Yoshi and the Mysterious Book - Test/Review
Manchmal braucht es gar keine epischen Schlachten, düsteren Welten oder gigantischen Open Worlds, um ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Von Christoph Miklos am 02.06.2026 - 03:00 Uhr

Fakten

Plattform

Nintendo Switch 2

Publisher

Nintendo

Entwickler

Nintendo

Release

21.05 2026

Genre

Platformer

Typ

Vollversion

Pegi

3

Webseite

Preis

69,99 Euro

Media (23)

So muss cozy


Manchmal braucht es gar keine epischen Schlachten, düsteren Welten oder gigantischen Open Worlds, um ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Manchmal reicht schon ein kleiner grüner Dino mit flatternden Schritten, bunten Kulissen und jeder Menge Charme. Genau das möchte Yoshi and the Mysterious Book sein: ein liebevoll gestaltetes Abenteuer voller Fantasie, Geheimnisse und dieser ganz besonderen Nintendo-Magie, die man schon nach wenigen Minuten spürt.
Gemeinsam mit Yoshi reisen wir diesmal durch die Seiten eines geheimnisvollen Buches, das nicht nur vor kreativen Ideen überquillt, sondern auch mit charmanten Rätseln, niedlichen Figuren und abwechslungsreichen Levels begeistert. Ob das Abenteuer nur optisch verzaubert oder auch spielerisch überzeugen kann, klären wir in unserem Test.

Zwischen den Seiten


Wie bei vielen klassischen Jump-’n’-Runs steht auch in Yoshi and the Mysterious Book nicht die große Story im Mittelpunkt, dennoch sorgt Nintendo mit einer charmant inszenierten Einführung sofort für gute Laune. Auslöser des Abenteuers ist Bowser Jr., der in einem mysteriösen Buch Hinweise auf ein besonderes Wesen entdeckt. Neugierig reist er mit seiner Clownkutsche zur Yoshi-Insel – doch der Ausflug endet im Chaos. Durch ein Missgeschick wird Bowser Jr. direkt in das magische Buch gesogen, das anschließend auf der Insel abstürzt. Die Yoshis stoßen darauf und begegnen dabei Enzo, einer sprechenden Enzyklopädie voller unbekannter Welten und Kreaturen. Allerdings sind viele Seiten unvollständig und voller Rätsel. Natürlich lassen sich die Yoshis das nicht gefallen: Sie betreten die geheimnisvollen Buchseiten, um deren Geheimnisse zu lüften und Bowser Jr. wieder loszuwerden. Damit beginnt eine farbenfrohe Reise durch die unterschiedlichsten Kapitel des magischen Buches.

Vertraute und angenehme Kost


Spielerisch bleibt Yoshi and the Mysterious Book den Wurzeln der Reihe treu und setzt weiterhin auf die bekannten Fähigkeiten des grünen Dinos. Mit dem Flattersprung lassen sich größere Abgründe überwinden, per Stampfattacke werden Hindernisse zerstört und natürlich dürfen auch das Verschlucken von Gegnern sowie der klassische Eierwurf nicht fehlen. Die größte Neuerung liegt jedoch im stärkeren Fokus auf Erkundung und Rätsel. Yoshi kann nun verschiedene Kreaturen und Objekte auf dem Rücken transportieren, die jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf die Umgebung haben. Manche Wesen aktivieren Mechanismen, andere öffnen versteckte Wege oder ermöglichen den Zugang zu neuen Bereichen. Dadurch entsteht deutlich mehr Raum zum Experimentieren. Teilweise müssen sogar mehrere Elemente kombiniert werden, um Rätsel zu lösen. Werden bestimmte Kreaturen mit Gegenständen gefüttert, verändern sich ihre Fähigkeiten und eröffnen neue Möglichkeiten innerhalb der Level. Genau diese Mischung aus klassischem Jump-’n’-Run-Gameplay, Erkundung und kreativem Ausprobieren verleiht dem Abenteuer seinen besonderen Charme.

