Kingdom Come: Deliverance 2 Mysteria Ecclesiae - Test/Review
Schaut, Heinrich kommt uns besuchen! Ein letztes Mal in Kingdom Come: Deliverance 2 blicken die Menschen des mittelalterlichen Böhmens in unsere Richtung, wenn es gilt, ihre Probleme zu lösen.
Von Lars Hack am 24.12.2025 - 03:20 Uhr

Fakten

Plattformen

PlayStation 5 Pro

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

PC

Publisher

Deep Silver

Entwickler

Warhorse Studios

Release

11.11 2025

Genre

Rollenspiel

Typ

DLC

Pegi

18

Webseite

Preis

11,19 Euro

Media (9)

Es wird geschlichen


Schaut, Heinrich kommt uns besuchen! Ein letztes Mal in Kingdom Come: Deliverance 2 blicken die Menschen des mittelalterlichen Böhmens in unsere Richtung, wenn es gilt, ihre Probleme zu lösen. Der letzte Story-DLC bringt uns fernab der Schlachtfelder, aber in eine nicht minder tödliche Situation. Schauen wir uns also an, was Entwickler Warhorse Studios für uns bereit hält!

Hinter den Mauern Gottes


Kaum haben wir uns den Schweiß der Schmiede aus dem letzten DLC von der Stirn gewischt, steht bereits das nächste Abenteuer an. Gerade mal zwei Monate ist es her, dass wir die alte, heruntergekommene Schmiede in Kuttenberg übernommen haben und damit das Erbe unseres Vaters angetreten haben - auch, wenn “Legacy of the Forge” vielen Fans der Reihe eher als Sammlung repetitiver Daily Quests in Erinnerung geblieben ist. Keine Sorge, Mysteria Ecclesiae geht einen anderen Weg und präsentiert uns stattdessen mit einer frischen Story, ohne Dailies. Wir begleiten den Arzt Albich in das Kloster von Sedletz, nahe Kuttenberg. Dort sollen wir eigentlich nur kurz verweilen: Albich soll ein Empfehlungsschreiben des hiesigen Abts einholen, um König Wenzel in seiner Gefangenschaft in Wien besuchen zu dürfen. Wir sind nur ein höflicher Begleiter, falls etwas schief geht. Und das tut es auch! Wir erfahren, dass zwei Mönche und eine Magd des Klosters vor kurzem krank geworden sind und mit dem Leben kämpfen. Albich, als Meister seines Fachs, nimmt sich der Sache an und wir stellen rascht fest, dass es um mehr geht, als eine gewöhnliche Grippe. Bereits nach kurzer Zeit finden wir uns in der Quarantäne des Klosters wieder, während die Ärzte versuchen herauszufinden, woher die tödliche Krankheit kommt. Und als dann auch noch weitere Leichen auftauchen, haben wir ein Rätsel vor uns, dass nur der Sohn des Skalitzer Schmieds lösen kann: Heinrich. Im Gegensatz zu anderen DLCs erwarten uns hier keine neuen Spielmechaniken, dafür aber etwas abseits der bereits bekannten Pfade… und zwar mehr Schleich-Action! Die Ausgangssperre auf dem großen, detailverliebt-designten Klostergeländes wird von grimmen Rittern des Deutschordens durchgesetzt. Für unsere Investigativausflüge haben diese nur wenig Verständnis. Wir schleichen also über das Gelände und lernen schnell, welche Gänge sicher sind, wie wertvoll ein Kellergewölbe ist und wie wir auch mit begrenzten Mitteln den Kampf gegen fiese Mächte aufnehmen. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht ab und an zu Handgreiflichkeiten kommen kann.

Die rechte und die linke Hand des Doktors


Der Herr Medicus bleibt in der Krankenstube, aber wir nutzen unsere Zeit in der Quarantäne, um mehr herauszufinden. Woher kommt die Seuche? Warum scheinen die Arbeiten in der Klosterkirche nicht nur der Renovierung zu dienen? Welche Geheimnisse liegen im Keller der Abtei? Statt auf actiongeladenes Gameplay setzt der letzte Story-DLC eher auf eine starke Geschichte, in der wir Hinweis für Hinweis mehr darüber erfahren, was in den Schatten der Klostermauern geschieht. Eine nette Herausforderung: Unsere Ausrüstung, mit der wir als erfahrene Spieler eigentlich unbesiegbar sind, geben wir an der Klosterpforte ab. Wir müssen uns also auf unseren Kopf verlassen und das nutzen, was wir auf unseren Schleich-Touren auftreiben können. Das Kloster ist indes ein Highlight des DLCs: ein großes Gelände, mit starkem Fokus auf historische Authentizität, vielen Details und zahlreichen Ecken zum Entdecken. Ob ihr also die Zeit nutzt, um goldene Kreuze aus dem Klosterschatz zu klauen, oder die sehr umfangreiche Bibliothek durchwälzt, der Fokus liegt dieses Mal wieder sehr viel stärker auf einer guten Story statt dem Wiederholen von Quests und dem Farmen von Ansehen.

Fazit & Wertung

Lars meint: Starke Story mit immens viel Liebe zum Detail!

Zugegeben, obwohl Legacy of the Forge solide Ideen fürs Gameplay hatte, die Anforderung, repetitive Quests zu farmen, hatte dem DLC leider etwas die Rezeption angeknackst. Dafür hat Mysteria Ecclesiae erfolgreich die Richtung gewechselt! Hier steht die Story viel stärker im Vordergrund, mit Geheimnissen, Intrigen und der ein oder anderen Wendung.

Ein Hit für alle Geschichtsbegeisterten dürfte aber das Kloster selbst sein, mit viel Liebe zum Detail und einer ganzen Wagenladung an neuen Kodex-Einträgen. Ich höre zwar bereits den ein oder anderen Fan darüber murren, dass man ständig und viel schleichen muss, aber das Schleichsystem im Spiel ist sehr vergebend. Die echte Herausforderung für die schwer gepanzerten Heinrich-Ritter unter uns wird eher sein, mal wieder ohne den Plattenpanzer aus Mailand auskommen zu müssen.

91%
Grafik
93
Sound
94
Bedienung
80
Spielspaß
91
Atmosphäre
96
Preis/Umfang
90
Richtig gut
  • starker Story-Fokus
  • detailreiches Klostergelände zum Erkunden
  • weniger Schlachten, mehr Schleichen - guter Schwerpunktwechsel zu anderen DLCs
Verbesserungswürdig
  • kein neues Gameplay per se
Anforderungen
PC MINDESTANFORDERUNGEN:
• Betriebssystem: Windows 10 64-bit (or newer)
• Prozessor: Intel Core i5-8400, AMD Ryzen 5 2600
• Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
• Grafik: NVIDIA GeForce GTX 1060 (6GB), AMD Radeon RX 580
• Speicherplatz: 100 GB verfügbarer Speicherplatz

• Microsoft Xbox Series X|S Konsole
• Sony PlayStation 5 Konsole
Getestet für
PC
Lars Hack Konnte Lars zuerst laufen oder den Controller einer SNES bedienen? Die Frage ist bis heute nicht sicher geklärt. Klar ist, dass er sein Herz seit damals an Videospiele verloren hat.

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