Insel-&Dino-Manager

Die Jurassic-Park-Franchise hat durch die neuen „Jurassic World“ Filme neues Leben eingehaucht bekommen. Doch in Sachen Spiele ist es seit 2015 (LEGO Jurassic World) ziemlich ruhig. Nun haben die PlanetCoaster-Macher von Frontier die Möglichkeit bekommen, ein neues Jurassic-Spiel zu entwickeln. Wie gut (oder auch nicht gut) Jurassic World Evolution geworden ist, könnt ihr in unserem Review nachlesen!
Manager
Jurassic World Evolution ist eine klassische Parksimulation, wobei das Wort „Park“ nicht ganz stimmt. Man übernimmt nämlich das Management der sechs bekannten Inseln vor Costa Ricas sonnigen Sandstränden: Isla Nublar, das aus Jurassic Park und Jurassic World bekannte Eiland und die berüchtigten La Cinco Muertes aus Vergessene Welt und Jurassic Park 3. Auf der ersten Insel, quasi die Tutorial-Insel, wird man mit den Basics vertraut gemacht. Man baut erste Gebäude, sorgt für eine ausreichende Stromversorgung und lässt Dinosaurier ausbrüten. Natürlich muss man dabei stets die Finanzen im Auge behalten. Eine erste Ernüchterung gibt es aber gleich zu Beginn: Schnell mal einen T-Rex erschaffen ist nicht. Zuerst müssen nämlich mal die passenden Gebäude errichtet werden. Von der passenden DNS bis zur Urzeitechse sind viele Schritte mit vielen Cooldowns notwendig: Expeditionen zu Ausgrabungsstätten in der ganzen Welt, eine Fossilienextraktion und ein Hammond-Entwicklungszentrum, in dem die Saurier schließlich entwickelt werden. All das kostet Geld, welches erst mal erwirtschaftet werden muss. Sobald der erste Saurier im geschützten Gehege mit Futterstelle und Tribüne herumläuft, strömen auch schon Besucher in den Park. Bei den Sauriern, die den Park zu Beginn bewohnen, handelt es sich um eher friedfertige Pflanzenfresser. Aber darin zeigt sich schon, dass jedes Tier seine eigenen Bedürfnisse hat: Futter, soziale Kontakte zu Artgenossen, Befüllung des Areals, Bewaldung des Terrains, Gesundheit und so weiter. Stimmt in diesen Punkten etwas nicht, passiert, was passieren muss: Tod und Verwüstung innerhalb oder außerhalb des Zauns. Mein Leben für die Saurier
Oberste Priorität hat es, für die Zufriedenheit der Tiere zu sorgen, da nur ein Bestand an glücklichen Sauriern auch Geld in die Kassen spült, mit dem der Park ausgebaut werden kann. Sollte es nämlich einmal zu einem Ausbruch kommen, sinkt die Bewertung des Parks drastisch. Da helfen auch keine schicken Restaurants oder Souvenirläden. Im Fall der Fälle müssen ausreichend Schutzräume vorhanden sein, ein Sicherheitspersonal im Helikopter und flotte Ranger-Jeeps. Coole Sache: Man kann per Knopfdruck selbst den Jeep steuern, kranke Saurier impfen oder defekte Zäune reparieren. Sogar den Betäubungsschuss auf ausgebüchste Echsen kann man per Hand abfeuern. Für solche Momente bleibt mit zunehmender Größe des Parks kaum noch Zeit. Zusehends zwingt einen das Programm dazu, per Hotkey Aufgaben zu verteilen. Ebenfalls nicht so schön: Da man ständig unter Platzmangel leidet, wird früher oder später jede Grünfläche verbaut. DNS und Aufgaben
Die bereits erwähnte Parkwertung setzt sich sowohl aus den klassischen Zufriedenheitsindikatoren als auch aus der Beurteilung der Saurier durch die Gäste zusammen. Aus diesem Grund muss man in der Forschungsabteilung neue Tier-DNS-Fragmente erforschen und diese in den DNA-Strang der Dinosaurier „einbauen“. Durch diese Mixturen werden die Tiere aggressiver oder leben länger. Es mindert jedoch die Erfolgschancen auf eine erfolgreiche Zucht.
Was Jurassic World Evolution in Sachen Mikromanagement bei den Dinosauriern richtig macht, wird im Hinblick auf die Gebäude etwas vernachlässigt. Man kann zwar einige Upgrades entwickeln, die die Kosteneffizienz oder diverse Erfolgschancen verbessern, abgesehen davon gibt es hier aber nicht viel zu tun. Gerade Imbiss- und Souvenirläden fallen diesbezüglich auf, da hier lediglich je ein Produkt angeboten wird. Die Preisgestaltung und Personalbesetzung fallen spartanisch aus. Aber sie sind nun mal notwendig, um das Shopping- und Spaßbedürfnis der Gäste zu befriedigen. Neben den Dinos und Gästen muss man auch für die Leiter der Abteilungen für Unterhaltung, Forschung und Sicherheit zur Verfügung stehen. Im Minutentakt kommen neue Aufträge rein. Mal will die Forschungsabteilung, dass für eine gewisse Zeit keine Besucher durch Fleischfresser sterben, mal verlangt die Sicherheitsabteilung, dass neue Saurier erforsch werden. Für erfüllte Aufträge gibt es nicht nur Zusatzkohle, sondern auch einen Rufanstieg. Ausreichend Ruf vorausgesetzt, kann man neue Gebäude oder Upgrades erforschen.
Sollte man keinen Bock auf begrenzte Geldmittel und Aufträge (inklusive Zeitdruck) haben, gibt es noch den Sandbox-Modus. Kleiner Wehrmustropfen: Hier kann man nur Sachen bauen bzw. ausbrüten, die man bereits in der Kampagne freigeschalten hat.
Technik
Die Grafik des Titels ist für ein Aufbaustrategiespiel äußerst hübsch. Die Dinosaurier bieten viele Details und auch die gelegentlichen Stürme sehen schick aus. Schade nur, dass das Spiel kaum Farben bietet, alles ist irgendwie grün oder grau. Schön für Fans der „Jurassic“-Filme: In gelegentlichen Einspielern sieht man immer wieder die Gesichter der Stars Jeff Goldblum alias Ian Malcolm und Chris Pratt als Owen Grady. Leider haben diese jedoch nur mehr oder minder kluge Kommentare parat. Natürlich ist auch der Original Soundtrack am Start.
Unser Testvideo zu Jurassic World Evolution

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