Die Erkundung macht den Spaß


Beim Aufbau seiner Spielwelt geht der Titel einen erfrischend anderen Weg als klassische Plattformspiele. Anstelle einer typischen Oberwelt dienen die lebendigen Seiten von Enzos magischem Buch als zentrale Hubworld. Dort werden mithilfe einer Lupe neue Kreaturen entdeckt, über die Enzo mehr erfahren möchte. Jede neue Entdeckung schaltet wiederum weitere Level und Kapitel frei. Die einzelnen Gebiete drehen sich dabei jeweils um bestimmte Kreaturen und ihre besonderen Fähigkeiten. Das passt nicht nur hervorragend zum Konzept der lebendigen Enzyklopädie, sondern sorgt auch spielerisch für viel Abwechslung. Statt streng linearer Abschnitte erwarten einen offen gestaltete 2D-Level, die stark zum Erkunden einladen. Häufig gibt es kein festes Ziel, sondern eher größere Geheimnisse oder Entdeckungen, die den Abschluss eines Levels markieren. Wer möchte, kann jedoch jederzeit zurückkehren, weiterforschen oder neue Erkenntnisse direkt in Enzos Buch eintragen lassen. Natürlich fehlen auch die typischen Sammelobjekte nicht. Versteckte Grinseblumen kehren ebenso zurück wie Glyphen, mit denen sich Hinweise auf Geheimnisse freischalten lassen. Zusätzlich belohnt das Spiel neugieriges Verhalten mit Sternen, die wiederum neue Kapitel und Bereiche öffnen. Dadurch entsteht ein motivierender Entdecker-Kreislauf, der perfekt zum gemütlichen Tempo des Abenteuers passt. Eine charmante Idee ist außerdem, dass neu entdeckte Kreaturen individuell benannt werden können. Wer keine eigenen Einfälle hat, kann sich alternativ passende Vorschläge von Enzo geben lassen. Auch der Wiederspielwert fällt erfreulich hoch aus. Beim ersten Besuch lassen sich meist längst nicht alle Geheimnisse eines Gebiets entdecken. Zusätzlich weist Enzo regelmäßig darauf hin, dass sich in bereits bekannten Levels etwas verändert hat. Dadurch entsteht immer wieder ein Anreiz, ältere Abschnitte erneut zu besuchen und weitere versteckte Inhalte aufzuspüren.

Zum Entspannen gemacht


Yoshi and the Mysterious Book richtet sich klar an ein breites und vor allem einsteigerfreundliches Publikum. Besonders deutlich wird das beim Schwierigkeitsgrad: Yoshi besitzt diesmal keine klassische Lebensanzeige und erleidet grundsätzlich keinen Schaden. Selbst Stürze in Abgründe führen lediglich zu einem kurzen Zurücksetzen – ein Game Over existiert nicht. Dadurch fällt das Abenteuer insgesamt deutlich entspannter aus als klassische Plattformspiele. Vor allem erfahrenen Genre-Fans könnte dadurch jedoch etwas Spannung fehlen. Der eigentliche Fokus liegt stattdessen auf Erkundung und Sammelspaß. Wer Enzos Buch vollständig füllen, alle Geheimnisse entdecken und sämtliche Verhaltensweisen der Kreaturen entschlüsseln möchte, muss aufmerksam experimentieren und die Levels gründlich untersuchen. Genau dadurch entwickelt sich das Spiel weniger zu einem klassischen Jump-’n’-Run im Stil von Yoshi’s Island, sondern eher zu einem gemütlichen Abenteuer mit Rätsel- und Entdeckungselementen. Besonders Komplettierer kommen hier auf ihre Kosten. Fans traditioneller Yoshi-Spiele sollten dennoch wissen, dass Nintendo diesmal einen deutlich anderen Ansatz verfolgt. Das gemächliche Spieltempo dürfte nicht jedem gefallen. Hinzu kommt, dass klassische Bosskämpfe nahezu vollständig fehlen. Zwar tauchen Bowser Jr. und Kamek gelegentlich auf, große spielerische Höhepunkte bleiben jedoch selten. Gleichzeitig passt dieser entschleunigte Ansatz aber gut zum ruhigen Erkundungsfokus des Spiels.

