Monster Hunter Wilds - Test/Review
Draußen wird das Wetter wärmer, man kann wieder mehr unternehmen, also warum widmen wir uns nicht dem optimalen Outdoor-Zeitvertreib: Monster jagen.
Von Lars Hack am 26.02.2025 - 05:08 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

PC

Publisher

Capcom

Entwickler

Capcom

Release

28.02 2025

Genre

Action-Adventure

Typ

Vollversion

Pegi

16

Webseite

Preis

ab 59,98 Euro

Media (22)

Die perfekte Jagd?


Draußen wird das Wetter wärmer, man kann wieder mehr unternehmen, also warum widmen wir uns nicht dem optimalen Outdoor-Zeitvertreib: Monster jagen. Gutes Timing also, dass uns Publisher Capcom mit Monster Hunter Wild pünktlich zum Frühling den neusten Eintrag der Serie liefert. Ich hab mein Waffenarsenal gegürtet und mich für euch (und diesen Test) auf die Jagd in (fast) unberührte Landen begeben.

Nicht-ganz-so-verlassene-Lande


Selbst nach fünf Monster Hunter-Spielen, die ich im Laufe meines Lebens gespielt habe, habe ich kein wirkliches Gespür für die geographische Auslegung der Monster Hunter-Welt. Was wir aber gleich zu Beginn von Wilds lernen: Irgendwo da draußen gibt es einen menschenverlassenen Landstrich, der nur “Verbotene Lande” genannt wird und angeblich seit eintausend Jahren unbewohnt ist. Zumindest dachte man das. Die Intro-Cutscene zeigt uns eine wissbegierige Forschertruppe, die in einem Luftschiff just über diesen einsamen Landstrich fliegt, als sie unter sich auf heißem Wüstensand einen bewusstlosen Jungen finden. Rasch wird gelandet, das Kind geborgen und dessen Geschichte scheint unglaublich: nicht nur gehört er einem ganzen Stamm an, der hier in der Nähe leben soll, sondern seine Angehörigen wurden auch kürzlich von einem eigentlich längst als Mythos abgetanen Monster bedroht. Die News sorgt natürlich für Furore zuhause, wo auch immer die Heimat der Monsterjägergilde ist. Es wird getan, was immer getan wird, wenn irgendwo neue Monster warten, die man prima zu Waffen und Rüstungen verarbeiten könnte - es wird eine Expedition vorbereitet, in das Land, das bis vor kurzem noch als vollkommen verlassen galt. Wir übernehmen die Rolle des Chef-Jägers und brechen mit einer bunten Entourage auf, um einerseits den Jungen zurück zu seinem Volk zu bringen, andererseits natürlich, um die Geheimnisse unbekannter Länder zu erkunden. Und schnell lernen wir, dass das mit dem “menschenleer” ein absoluter Mythos war. Was vor uns liegt, können sich die Veteranen-Jäger unter euch bestimmt schon vorstellen. Ein riesiges und vielfältiges Sammelsurium an neuen und altbekannten Monster, Rüstungen, Waffen, feline Begleit-Jäger und natürlich das Hin und Her mit den lieben Mitspielern, wenn wir uns dazu entscheiden, im Multiplayer zu spielen. Aber hey, eine Jagd macht eben erst Spaß, wenn man sie teilt. Und erst das Essen! Lässt einen fast vergessen, dass wir dieses Mal auch wieder loyale Begleitreittiere haben, die uns durch die Schlacht tragen… Oder zumindest dahin.

