Alles besser?

Vor knapp vier Jahren hat Nintendo mit Super Mario Maker auf der Wii-U-Konsole die Herzen vieler kreativer Bastler schneller schlagen lassen - und das trotz einiger Schwächen. Der Nachfolger auf der Switch soll laut Entwickler viele Probleme aus dem Vorgänger beheben. Wir haben diese Aussage auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft.
Viele Neuerungen
Vorweg gleich die erfreulichste Info: Super Mario Maker 2 ist keine lieblose Adaption des Vorgängers geworden. Aber der Reihe nach: Super Mario Maker 2 übernimmt natürlich die Grundidee seines Vorgängers, lässt einen also mit zahlreichen Tools eigene 2D-Levels erstellen und spielen. Die erste Neuerung ist die Solo-Kampagne (Abenteuermodus), wobei die Story, Mario-Spiel-typisch, simpel gehalten ist: Das Schloss von Prinzessin Peach muss neu gebaut werden und man wird als Mario losgeschickt, die dafür notwendige Kohle zu beschaffen. Die sammelt man in über 100 Miniaufgaben, die vom Toad-Bauleiter nach und nach freigeschalten werden und in denen es meist darum geht, das Ende eines Levels zu erreichen. Die Kampagne eignet sich wunderbar als überlanges Tutorial. Eine weitere coole Sache ist der Hub-Raum, in dem man drei Objekte (Pow-Block, Trampolin und einen blauen P-Schalter) zur Auswahl hat, mit denen man dann jeweils in sechs Unterräumen Mini-Puzzles lösen muss. Noch mehr Content bekommen sämtliche Besitzer einer Nintendo Online-Mitgliedschaft geboten. Im Onlinemodus hat man nämlich Zugriff auf unzählige Fremdkreationen. Für eine gute Übersicht sorgen diverse Filterfunktionen wie zum Beispiel „neuste“ oder „beliebteste“.
Kommen wir zu den „kleineren“ Verbesserungen bzw. Neuerungen. Beispielsweise kann man nun endlich Abhänge bauen, die Mario auf seinem Hosenboden herunterrutscht und die die Level deutlich weniger „hart“ wirken lassen. Neu sind die Schalter zum Aktivieren und Deaktivieren von Elementen, der Greifhaken und die Option für einen Nachtlevel uvm.
Neues Thema
Zu den vier Mario-Themes aus Teil 1 (Super Mario Bros, Super Mario Bros 3, Super Mario World und New Super Mario Bros. U) kommt in der Fortsetzung auch noch Super Mario 3D World dazu. Schade bloß, dass man trotzdem keine 3D-Levels erstellen kann. Dafür gibt es aber viele Gegner und Elemente aus dem Wii-U-Titel. Sollte man zu Beginn mit den vielen Funktionen von SMM 2 überfordert sein, hilft ein Abstecher in den „Yamamuras Dojo“. Dort bekommt man nämlich alle Grundlagen leicht verdaulich serviert. Und wer mag, kann jetzt auch zusammen mit einem Freund im Editor-Modus herumbasteln, was sich beim Test als etwas chaotisch, aber auch ziemlich spaßig entpuppt hat.
Größte Schwachpunkt
Kommen wir nun zum ersten erwähnenswerten Kritikpunkt an Super Mario Maker 2: Die Bedienung. Man merkt nach nur wenigen Minuten, dass das Spielprinzip des Titels ursprünglich für eine andere Plattform gedacht war/ist. Auf der Wii U konnte man dank Stylus-Funktion sehr schnell und vor allem punktgenau Elemente bewegen. Im Docking-Modus mit den beiden kleinen Joy-Cons gab es während unserer langen Testsession immer wieder kleinere Frustmomente. Im Handheld-Modus wird das Ganze durch die Touch-Steuerung zwar ein wenig erträglicher, aber eben nur ein wenig, denn es gibt keinen beigelegten Stylus-Stift, so dass man bei der Auswahl von Icons etc. stets auch die Hand im Bild hat. Super Mario Maker 2 ist ab sofort für 44,95 Euro exklusiv für Nintendo Switch im Handel erhältlich. Für die Nutzung des Onlinemodus wird eine kostenpflichtige Nintendo Online-Mitgliedschaft benötigt.

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