So muss Action!

Knapp drei Jahre mussten Fans der beliebten Gears (of War) Serie auf Teil 5 warten - und das Warten scheint sich gelohnt zu haben. Entwicklerteam The Coalition überrascht nämlich mit einer offenen Spielwelt, mehr Fokus auf die Story sowie langfristig motivierende Multiplayerinhalte. Alles perfekt, oder?
Es wird wieder geballert
Die Handlung von Gears 5 spielt nur kurze Zeit nach den Geschehnissen des Vorgängers aus dem Jahre 2016. Die knapp 13 Stunden lange Kampagne kann man alleine oder mit bis zu drei weiteren Freunden im Koopmodus bestreiten. Erneut dreht sich der Konflikt um den altbekannten Krieg mit außerirdischen Mächten, primär die Locust und den mysteriösen Schwarm. Je nach Kapitel schlüpft man in die Polygonhaut von unterschiedlichen Figuren, darunter natürlich der Sohn von Serienhelden Marcus Fenix. Vor allem aber ist man als Elitesoldatin Kait unterwegs, die als Nebenfigur aus den Vorgängern bekannt ist. Trotz eines „Was bisher geschah“-Videos werden Serienneulinge nur schwer der Story des Actiontitels folgen können. In den letzten Jahren ist einfach zu viel im Gears-Universum passiert. Aber keine Sorge: Auch ohne große Hintergrundkenntnisse wird man seinen Spaß mit dem Spiel haben, was nach wie vor am gelungenen Gameplay liegt. Wie in den Vorgängern ist Deckung in den Kämpfen von Gears 5 sehr wichtig. Hinter den verschiedensten Barrikaden nimmt man nämlich keinen Schaden und kann genüsslich auf den Feind ballern. Allerdings gibt es auch offenere Umgebungen. Zum einen gibt es Gefechte in Arealen, die weniger Deckung bieten oder in denen wo man von allen Seiten attackiert wird. In diesen Situationen sind ein kühler Kopf und die Gear-typische Ausweichrolle gefragt. Zum anderen gibt es etwas später im Spiel tatsächlich eine Art Sandbox, also offene Umgebungen mit mehreren Aufträgen. Die erste ist eine Eislandschaft, in der man mit einem Segelschlitten durch Täler saust.
Gewohnte Abwechslung
Abseits der zahlreichen und gut inszenierten Schusswechsel gibt es auch in Gears 5 gelegentliche Such- sowie Rätseleinlagen. Dann muss man etwa herausfinden, wie man den fliegenden Roboterbegleiter Jack durch Lüftungsrohre hinter eine verschlossene Tür bringt, damit er diese für einen kurzschließen kann. Apropos Jack: Dieser ist auch in Kämpfen sehr hilfreich, da er zum Beispiel Gegner per Blitzschlag aus ihrer Deckung scheucht oder große Wummen zu einem bringen kann. Durch sammelbare Komponenten kann man seine Fähigkeiten im Kampagnenverlauf verbessern und sie so der eigenen Spielweise anpassen. Ein Hauch von RPG also. Übrigens: Auch im Koop kann Jack durch menschliche Spieler gesteuert werden. Neben der Kampagne gibt es noch diverse Multiplayermodi. Mit von der Partie ist natürlich der traditionelle Horde-Modus: Hier muss man sich zusammen mit Kumpels gegen immer stärker werdende Feindeswellen zur Wehr setzen. Insgesamt 50 solcher Wellen muss man überleben. Neu ist, dass jeder Charakter über aktivierbare Spezialfähigkeiten verfügt. Als Marcus Fenix etwa führt man aus der Deckung immer automatisch einen Headshot aus, während Sarah Conner (Terminator) mit ihren Kugeln die Feinde ein paar Meter zurückwirft. Die Horde-Maps finden auch in den Versus-Modi Verwendung. Stolze neun Spielmodi, von Wettabrüsten, über Dodgeball und Hinrichtung, bis hin zu König des Hügels, laden zwei Fünferteams zum fröhlichen Gemetzel ein.
Ein ganz neuer Modus in der Gears-Serie ist „Flucht“. Hier lässt man sich von einem Häscher gefangen nehmen und in einen Schwarmstock schleppen. Anschließend befreit man sich aus der Larve und lässt eine Giftgasbombe detonieren. Ab diesem Moment an heißt es: In Bewegung bleiben! Die Aufgabe wird nicht nur durch den Zeitdruck erschwert, auch die Munitionsarmut sorgt für manch Schweißperle auf der Stirn.
Technik
Hut ab davor, was die Entwickler aus der Unreal 4 Engine herausgeholt haben. Die Optik ist die meiste Zeit hervorragend, sogar in Full-HD, noch mehr in 4K mit HDR-Effekten und ganz besonders bei maximaler Grafikpracht an einem Highend-PC. Auch die geschmeidigen Animationen und die stets flüssige Bildwiederholrate von 60 FPS können sich sehen lassen. Im akustischen Bereich gibt es treibende Tracks, fetzige Waffengeräusche und überraschend gute Synchronsprecher. Nachladeruckler gibt es zwar ab und an, die sind aber nur ganz kurz. In Gears 5 gibt es Mikrotransaktionen - in unserer Testversion konnten wir darauf aber noch keinen Blick werfen. Nach aktueller Informationslage findet sich kein Pay-to-Win, auch Lootboxen und Season oder Battle Pass soll es nicht geben. Sondern nur kosmetische Extras, die allesamt entweder einzeln käuflich oder erspielbar sein sollen. Neue Karten sollen laut den Entwicklern zumindest für Matchmaking und Private Play gratis sein.
Unser Testvideo zu Gears 5

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