Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection - Test/Review
Abseits der großen Jagden hält Monster Hunter mit Stories noch eine klassische Rollenspiel-Erfahrung für uns bereit!
Von Lars Hack am 10.04.2026 - 06:48 Uhr

Fakten

Plattformen

PlayStation 5 Pro

Nintendo Switch 2

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

PC

Publisher

Capcom

Entwickler

Capcom

Release

13.03 2026

Genre

Rollenspiel

Typ

Vollversion

Pegi

12

Webseite

Preis

69,99 Euro

Media (11)

Monsterjagd mit Handlung


Abseits der großen Jagden hält Monster Hunter mit Stories noch eine klassische Rollenspiel-Erfahrung für uns bereit! Mit Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection setzen wir die Reihe nach fünf Jahren nun fort. Lasst uns einen Blick in das neueste Abenteuer von Entwickler und Publisher Capcom werfen!

Königlicher Ausritt


Leben wie ein Prinz - das könnte unser Leben in Monster Hunter Stories 3 sein, denn tatsächlich sind wir der zukünftige Thronnachfolger des Reiches Azuria. Wir leben in der Burg, nehmen an offiziellen Anlässen teil, reiten mit unserem Ranger-Trupp aus… Okay, zugegeben, der letzte Teil passt nicht ins klassische Leben der royalen Oberschicht, aber es wäre ja auch kein Monster Hunter-Spiel, wenn wir nicht zumindest irgendwas mit Monstern zu tun hätten, richtig? Denn neben unseren Aufgaben als künftiger König sind wir auch Captain der Ranger. Das ist eine Elite-Spähtruppe unseres Königreichs, die sich ganz auf die Erkundung des Landes und dem Kontrollieren der wilden Monsterbestände fokussiert. Dazu gehört mal, wütenden Monstern Einhalt zu gebieten, wenn sie zu nahe an unsere Untertanen herankommen, aber auch nachzuforschen, wenn sich die freilaufenden Ungetüme seltsam verhalten. Und genau das scheint momentan an der Tagesordnung zu sein. Zahlreiche Monster stehen dem Aussterben gegenüber, mysteriöser Ei-Quarz birgt Geheimnisse, die es zu entschlüsseln gilt, und um das ganze noch zu toppen, droht unser Nachbarland mit Krieg. Vor zwei Jahrhunderten haben wir uns in einem blutigen Bürgerkrieg voneinander getrennt und jetzt werden erneut die Schwerter und Monster gewetzt. Niemand besseres also als uns, Ordnung ins Chaos zu bringen. Unser Monstie (wirklich, das ist das offizielle Wort für reitbare Monster-Begleiter) ist nämlich kein geringeres als ein Rathalos! Die galten bereits als ausgestorben - kein Wunder, nachdem wir so viele von denen in allen anderen Monster Hunter-Spielen gejagt haben. Wir schwingen uns also auf unseren legendären Drachen, rufen unsere Gefährten an unsere Seite und stellen uns dem Schrecken des heraufziehenden Krieges… gegen unser Nachbarland und andere, mystischere Gefahren.

