The Crew: Motorfest - Test/Review (+Video)
Vor neun Jahren hat der französische Publisher Ubisoft mit „The Crew“ einen weiteren Arcade-Racer ins Rennen geschickt. Mit „Motorfest“ steht nun der dritte Ableger in den Startlöchern für PC und Konsolen.
Von Christoph Miklos am 21.09.2023 - 15:17 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

PlayStation 4 Pro

Xbox One X

PlayStation 4

Xbox One

PC

Publisher

Ubisoft

Entwickler

Ivory Tower

Release

17.09 2023

Genre

Rennspiel

Typ

Vollversion

Pegi

12

Webseite

Preis

ab 69,90 Euro

Media (16)

Konkurrenz für Forza Horizon


Vor neun Jahren hat der französische Publisher Ubisoft mit „The Crew“ einen weiteren Arcade-Racer ins Rennen geschickt. Mit „Motorfest“ steht nun der dritte Ableger in den Startlöchern für PC und Konsolen. Eines der großen Highlight-Features in den ersten beiden Teilen war die Möglichkeit, die USA in einer komprimierten Fassung komplett zu bereisen. Dieses Element haben die Entwickler nun gestrichen und schicken die Spieler stattdessen auf die drittgrößte Insel von Hawaii - O'ahu. Ob diese Änderung clever war?

Das nächste Festival


Man merkt schon in den ersten paar Minuten, dass der dritte Teil von The Crew mit der beliebten Racingreihe von Playground Games konkurriert. Wie in Forza Horizon findet auch in Motorfest das gleichnamige Motorsportfestival statt. Die ganze Insel ist im Aufruhr und überall steigen unterschiedlichste Rennevents. Das ist nicht besonders innovativ und wird auch nicht merklich anders präsentiert als bei der Konkurrenz, funktioniert aber eben auch einfach gut. Doch keine Sorge: der Ubisoft-Titel verzichtet auf eine unnötige Story mit nervigen Charakteren. Man erstellt lediglich einen namenlosen Avatar und ansonsten gibt es -fast- nur die KI aus dem Navigationssystem, welche öfter mal Kontakt mit einem aufnimmt. In Motorfest geht es nicht ums Gewinnen oder Verlieren, sondern darum, einfach Spaß mit seinem lizensierten Fahrzeug zu haben. Den in der Einleitung erwähnten Locationwechsel nehmen wir den Entwicklern nur minimal übel. Die Insel O'ahu sieht nämlich fantastisch aus. Von weißen Stränden über Straßenschluchten und dichten Urwäldern bis hin zu staubigen Vulkanen ist hier optisch einiges geboten. Motorfest versprüht dauerhaft eine entspannte Urlaubsatmosphäre und präsentiert hinter jeder zweiten Kurve schicke Panoramen für den Fotomodus.

Unser Testvideo zu The Crew: Motorfest




Playlists


Dreh- und Angelpunkt in The Crew: Motorfest sind die sogenannten Playlists. Dabei handelt es sich um kleine Aufgabenreihen, die voneinander unabhängig sind und als Hauptbeschäftigung dienen. Das coole: Viele Playlists stecken voller Überraschungen und bieten sowohl optisch als auch musikalisch viel Abwechslung. In „Made in Japan“ driftet man mit Hip-Hop-Songs durch die neonbeleuchteten Straßen von Honululu. Bei „Vintage Garage“ gibt es keine Lachgaseinspritzung (Nitro) und GPS-Navigation, dafür aber jede Menge Klassiker wie zum Beispiel den Ferrari F40. Natürlich gibt es auch eine Offroad Playlist, in der man querfeldein über die Insel brettert. In „Motorsport“ stehen High-PS-Vehikel im Vordergrund und der Reifenabrieb, der einen zur Boxengasse zwingt. Für den Abschluss der Playlists gibt es dann Credits und ein schickes neues Fahrzeug. Um neue Playlists freizuschalten, muss man vorher ein bestimmtes Auto oder Motorrad besitzen. Man kann also nicht von Anfang an alle Playlists spielen, muss sich aber trotzdem nicht an eine feste Reihenfolge halten.