Zähne zu Waffen, Schuppen zur Rüstung


Die meisten von euch werden wissen, wie das Spielprinzip von Monster Hunter aussieht. Trotzdem, lasst es mich nochmal kurz auslegen! Wie in den Vorgängerspielen schlüpfen wir in die Rolle eines von uns designten Jägers. Sobald wir aus dem umfangreichen Charaktereditor raus sind, steuern wir unseren Jäger in der Third-Person zunächst durch die Questhubs bevor wir in die weite Welt aufbrechen. Dort widmen wir uns der Jagd nach unserer erwählten Beute. Monster Hunter Wilds kommt mit über 20 Monstern, manche altbekannt, manche komplett neu daher und bietet uns damit reichlich Beute zum Jagen. Ob alleine oder im Multiplayer, wir spüren das jeweilige Monster zunächst auf, bevor wir uns in den Kampf stürzen. Das ist oft ein längerer Prozess, während dem unsere Beute auch oft zunächst flieht und sich uns in einem anderen Teil der weitläufigen Karten erneut stellt. Haben wir das Monstrum dann endlich erlegt, sammeln wir unsere Preise ein: Schuppen, Zähne, Schwänze, Krallen, eben alles, was man so aus einem Monster herausholen kann. Zurück in unserem Questhub nutzen wir all diese Einzelteile, um neue Rüstungen zu schmieden, Waffen zu erschaffen und bestehende Ausrüstung upgraden. Frisch gerüstet und bereit, ziehen wir wieder los auf die Jagd und das Rad dreht sich wieder von vorne. Simpel genug, nicht? Aber Monster Hunter Wilds bringt uns ein paar Updates und Änderungen zum altbekannten Konzept. Zum Beispiel Reittiere! Die kennen wir unter anderem noch aus World, aber hier steht uns direkt zu Beginn ein treues, gefiedertes Mount zur Verfügung. Das ist nicht nur ein großartiger Weg, um über die Karte zu reisen, sondern denkt sogar mit: Haben wir die Spur eines Monsters aufgenommen, nimmt unser Reittier selbständig die Fährte auf und trägt uns zu unserem nächsten Opfer. Wir können zwar auch selbst die Zügel in die Hand nehmen und unsere Route wählen, aber warum nutzen wir unsere Zeit nicht besser? Denn mit unserem getreuen Enterhaken, den wir bereits aus der Reihe kennen, können wir vom Rücken unseres Mounts umliegende Ressourcen einsammeln, darunter natürlich Zutaten für Heilgegenstände, Munition und Upgrade-Materialien. Im Kampf selbst wurde auch das Schwachstellen-System vereinfacht. Veteranen erinnern sich: Oft hatten Monster harte Panzerungen, die wir mit Waffen wie dem Hammer brechen konnten, um dann mehr Schaden anzurichten. Das ganze ist jetzt noch eine Ecke leichter gemacht! Ist ein Körperteil des Monsters besonders beschädigt, gibt uns ein Farbhinweis die Info, dass wir genau an dieser Stelle mehr Schaden anrichten können. Das heißt natürlich auch, dass wir weiterhin besondere Zutaten freischalten können, indem wir beispielsweise einem Monster den Schwanz mit einer Klingenwaffe abschlagen. Damit wir diese Schwachstellen und andere Fokus-Punkte bestens anvisieren können, dürfen wir nun auch mit Nahkampf-Waffen ein Fadenkreuz aufrufen, das es uns viel einfacher macht, unsere Schläge zu zielen. Neben diesen Features kommt eine ganze Wagenladung an Quality of Life und Komfort-Anpassungen dazu. Ladebildschirme? Größtenteils ein Ding der Vergangenheit. Jetzt können wir aus dem Questhub einfach rausschmarschieren und unsere Beute jagen. Außerdem braucht es keine vorher auserkorene Beute! Stattdessen können wir eine Monsterjagd on-the-go aufgreifen, wenn wir die Spur eines Monsters aufnehmen. Auf der Jagd könnt ihr unterwegs Lager aufbauen, um eure Ausrüstungen nochmal zu checken und gute Nachrichten für alle, die sich nicht für nur eine Waffe entscheiden können! Denn unser Reittier gibt uns recht schnell, nachdem wir in die Story aufgebrochen sind, die Möglichkeit, ein zweites Waffenset recht mobil mit uns zu führen, das wir dann einfach an unserem Mount austauschen könnt. Welchem Monster ihr auch immer gegenübersteht, ihr werdet (fast immer) gut gerüstet sein!

Katzen mit Duolingo?


Man bleibt sich alles in allem recht treu, im Hause Capcom. Wir jagen, sammeln, upgraden und wieder von vorne. Eine der größten Änderungen ist Fans aber bereits lange vor Release aufgefallen: Scheinbar haben die Entwickler die Palicos, unsere felinen Jagdbegleiter und Werkzeugträger, auf die Sprachschule geschickt. Bisher konnten die kleinen Fellbälle nur in ihrer eigenen Katzen-Sprache sprechen: Jedes Miau, jedes Knurren war ein Satz, den jeder verstanden hat, ein bisschen wie Chewbacca mit Untertiteln. Dieses Mal können wir aber auch entscheiden, dass unsere Begleiter in einer hohen Säuselstimmen unsere gewälte Sprachausgabe verwenden. Und auch dabei ein Unterschied: In der Version, die ich testen durfte, gibt es nicht mehr die traditionelle Monster Hunter-Sprache, lediglich übliche Sprachausgaben. Auch Deutsch könnt ihr dabei wieder wählen, Text und Sprache. Die deutschen Sprecher machen einen soliden Job, sowohl in den Story-Cutscenes als auch in kurzen Gesprächen zwischen Missionen. Allerdings fällt hier der Wegfall der Monster Hunter-Sprache am ehesten auf, wenn wir emsig Rüstungen schmieden, Waffen upgraden und unsere Schmiedin immer und immer und immer wieder das gleiche “Perfekt!” ruft. Das ganze war mit der Fantasie-Sprache einfach etwas eleganter gelöst - ein Umstand, der auch bereits unter Fans heiß online diskutiert wird. Wenn wir uns dem eher technischen Zuwenden, solltet ihr eine solide Maschine zu Hause unter dem Schreibtisch stehen haben. Auf der Steam-Seite lest ihr, dass eine NVIDIAGeForce RTX 2060 empfohlen wird, aber schon mit meiner 3060 laufe ich oft unter den heißgeliebten 60 FPS, mit häufigen FPS-Drops und ab und an auch klassischen Rucklern. Das trübt die wilde Jagd-Experience etwas. Dafür werdet ihr euch als Neuling super zu Hause fühlen. Denn Wilds macht einen prima Job, uns erneut schrittweise an das Jagen heranzuführen. Die Entwickler gehen dabei die schwierige Balance zwischen ausführlichen Erklärungen und abgehängten Spielern. Das Ergebnis ist eine runde Erfahrung, die uns immer mehr das Spiel öffnet, ohne uns zu sehr an die Hand zu nehmen. Und schon bevor wir loslegen, beantworten wir eine ganze Ladung Fragen zur Barrierefreiheit, um auch wirklich das beste aus unserer Monster Hunter-Experience rauszuholen. Dafür gibt es also auch nochmal Pluspunkte. Die üblichen Aufs und Abs, könnte man sagen - die Grafik macht etwas Kopfzerbrechen, die Jagden machen dafür trotzdem Spaß… aber was ist eigentlich mit dem Sound, so als Schlussnote? Wie gesagt, die deutschen Synchronsprecher machen einen soliden Job und dass sich manche Lines im Jäger-Alltag doppeln, ist nicht deren Schuld. Ganz großes Kino aber ist wieder einmal der Sound. Die Kulisse aus Monsterschreien, dem Hin und Her der Schlacht und natürlich den großartig-komponierten Musikstücken ist einfach etwas, was die Entwickler der Reihe schon seit langem gemeistert haben. Wilds ist dabei ein weiterer Eintrag dieser Erfolgsgeschichte.
Den Multiplayer konnten wir vor Release leider noch nicht ausgiebig genug testen. Dazu schieben wir euch ein Update in den kommenden Wochen nach, wenn die weltweite Jagd losgeht.

