Es will nicht enden

Vor sieben Jahren musste man das erste Mal als Scharfschütze den Kampf gegen eine riesige Nazi-Zombie-Armee aufnehmen. Im vierten Teil der Zombie-Army-Reihe terrorisiert Hitlers‘ Armee der Finsternis weiterhin ganz Europa. Entwicklerteam Rebellion verspricht eine launige, B-trashige Action mit viel Blut. Wir haben das -natürlich- überprüft!
Er ist wieder da - oder doch nicht?
Die B-Movie-Story lässt sich in ein paar kurzen Sätzen zusammenfassen: In Zombie Army 3 hat man Hitler besiegt und in die Hölle verbannt. Damit sollte eigentlich der Krieg gegen die Untoten gewonnen sein? Pustekuchen! Nach wie vor schlürft eine gigantische Zombiearmee durch das zerstörte Europa und zu allem Überfluss tauchen überall dämonische Türme auf. Erneut müssen es ein paar Widerstandskämpfer richten. Auch beim Gameplay gibt es keine großen Überraschungen oder gar Innovationen: In den meisten Missionen muss man einfach von A nach B kommen und unterwegs haufenweise Zombies abknallen. Gelegentliche Mini-Aufgaben lockern das Geschehen zum nächsten Safe House etwas auf. Generell ist Zombie Army 4: Dead War nur bedingt geeignet für Solisten - erst im Koop entfaltet der Titel sein volles Spaß-Potenzial. Vor allem die Punktejagd motiviert immer wieder aufs Neue. Für jeden abgeknallten Zombie gibt es Punkte. Ballert man mehrere Feinde hintereinander ab, steigert das nicht nur den Multiplikator, sondern auch den „Action-Rausch“. Nicht zuletzt aufgrund der Highscore-Implementierung, fühlt sich Zombie Army 4: Dead War stark nach arcadiger Shooter-Action an. Allerdings fußt das Gameplay-Gerüst auf Elementen der Sniper-Elite-Reihe, die stark auf Realismus setzt und diesen in kleinen Dosen auch Zombie Army injiziert. So ist man etwa sogar in der Lage, bei den Zielfernrohren der Präzisionsgewehre das Überhalten bei großen Entfernungen manuell einzustellen.
Schwerer und leichter dank Upgrades
Im späteren Verlauf der Kampagne nimmt der Schwierigkeitsgrad von Zombie Army 4: Dead War deutlich zu. Man wird nicht mehr einfach nur mit simplen Nazizombies konfrontiert, sondern auch mit dick gepanzerten Schergen, hinterlistigen Scharfschützen oder auch Zombies, die tödliche Kettensägen oder Flammenwerfer einsetzen. Spätestens jetzt sollte man die verschiedenen Perks und Upgrades-Kits aktivieren. Die Auswahl an Schießprügeln ist überschaubar, doch dafür hat jede Wumme eine „Spezialfertigkeit“ am Start: Die Trench-Gun-Schrotflinte verursacht beispielsweise Elektroschaden, während die M1 Garand zusätzlich Feuerprojektile verschießt. Am interessantesten ist jedoch die M1911 Pistole in Verbindung mit geheiligter Munition: Damit lassen sich Teamkollegen wieder aufpäppeln, was in hitzigen Momenten Leben retten kann. Positiv erwähnenswert: Die Menge an Zombies und der Anspruch skalieren mit der Anzahl an Spielern.
Flüssige Technik
Man merkt der hauseigenen Engine sichtlich an, dass sie in die Jahre gekommen ist. Die Laufanimationen sind wie in den Vorgängern „seltsam“, die Qualität der Texturen sinkt stellenweise auf PlayStation 2 Niveau und zu allem Überfluss wird man als Spieler mit arg hässlichen Feuereffekten „bestraft“. Kurz gesagt: Zombie Army 4: Dead War ist kein hübscher Titel. Immerhin: Selbst auf einem älteren PC läuft das Spiel bei maximalen Grafikeinstellungen butterweich. Unverschämt!
Kommen wir zum wohl größten Kritikpunkt: den Preis! Obwohl der vierte Zombie Army Ableger zum Vollpreis verkauft wird, fühlt sich der Titel regelrecht beschnitten an. Es gibt lediglich drei Gewehre zur Auswahl - das vierte Modell kostet 2,50 Euro Aufpreis. Ein LMG als Sekundärwaffe? Kostet ebenfalls extra. Auch neue Figuren und Waffenskins kosten zusätzlich Kohle. Und so schön es auch ist, dass bereits vor dem Release drei neue Kampagnenlevel angekündigt wurden, gibt es diese nur über den Season Pass, der natürlich auch nicht geschenkt ist. So nicht!
Zombie Army 4: Dead War für PC, Xbox One und PlayStation 4 ist ab sofort für 39,90 Euro im Handel erhältlich.

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