Wie sieht den das aus?
Kleiner Krampf mit der Steuerung
In den zahlreichen Kampfsequenzen funktioniert die eingängige Steuerung einwandfrei, lediglich bei den Hüpfpassagen kommt es zu nervigen „Aussetzern“. Aufgrund der fixen Kameraperspektive kann man die Abstände zwischen den schwebenden Plattformen nur schwer einschätzen. Das Resultat: unnötige Trial-&Error-Momente. Anders ist das in den zweidimensionalen Abschnitten. Mitunter wechselt die Perspektive nämlich in die Seitenansicht und Enoch rennt und springt durch klassische Jump’n Run-Levels. Diese Sequenzen versprühen reichlich Retro-Charme, fügen sich aber gleichzeitig gut in den Stil des Spiels ein ohne aufgesetzt zu wirken.
Ohne Interface
Passend zur Optik verzichtet das Spiel auf ein Interface. Einen Energiebalken gibt es also nicht. Stattdessen verliert Enoch nach und nach seine Rüstung, bis er schließlich halb nackt da steht - das erinnert ein wenig an den Klassiker „Ghosts ’n Goblins“. Den Gesundheitszustand der Gegner lest ihr ebenfalls an deren Bekleidung ab. Geht Enoch mal zu Boden, ist das Spiel deswegen noch lange nicht vorbei. Während sich seine Augen und damit der Bildschirm langsam schließen, hämmert ihr wild auf eine Tastenkombination. Enoch wird dadurch auferweckt und steht wieder in voller Montur bereit. Seid ihr nicht schnell genug, ist das auch nicht schlimm, denn die Checkpoints sind großzügig verteilt.
Geschmackssache
Der Titel führt den Spieler in eine unglaubwürdige Welt. Der Mix aus Farben, Effekten und Spiegelungen lässt sich nur schwer in Worte fassen. Eben noch rast ihr auf einer riesigen Steinhand vom Himmel zur Erde, dann durchquert ihr eine schwarzweiße Ebene, hüpft durch eine blaue Felslandschaft über einem bodenlosen Abgrund, lauft durch einen feurigen Tunnel und erklimmt eine schemenhafte Treppe ins Nirgendwo, nur um dahinter noch mehr, noch merkwürdigere Bereiche zu entdecken. Dabei
lauscht ihr den Monologen der Erzengel, die in ausgezeichneter englischer Sprachausgabe Hintergrundinformationen zur Geschichte erzählen. Die Grafik wird mit ziemlicher Sicherheit für viel Gesprächsstoff sorgen. Selbst innerhalb der Redaktion gab es unterschiedliche Meinungen. Sätze wie „Was zur Hölle ist das den für ein Trip?“ oder „Genial. Ich liebe den Stil“ waren keine Seltenheit.
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