Blutiges Mirror's Edge

Ghostrunner aus dem Hause 505 Games mixt nicht nur Mirror’s Edge mit einem Shadow Warrior, sondern profitiert auch vom aktuellen Cyberpunk-Hype. Doch wie „schmackhaft“ ist der extrem schwere Parkour-Slasher?
Willkommen in Cyberpunk xxxx
In Ghostrunner schlüpfen wir in die Polygonhaut des kybernetischen Ex-Bodyguards Jack. Aus der Ego-Perspektive heraus muss man 17 Abschnitte innerhalb eines Mega-Turms bestreiten, um die Inhaberin Mara zu erledigen. Warum? Das verraten wir an dieser Stelle nicht. Was wir aber schreiben können: Man bekommt Unterstützung in Form einer zwielichtigen KI namens „Architekt“. Und diesen Support benötigt man auch, da man nur mit einem futuristischen Katana (und an gewissen Stellen mit Wurfsternen) ausgestattet ist. Ansonsten hat Jack nur einen Trumpf im Ärmel: Er kann sich die halsbrecherische Parkour-Umgebung zunutze machen. RUN!
Der dystopische Turm in Ghostrunner ist der wahr gewordene Traum für alle Parkour-Fans. In bester Mirror’s Edge Manier laufen wir Wänden entlang, rutschen durch die Gegend und schwingen uns mit einer Laser-Liane über schwindelerregende Abgründe. Aber Vorsicht: Im späteren Verlauf der Kampagne werden die Wände oftmals unter Strom gesetzt oder eine Turbine bläst einen in den Abgrund. Selbst der kleinste Fehler wird sofort mit dem Tod bestraft. Zwischen den launigen Parkour-Abschnitten gibt es immer wieder Kämpfe gegen schießwütige Gegner, deren Lasergeschosse beim ersten Treffer tödlich sind. Erschwerend kommt hinzu, dass spezielle Einheiten wie der Trigger oder Enforcer nicht im Traum daran denken, sich mit nur einem Schlag abschlachten zu lassen - und schützen sich deshalb mit mobilen Energieschilden oder Ganzkörper-Schutzfeldern. In diesen Situationen helfen nur flotte Flankenangriffe oder das Zerstören der Energiekapseln, welche „tricky“ im Level platziert wurden.
Upgrades
Der stetig ansteigende Schwierigkeitsgrad wird durch die aufwertbaren Kampf-Augmentationen zumindest etwas abgefedert. Besonders wichtig ist der Bullet-Time-ähnliche „Sensory Boost“, mit dessen Hilfe man selbst gegnerischen Geschossen ausweichen kann. Mit dem Upgrade „Tempest“ können Energie-Projektile zum Absender zurückgeschlagen werden und mit dem „Blink“-Hieb werden ganze Gegnertrupps erledigt. Immer wieder landet man in der bizarren Cyberspace-Welt von Architekt, wo man für das Lösen von Logik-Rätseln neue Augment-Fähigkeiten freischaltet. Die Skills können jederzeit mithilfe des Kalibrierungs-Panels aufgewertet werden. Dabei müssen die als drehbare geometrische Figuren dargestellten Upgrades auf 36 Felder verteilt werden, wobei sich die Aufwertungen sozusagen ineinanderstecken lassen. Das ermöglicht mehrere unterschiedliche Upgrade-Figuren, was zum Experimentieren mit den Builds einlädt.
Schicke Abwechslung
Die abwechslungsreichen Level und der stets anspruchsvolle Schwierigkeitsgrad sorgen für ein tolles Spielerlebnis. Zu keinem Zeitpunkt stellt sich eine gewisse Routine oder Langeweile ein. Auch in puncto Optik hinterlässt Ghostrunner, dank knackscharfer Texturen, einen guten Eindruck. Darüber hinaus kann man das Gezeigte mittels NVIDIAs RTX Raytracing „aufmotzen“. Lediglich die Partikelarmut könnte man an dieser Stelle kritisieren. Thema Sound: Die englische Vertonung und Techno-Tracks können sich hören lassen.

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