Ein toller Artstyle


Optisch setzt das Spiel erneut auf einen unglaublich charmanten Artstyle, der sofort an ein interaktives Kinderbuch erinnert. Die farbenfrohen Umgebungen, liebevoll animierten Figuren und zahlreichen kleinen Details verleihen dem Abenteuer eine warme und gemütliche Atmosphäre. Besonders die lebendigen Buchseiten und kreativen Kreaturen sorgen dafür, dass nahezu jedes Gebiet seinen eigenen visuellen Charakter besitzt. Auch technisch hinterlässt das Spiel einen sehr sauberen Eindruck. Die Animationen wirken flüssig, die Umgebungen sind detailreich gestaltet und die vielen kleinen Effekte unterstreichen den märchenhaften Stil perfekt. Akustisch passt ebenfalls alles hervorragend zusammen. Die ruhige, verspielte Hintergrundmusik unterstützt das entspannte Spieltempo ideal und bleibt angenehm im Ohr, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Dazu kommen die typischen niedlichen Yoshi-Sounds und zahlreiche charmante Audioeffekte, die das Abenteuer zusätzlich auflockern.

Fazit & Wertung

Christoph meint: Als cozy Plattform-Abenteuer funktioniert Yoshi and the Mysterious Book hervorragend und zeigt eindrucksvoll, wie charmant und kreativ Nintendo auch abseits klassischer Genre-Konventionen sein kann!

Mit Yoshi and the Mysterious Book liefert Nintendo kein klassisches Jump-’n’-Run im Stil von Yoshi’s Island ab, sondern ein entschleunigtes Wohlfühl-Abenteuer, das ganz bewusst auf Erkundung, Kreativität und Gemütlichkeit setzt. Gerade dieser andere Ansatz macht den Titel so besonders. Die offenen Levels, das clevere Zusammenspiel der verschiedenen Kreaturen und der motivierende Entdeckerdrang sorgen dafür, dass man immer wieder neugierig neue Geheimnisse aufspüren möchte.

Dazu kommen der wunderschöne Artstyle, die liebevollen Animationen und der angenehm entspannte Soundtrack, die gemeinsam eine unglaublich charmante Atmosphäre erzeugen. Besonders Spieler, die gemütliche Spiele mit Sammel- und Rätsel-Elementen mögen, dürften hier viele Stunden lang Freude haben.

Allerdings sollte man wissen, worauf man sich einlässt. Der extrem niedrige Schwierigkeitsgrad, das fehlende Schadenssystem und die kaum vorhandenen Bosskämpfe nehmen dem Abenteuer stellenweise etwas Spannung. Wer ein klassisches, herausforderndes Yoshi-Abenteuer erwartet, könnte deshalb zunächst enttäuscht sein.

88%
Grafik
95
Sound
88
Bedienung
90
Spielspaß
85
Atmosphäre
90
Preis/Umfang
80
Richtig gut
  • wunderschöner und unglaublich charmanter Artstyle
  • viele liebevolle Details und niedliche Kreaturen
  • stimmige Musik und charmante Soundeffekte
  • entspannendes Cozy-Gameplay mit angenehmer Atmosphäre
  • kreative Erkundungs- und Rätselmechaniken
  • offene Levels mit hohem Entdeckerfaktor
  • motivierender Sammel- und Wiederspielwert
  • gelungene Mischung aus klassischem Yoshi-Gameplay und neuen Ideen
  • sehr einsteigerfreundlich
Verbesserungswürdig
  • sehr niedriger Schwierigkeitsgrad
  • kein Schadenssystem oder Game Over
  • kaum klassische Bosskämpfe vorhanden
  • erfahrenen Plattform-Fans fehlt stellenweise die Spannung
  • gemächliches Spieltempo nicht für jeden geeignet
  • nicht jede Entdeckung fühlt sich gleichermaßen belohnend an
Anforderungen
• Nintendo Switch 2 Konsole
Getestet für
Nintendo Switch 2
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

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