Zul’Aman, ein Land voller Nebel und Geheimnisse und Heimat der edlen Amani-Trolle. Seit Jahrhunderten führen die Stämme der Amani Krieg gegen die Blutelfen von Quel’Thalas, was im Burning Crusade-Addon mit der Niederlage des Kriegsherrn Zul’jin seinen Höhepunkt fand. Seitdem lag das Land jahrzehntelang brach – bis jetzt, da Spieler im Rahmen der neuen Erweiterung Midnight zurückkehren, um die überarbeitete Zone Zul’Aman zu erkunden.
Spieldesigner Jake Shillan gewährt Einblicke in den Entwicklungsansatz des Teams bei der Gestaltung von Zul’Aman und verrät, welche zentralen Features und Erlebnisse Spieler erwarten können.
Frage: Was war die grundlegende Philosophie oder das übergeordnete Ziel bei der Neuinterpretation dieser ikonischen Zone für die Erweiterung Midnight?
Jake: „Der wichtigste Teil unserer Philosophie bei der Entwicklung von Zul’Aman war es, alles zu würdigen, was bisher für diese Zone geschaffen wurde – wie die Amani-Trolle, die Waldstämme und Zul’jin. Unsere Herausforderung bestand darin, diese Elemente aufzugreifen und sie so weiterzuentwickeln, dass wir einen tieferen Einblick in die Kultur geben können. Wir wollten sicherstellen, dass alles genügend Kontext hat und darauf aufbauen, um noch mehr Geschichten über Zul’Aman zu erzählen. Außerdem wollten wir Spieler dazu inspirieren, noch stärker mit den Amani-Trollen zu rollenspielen. Deshalb haben wir uns intensiv mit der bestehenden Lore beschäftigt, um darauf basierend eine frische, ausgearbeitete Version für Midnight zu erschaffen.“
Frage: Mit Zul’jarra und Zul’jan als neue Anführer – wie seid ihr an die Entwicklung dieser zentralen Figuren herangegangen? Welche emotionalen Themen sollen die Spieler ansprechen?
Jake: „Die Hauptstory dreht sich um Zul’jarra und Zul’jan, und das Team hat viel Zeit und Mühe in ihre Entwicklung gesteckt. Als Träger von Zul’jins Vermächtnis sollten sie besonders einprägsam sein. Die zentralen Themen drehen sich darum, die Vergangenheit anzuerkennen, ohne von ihr gefesselt zu sein. In der gesamten Zone begegnen wir verschiedenen Situationen, die dieses Thema aufgreifen – nicht nur bei den Amani, sondern (Spoiler!) auch bei den Loa. Angesichts der gewaltigen Bedrohung durch die Leere müssen unsere Hauptfiguren neu bewerten, was wirklich wichtig ist, während sie gleichzeitig ihre Geschichte akzeptieren.“
Frage: Wie habt ihr die Lore der Amani-Trolle über die Hauptgeschichte hinaus erweitert?
Jake: „Wir haben den ursprünglichen Raid und die Inhalte aus Burning Crusade als Grundlage genommen und daraus eine komplett neue, spielbare Zone entwickelt. Während die Kampagne direkt in die Erweiterung eingebunden ist, wird ein Großteil der Geschichte von Zul’Aman durch Ingame-Lore vermittelt. Ein besonders spannender Aspekt ist die Vielfalt der Substämme, die sich von den Amani abgespalten haben. Es war uns wichtig, jedem Stamm eine eigene Identität zu geben. Sie sind zwar alle Waldtrolle und stehen in gewisser Weise unter den Amani, aber dennoch einzigartig.“
Frage: Welche besonderen Herausforderungen stellen die Leeren-Invasionen für die Amani dar im Vergleich zu früheren Konflikten?
Jake: „Die Leere ist der Auslöser für viele Ereignisse in Midnight und bringt auch die Champions von Azeroth nach Zul’Aman. Obwohl sich die Amani lange isoliert haben, beginnen sie nun, die Situation neu zu betrachten. Im Verlauf der Kampagne werden sie weniger feindselig und toleranter gegenüber den Spielern. Ihre Prioritäten verschieben sich: Statt sich auf den Konflikt mit den Blutelfen zu konzentrieren, geht es nun darum, ihre Heimat vor der Leere zu schützen.“
Frage: Wie habt ihr die alte Zone aus Burning Crusade modernisiert und gleichzeitig ihre Identität bewahrt?
Jake: „Eine bestehende Zone zu überarbeiten ist immer ein riesiges Projekt, an dem viele Teams beteiligt sind. Die größte Herausforderung war, dieses beliebte Stück Warcraft-Geschichte zu erweitern. Wir haben stets darauf geachtet, dass die starke Identität der Amani erhalten bleibt und Spieler genau das vorfinden, was sie erwarten. Jede Entscheidung wurde mit dem Ziel getroffen, Zul’Aman authentisch und typisch Amani zu gestalten.“
Frage: Die verlassenen Loa-Tempel spielen eine große Rolle – wie wurden diese neu interpretiert?
Jake: „Eines der spannendsten Elemente in Zul’Aman sind die Tempel der vier großen Loa, die Spieler gemeinsam mit Zul’jarra erkunden. Jeder Tempel ist einzigartig: Akil’zons Tempel liegt auf einem gewaltigen Berggipfel mit beeindruckender Aussicht, Halazzis Tempel ist von Nebel umhüllt, Nalorakks Tempel gleicht einem Dungeon und Jan’alais Tempel befindet sich auf einer isolierten Insel mit Feuersäulen. Jeder Ort hat seine eigene Architektur, Geschichte und Atmosphäre.“
Frage: Wie wurde der Spielfluss und die Progression in der Zone gestaltet?
Jake: „Midnight bietet verschiedene Möglichkeiten, den Charakter zu entwickeln. Beim ersten Besuch von Zul’Aman sind bestimmte Inhalte noch gesperrt, da man bei den Amani keinen guten Ruf hat. Sobald die Kampagne beginnt, öffnen sich nach und nach mehr Inhalte wie Nebenquests, Händler oder lokale Geschichten. Spieler können jederzeit pausieren und andere Aktivitäten wie Dungeons oder Delves erkunden.“
Frage: Gibt es noch Tipps oder Highlights für Spieler?
Jake: „Mein wichtigster Tipp ist: Erkunden! Es gibt unglaublich viele versteckte Details, besonders in Zul’Aman. Spieler können zahlreiche Belohnungen entdecken – von Ausrüstung über Reittiere bis hin zu kosmetischen Items und Wohnungsdekoration. Das Team hat mit viel Leidenschaft an diesem Projekt gearbeitet, viele von uns sind mit World of Warcraft aufgewachsen. Diese persönliche Verbindung spiegelt sich in der Zone wider.“
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.
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