Alle Ergebnisse
Fakten
Plattformen
PlayStation 5 Pro
Nintendo Switch 2
Xbox Series S
Xbox Series X
PlayStation 5
PC
Publisher
THQ Nordic
Entwickler
Tarsier Studios
Release
13.02 2026
Genre
Adventure
Typ
Vollversion
Pegi
16
Webseite
Preis
59,99 Euro
Media (11)
Galerie
Zu Beginn läuft alles wie am Schnürchen für uns, während wir einfache Sprungrätsel lösen und lernen, wie wir unsere Weggefährtin steuern. Denn eigentlich ist Reanimal ein Koop-Titel, zwei Spieler stellen sich den Gefahren der Welt. Sind wir allerdings alleine, dann müssen wir auch ein Auge auf die Figur werfen, die eigentlich von einem zweiten Spielern gesteuert wird. Spieler 2, gesteuert durch die KI, folgt uns brav und wir haben eine extra Taste, um ihr Anweisungen zu geben, wie “Halte diesen Hebel unten, damit die große Maschine stoppt und ich darüber balancieren kann”. Auch, wenn unsere Figur nur ein kurzes “Hey, hier!” ruft.
Nach einem gemütlichen Vertrautwerden mit den Controls, packen Tarsier Studios dann auch direkt ihren Handwerkskoffer aus, mit all den Tricks, die wir bereits in den Little Nightmare-Spielen kennengelernt haben. Plötzlich sehen wir uns nicht nur einer verlassenen Landschaft und knarrenden Maschinenhallen gegenüber, sondern leeren Menschenhäuten, die uns hinterher kriechen, Kinder-fressenden Eisverkäufern und scheinbar toten Menschen, die, naja, eben nur scheinbar tot sind. Selbst die Fauna hat etwas gegen unsere Erkundung. Während Christoph gerade parallel das neue Resident Evil testet und ordentlich Feuerpower dabei hat, erhalten unsere kleinen Heldinnen erst später zumindest rudimentäre Waffen. Mit denen können wir uns dann zwar nicht gegen die großen Übel dieser Welt wehren, dafür aber gegen wildgewordene Möwen und andere, klassische Gefahren für Kinder.
Was anfangs wie eine Reise des reinen Überlebens anmutet, wird allmählich zu einem größeren Unterfangen. Denn wir sind nicht alleine - weitere Kinder sind in der Welt verteilt und haben mit den gleichen Schrecken wie wir zu kämpfen. Allmählich sammeln wir so eine kleine Gruppe wackerer Überlebender zusammen, die gemeinsam durch eine scheinbar vom Krieg verwüstete Welt streifen, mit verzerrten und aggressiven Erwachsenen ringen und einfach ineinander Trost finden. Oh, und hab ich bereits erwähnt, dass alle Kinder obskure, teils groteske Masken tragen?
Der große Clou liegt eben eher im Koop-Spiel. Oder im 1 ½-Spiel? Denn auch wenn Reanimal eben ein Koop-Titel ist, spielen wir den elegant auch solo. Alles, was wir brauchen, ist ein schneller Tastendruck, um nach Hilfe zu rufen. So simpel es für uns Solospieler auch macht, es nimmt eben auch eine gute Portion Spielspaß raus. Keine Absprache, kein Herumstolpern, kein gemeinsames Gruseln. Nur unser Solo-Schlendern, hier ein Klick und schon geht es für uns in die nächste Sprungpassage. Oder die Schleichpassage!
Denn wir sind eben Kinder. Die sind nicht nur im echten Leben ziemlich klein, sondern auch im Spiel, überraschenderweise! All die Schrecken, wie der Eisverkäufer direkt im Auftakt des Spiels, zwingen uns immer wieder dazu, uns in die Schatten zurückzuziehen, vorsichtig voranzutasten und eben so leise, so still und so heimlich zu sein, wie wir nur können. Das kann mal bedeuten, dass wir uns hinter Hindernissen verstecken und aktiv dem uns nachschüffelnden Schrecken davonschleichen. Oder wir müssen unsere Bewegung auf schaurige Umgebungsgeräusche abstimmen, um nicht die Hölle auf unsere Fersen zu bringen. Das ganze läuft auch verdammt gut. Hier geht es eben nicht um Action, sondern um Spannung und Nervenkitzel. Und das bringt die Umgebung, unsere Feinde und die Atmosphäre verdammt gut rüber.
Aber noch etwas anderes nagt an der wahren Schauerexperience: die Länge. Nach rund 4-5 Stunden haben wir Reanimal auch schon durchgespielt. Kleine, feine Games mit guter Atmosphäre können trotzdem eine Menge Spaß machen und angenehme ein, zwei Abende bescheren. Für den stolzen Preis von rund 40€ auf den gängigen Marketplaces (und ganzen 60€ für eine Deluxe-Edition) fällt das ganze dann allerdings etwas arg dünn aus. Kaum hat man sich vollkommen in die Atmosphäre fallen lassen und beginnt den knarzenden Dielen in der eigenen Wohnung zu misstrauen, ist es auch schon wieder vorbei.
Hier wird die Atmosphäre, das Feeling, der Schauder eben groß geschrieben. Auch die spärlichen, aber immerhin ins Deutsche übersetzten Voicelines tragen dazu bei. Am Ende wird es aber für Actionjunkies zu fad sein, Koop-Gespanne sehen sich mit Connection-Problemen konfrontiert und die kurze Spielzeit zerrt eben auch am guten Bild, das sonst gezeichnet wird.
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