Jagen, mal anders


Hey, ihr Spieler, die bereits die letzten beiden Story-Teile gespielt habt. Ihr wisst bereits, was abgeht. Ihr wisst, dass wir in den Story-Spielen eben nicht rausgehen und uns in gewohnter Echtzeit-Manier mit Monstern messen. Ihr wisst, dass hier alles etwas langsamer angeht, aber dafür mit mehr Harmonie gegenüber den Monstern, die an unserer Seite kämpfen. Was ihr bereits kennt, gibt es - größtenteils - auch im dritten Teil der Reihe wieder. Uns erwarten rundenbasierte Kämpfe, in denen wir mit unserem Hauptcharakter, einem Gefährten und eben jeweils einem Monstie ausziehen. Dabei setzt die Welt von Monster Hunter in diesem Spiel ganz auf das gute alte Schere-Stein-Papier-Prinzip. Äh, ich meine, Kraft, Geschwindigkeit und Technik. Diese kontern sich einander aus und müssen klug auf den Kampfstil unserer Gegner eingesetzt werden, um optimalen Schaden zu verursachen. Auch unsere Fähigkeiten, nicht nur normale Angriffe, sind dem Muster unterworfen. Und wenn wir dann, in Franchise-Manier, Teile zerschmettern und abschneiden, geht der Spaß, genau wie während der Echtzeit-Jagd, erst so richtig los. Denn dann legen wir mit Teamfähigkeiten los, kombinieren verschiedene Attacken und tauschen auch ganz fix mal unser Monster aus. Wie in einem bekannten Monster-Battle-Franchise besteht unsere Reserve aus mehreren Monstern, die wir in den Stallungen in unser Ensemble aufnehmen können. Und ihr ahnt vermutlich schon, wie wir neue Monster sammeln: Indem wir ihre Eier klauen! Was grausam klingt, tun wir natürlich für den guten Zweck. Eben, um sie zu Killermaschinen in unseren Diensten heranzuziehen! Kaum haben wir ein Ei erbeutet, ist es auch bereit zum Schlüpfen und direkt auch ausgewachsen. Diese Monster werden so schnell erwachsen. Alternativ lassen wir Monster auch wieder in die freie Wildbahn frei. So können wir nicht nur seltene und ausgestorbene Monster in Regionen etablieren, sondern auch deren Stärken für die Zukunft ausbauen. Mit unserem ganz eigenen Monster-Zucht-Programm verbessern wir so die Chance, dass die nächsten erbeuteten Monster-Eier stärkere Wegbegleiter beinhalten.
Kämpfen wir gerade mal nicht, reisen wir durch die Welt, nehmen Nebenquests an oder verfolgen eben das Hauptabenteuer weiter. Auch dabei helfen uns unsere Monsties, denn wenn wir mal eine Wand erklimmen müssen oder lässig übers Land fliegen, sind sie stets zur Stelle. Was in anderen Monster Hunter-Spielen der Höhepunkt der Jagd sein kann, ist hier eher unsere normale Transportweise.

Viele Tutorials, wenig Endgame


All das Abenteuer, all die Monster, all die üblichen Sorgen unseres Königreichs geschehen nach einem sehr übersichtlichen Charaktereditor. Ein paar Frisuren (von denen gibt es aber ein paar coole), ein paar Gesichtsoptionen und schon sind wir durch und bereit zum Monstie-Reiten. Aber wer braucht schon besonders viele Charaktereinstellungen, wenn man ohnehin den größten Teil des Spiels wieder ausgefallene Rüstungen trägt, die wir aus den Einzelteilen unserer Beute schmieden. Davon gibt es wieder eine Menge, diese Stärke des Franchise ist also wieder mit dabei. Das gleiche gilt natürlich für Waffen, denn was ist ein Monster Hunter-Spiel, wenn man kein Musikinstrument aus Monsterschuppen schwingen kann! Bis wir uns aber ans Schmieden machen - oder eher gesagt, auch während wir schmieden - kriegen wir Tutorialtexte. Viele Tutorialtexte. Sehr viele sogar! Die brauchen wir auch, denn immer wieder begegnen uns neue Features, neue Facetten, neue Sachen in der Welt, durch die wir uns bewegen. Lediglich rundenbasierter Kampf? Natürlich nicht, denn wir können auch aufsitzen, haben Gefährtenattacken, Spezialangriffe, Items,Trefferzonen und mehr. Das Monster ist besiegt, aber nicht am Boden? Dann verfolgen wir es noch, sammeln seltene Eier, kriegen das Biom-Management erklärt… Ihr merkt, es gibt wirklich viel zu entdecken. Die Action der gewohnten Jagd geht da etwas verloren, dafür erleben wir Stück für Stück, wie sich das Spiel für uns auftut. Dabei können sich sowohl Neulinge als auch Spieler früherer Titel über eine großartige Darbietung freuen. Grafisch macht das Spiel absolut alles richtig - eine helle, lebhafte Optik, großartige Animationen und Effekte im Kampf, viele kleine Details. Kein Bedarf an Fotorealismus, dafür ein gelungener, eigener Weg. Und auch die englischen Sprecher (wahlweise auch japanisch) legen einen guten Job hin. Eine deutsche Synchro gibt’s nicht, dafür aber ein rundum runder Mix aus Musikstücken für jede Kampfes- und Lebenslage. Der wirkliche Knackpunkt für viele Titel-Fans ist eher das ausbleibende Endgame. Bot der zweite Teil noch ein gutes Stück Welterkundung, werden wir hier zum Ende hin eher aktiv Richtung Boss geschoben und dann dort auch abgeladen, ohne weitere Herausforderungen, die danach auf uns warten. Das wird frische Einsteiger aber nicht stören, die sich einfach in das rundenbasierte Abenteuer stürzen wollen!

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