sein nicht möglich. Die Atmosphäre wird durch die düstere Darstellung und die passende Musik nach oben geschraubt. Die geisterhaften Gegner und die teilweise hin- und herreißende Geschichte tun ihr Übriges, um den Spieler die Spannung aufzuzwingen. Etwas Abwechslung bringen verstreute Schalterrätsel, die jedoch nicht allzu schwer zu lösen sind. Hektisch wird es, wenn man einer größeren Anzahl von Geistern gegenüber steht, die nicht nur munter auf uns los prügeln, sondern auch mit ihren Waffen nach uns werfen, und wir im Gegenzug aber mit dem Starten eines Stromgenerators beschäftigt sind, ohne dem wir keinerlei schützendes Licht erzeugen können.
Grafischer Leckerbissen
Düster und beklemmendDer beklemmende Charakter wurde ausgesprochen stimmig in Szene gesetzt. Nebelschwaden, einsame Laternen und Schattenspiele vom Feinsten. Einfach herrlich
gruselig. Die häufigen Zwischensequenzen erzählen eine spannende Story, die ebenfalls ausgesprochen spannend wie gruselig wirkt. Gelegentliche Grafikfehler sind zu vernachlässigen. Schade dass die Bewegungen der Protagonisten nur in den Zwischensequenzen real wirken. Die schaurigen Effekte und Script-Events können sich sehen lassen. Sie heben die Atmosphäre gewaltig.
Stimmungsvolle Musik Die filmreife Musik passt perfekt zum Spiel, ändert sich je nach Situation fließend und hebt die schaurige Atmosphäre. Bei der deutschen Sprachausgabe wurde gelegentlich gepatzt. Manchmal wirkt das Gesprochene viel zu monoton.
Einfache SteuerungDie Steuerung per Gamepad ist einfach. Bewegung mit dem linken Stick und zielen mit dem rechten. Geschossen wird mit der rechten Schultertaste und beschleunigt mit der linken. Der Rest ist ebenso leichte Kost.
Fazit und Wertung
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Hannes meint: Spannung und Gänsehaut vom Feinsten, jedoch mit einigen Schwachstellen!
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Alan Wake erinnert auf den ersten Blick etwas an Alone in the Dark. Doch die Thematik ist eine gänzlich andere. Weniger unterschiedliche Monster, aber dafür mehr Spannung und Gänsehaut. Eine stimmungsvolle Optik, die von einer ebenso guten und passenden Musik unterstützt wird, entführt den Spieler in die Alpträume des Schriftstellers. Das diese etwas zeitversetzt ablaufen verwirrt zwar etwas, hebt aber dafür Atmosphäre und lenkt vom schlauchartigen Level-Design ab.
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