Fazit & Wertung

Lars meint: Bereit zum Jagen mit einem upgedateten Titel in der Reihe!

Dunkle Stimmen unken oft, dass man alle Monster Hunter gespielt hat, wenn man eines gespielt hat. Und hey, klar, an der grundlegenden Idee wird auch nicht gerüttelt. Wer will schon ein Monster Hunter-Spiel spielen, in dem wir keine Monster hunten, äh, jagen? Daran wird sich also, so wie es sein sollte, nichts ändern. Wir jagen, nehmen aus, schmieden/upgraden unsere Ausrüstung und ziehen erneut los, um das nächste Monster zu jagen. Das ist, was wir alle von einem Monster Hunter-Titel erwarten, Monster Hunter Wilds macht dabei aber einen optimalen Job, auch Neulinge unter die Arme zu greifen. Nie war es simpler, sich der wilden Jagd durch neue Landstriche anzuschließen und auch wirklich mitzukommen, was erwartet wird. Dazu kommen viele Quality of Life-Anpassungen zu den Vorgängern, Neuauflagen beliebter Features und eben auch neue Monster, die eigene Strategien, Taktiken und Movesets mit sich bringen - von Rüstungen und Waffen ganz zu schweigen. Zugegeben, Faktoren wie die fehlende Monster Hunter-Sprache, die Fans der Reihe längst ans Herz gewachsen ist, drücken da etwas die Laune. Ich habe nie wirklich ein Monster Hunter-Spiel gespielt und mir gedacht “Besser wär’s jetzt auf Deutsch!” Aber vielleicht ist genau das der Ausschlag für Frisch-Jäger, die Reihe aufzugreifen. Alles in allem gilt: Veteranen und Neulingen werden hier beste Monsterjagden geboten!

84%
Grafik
72
Sound
93
Bedienung
90
Spielspaß
86
Atmosphäre
79
Preis/Umfang
83
Richtig gut
  • großartige Soundkulisse
  • solide deutsche Sprecher
  • gute Balance zwischen Tutorials und freier Hand
  • neue Features
  • Mounts fügen sich gut ins Spielgeschehen ein
  • Quality of Life-Optimierungen aus vergangenen Titeln
  • umfangreiche Accessibility-Optionen
Verbesserungswürdig
  • hohe Grafikanforderungen, wenn es gut ausschauen soll
  • gelegentliche FPS-Drops
  • keine Monster Hunter-Sprache?
Anforderungen
PC MINDESTANFORDERUNGEN:
• Betriebssystem: Windows 10 (64-bit erforderlich)/Windows 11 (64-bit erforderlich)
• Prozessor: Intel Core i5-10400 or Intel Core i3-12100 or AMD Ryzen 5 3600
• Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
• Grafik: NVIDIA GeForce GTX 1660(VRAM 6GB) or AMD Radeon RX 5500 XT(VRAM 8GB)
• DirectX: Version 12
• Netzwerk: Breitband-Internetverbindung
• Speicherplatz: 75 GB verfügbarer Speicherplatz

• Microsoft Xbox Series X|S Konsole
• Sony PlayStation 5 Konsole
Getestet für
PC
Lars Hack Konnte Lars zuerst laufen oder den Controller einer SNES bedienen? Die Frage ist bis heute nicht sicher geklärt. Klar ist, dass er sein Herz seit damals an Videospiele verloren hat.

Kommentar schreiben