Präziser


Ein großes Problem in den beiden Vorgängern war definitiv die leicht schwammige Steuerung der zahlreichen Vehikel. Dieses Problem sind die Entwickler angegangen, mit dem Resultat, dass nun alles etwas präziser vonstattengeht. Nach etwas Eingewöhnung macht das Fahren auf jeden Fall Spaß. Die verschiedenen Fahrzeugkategorien steuern sich dabei durchaus unterschiedlich. Ein wirklich einzigartiges Fahrgefühl sollte man aber bei den über 600 fahrbaren Modellen nicht erwarten. Wie gewohnt kann man seine Boliden mit gewonnen Tuningteilen verbessern. Das System ist dabei nicht besonders komplex und es reicht, einfach immer das Teil mit den besten Werten zu wählen. Optische Anpassungen sind natürlich ebenfalls möglich. Flugzeuge und Boote sind wie im Vorgänger übrigens auch wieder mit dabei, spielen aber kaum eine Rolle und wirken ein wenig unnötig. Für längere Strecken kurz in den Flieger zu wechseln, macht aber trotzdem Spaß. Die Schwierigkeit der KI-Gegner lässt sich in fünf Stufen einstellen. Dazu kommen noch diverse Fahrhilfen. Dennoch unterscheidet sich der Grad der Herausforderung teilweise extrem und so sind viele Events entweder deutlich zu schwer oder aber viel zu leicht. Für Fehler gibt es eine Rückspulfunktion, die aber noch fehlerhaft ist. So läuft bei Zeitrennen die Uhr beim Zurückspulen beispielsweise einfach weiter, wodurch das Feature überflüssig wird. Last but not least gibt es noch einen Mehrspieler-Part. Dieser ist mit bis zu 28 Fahrer*innen sehr chaotisch, da gleich drei verschiedene Fahrzeugtypen zum Einsatz kommen. Lob gibt es auch für die Grafik und allgemeine technische Umsetzung: Die Spielwelt wirkt dicht besiedelt und stemmt mühelos dutzende von Fahrzeugen, die über die Straßen flitzen. Zwar könnte die Kulisse ein paar verspielte Animationen vertragen, und so manche Bodentextur wirkt arg flach, wenn man sie genau betrachtet.

Fazit & Wertung

Christoph meint: Unterhaltsamer und schicker Arcade-Racer!

The Crew: Motorfest hat mir von der ersten Minute an Spaß gemacht, was vor allem daran liegt, dass mir das Entwicklerteam -fast- nichts aufzwingt. Ich kann mit meinem getunten Schlitten einfach durch die Gegend cruisen und dabei die schicke Spielwelt genießen. Alternativ nehme ich an einer der zahlreichen und sehr abwechslungsreichen Playlists teil, die mich mit neuen Fahrzeugen und Credits belohnen. Beim Fahrgefühl und der Technik kann das Spiel zwar nicht ganz mit einem Forza Horizon mithalten, liefert aber dennoch ein sehr launiges Gesamtpaket. Schade ist eigentlich nur, dass Flugzeuge und Schnellboote keine große Rolle mehr im neusten The Crew Ableger spielen.

85%
Grafik
9
Sound
9
Bedienung
8
Spielspaß
8
Atmosphäre
8
Multiplayer
7
Preis/Umfang
8
Richtig gut
  • detaillierte Fahrzeuge und Landschaften
  • Cockpitansicht
  • schöne Wettereffekte
  • hohe Weitsicht
  • gutes Geschwindigkeitsgefühl
  • passende Tracks
  • Motorengeräusche
  • spaßige Playlists mit viel Abwechslung
  • verbessertes Fahrmodell
  • frei wählbarer Schwierigkeitsgrad
  • viele Hilfsfunktionen (darunter Rückspulfunktion)
  • nicht jedes Event muss zwingend gewonnen werden
  • massig Fahrzeuge (600) zum Freischalten
  • jede Menge Herausforderungen und Events
  • Online-Challenges
Verbesserungswürdig
  • stellenweise maue Texturen
  • kein echtes Schadensmodell
  • Multiplayer etwas zu chaotisch
  • Fahrzeug-Upgrades an Klasse gebunden
  • Gummiband-KI
  • Herausforderung schwankt von Event zu Event
  • Flugzeuge und Boote spielen keine große Rolle mehr
Anforderungen
PC MINDESTANFORDERUNGEN:
• OS: Windows 10 (64 bit only) OS Windows 10 (64 bit only)
• Processor: Intel Core i5-4460, AMD Ryzen5 1400
• Memory: 8GB (Dual-channel setup)
• Graphics: NVIDIA GeForce GTX 1060 6GB or AMD Radeon RX 480 8GB
• Storage: 40GB (SSD recommended)

• Microsoft Xbox One (X) Konsole
• Sony PlayStation 4 (Pro) Konsole
• Microsoft Xbox Series X|S Konsole
• Sony PlayStation 5 Konsole
Getestet für
PC
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

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