Sudden Strike 5 - Test/Review
Während sich einige von uns bereits auf tropische Abenteuer in Tropico 7 vorbereiten, wirft uns Publisher Kalypso Media zunächst in eine ganz bestimmte Epoche der Menschheitsgeschichte: Der Zweite Weltkrieg.
Von Lars Hack am 20.05.2026 - 03:35 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

PC

Publisher

Kalypso Media

Entwickler

Kite Games

Release

23.04 2026

Genre

Strategie

Typ

Vollversion

Pegi

16

Webseite

Preis

49,99 Euro

Media (8)

Der Krieg geht weiter


Während sich einige von uns bereits auf tropische Abenteuer in Tropico 7 vorbereiten, wirft uns Publisher Kalypso Media zunächst in eine ganz bestimmte Epoche der Menschheitsgeschichte: Der Zweite Weltkrieg. Entwickler Kite Games belebt die Sudden Strike mit dem fünften Teil der Reihe nach langer Zeit wieder und einmal mehr entscheiden wir über das Schicksal digitaler Kriegshelden von den Wüsten Afrikas bis nach Deutschland hinein.

Das kennen wir doch


Der Zweite Weltkrieg. Hat irgendeine andere Epoche der Menschheitsgeschichte so viele Spiele und Filme inspiriert? Ich glaube, inzwischen wissen wir alle, was in diesen Jahren so passiert ist, wahlweise von der Leinwand oder von unseren Bildschirmen. Viel zu sagen gibt es in Hinblick auf die Story deswegen nicht für Sudden Strike. Von der Krim-Halbinsel, auf der die Sowjetunion gegen die Wehrmacht gekämpft hat, über die Wüsten Afrikas, mit ausufernden Panzerschlachten, bis hin zum zerbombten Europa bietet uns auch Sudden Strike 5 die gewohnten Schauplätze und, fühlt sich makaber an, das zu sagen, Highlights des schlimmsten Konflikts, den dieser Erdball, den wir Heimat nennen, jemals gesehen hat. Dabei geht es mal mehr, mal weniger historisch zu - denn nicht immer spielen wir auch die Generäle, die für die jeweiligen Schauplätze bekannt sind. In den Kampagnenmissionen stehen uns drei Generäle zu Beginn der einzelnen Missionen zur Auswahl. Diese haben verschiedene Stärken, bevorzugen eine mal eher aggressive, eher defensive oder ausgewogene Herangehensweise, die unsere Einheiten auf verschiedene Arten stärkt. Drei Kampagnen stehen uns derweil zur Verfügung, eine auf Seite von Nazi-Deutschland, eine Allierten-Kampagne und die Kampagne der Sowjetunion im Bemühen, das Mutterland zu verteidigen. Jede Seite hat einen eigenen Pool an Einheiten, Infanterie, Panzer, Fahrzeuge, Flugzeuge und so weiter und so fort. Und jede Einheit erfüllt ihre eigene, wichtige Rolle. Infanteristen können zwar keine Panzer angreifen (wenn sie keine passenden Granaten haben), besetzen aber Gebäude, beleben Verbündete wieder und liefern weitreichenden Feuersupport. Was red ich da? Das greift viel zu kurz! Als Kommandant müssen wir geschickt unseren Pool an Einheiten einsetzen und miteinander kombinieren. Bloße Wellen an Infanterie werden an eingegrabenen Feindlinien aufgerieben oder von Panzern vorgeführt. Reine Panzer-Vorstöße sind inflexibel, geben ihre Flanke schnell preis und einmal demoliert, können Fahrzeuge schnell flachliegen und vom Gegner hochgenommen werden. Das ganze lässt sich lange weiterstricken, aber das Prinzip ist klar: Kombinieren, vorstoßen, neu sortieren und wieder von vorne.

Nachschub an die Front


Basenbau gibt es hier nicht. Stattdessen regeln wir unseren Nachschub über Kontrollpunkte, die auf der Karte verteilt sind. Diese geben uns Nachschubpunkte, die wir an speziellen Kontrollpunkten für neue Einheiten ausgeben. Kaum bestellt, betreten diese bereits das Getümmel vom nahen Kartenrand aus. Aber Kontrollpunkte erlauben uns mehr, als nur Einheiten zu rufen. Beispielsweise sind Fliegerangriffe und Erkundungsflüge eher Fähigkeiten, die wir freischalten, wenn wir entsprechende Punkte einnehmen. Mit diesen bombardieren wir schließlich Stellungen, bevor wir sie in einer großangelegten Offensive am Boden einnehmen. Dabei spielt auch die Logistik eine große Rolle! Wir schieben nicht nur Soldaten über das Schlachtfeld, sondern sorgen auch dafür, dass Waffenteams - wie Mörser - ausreichend Munition dabei haben. Oder Panzer, die ebenfalls Munition, aber auch Treibstoff benötigen. Das ganze regeln wir, erneut, entweder mit den passenden Kontrollpunkten oder mit Nachschubfahrzeugen, die wir im Tross hinter unseren Kampfeinheiten herschicken. Fahrzeuge sind dabei übrigens nicht nur dankbare Abnehmer von Sprit und Kugeln, sondern haben auch verschiedene Trefferzonen und Teile, die zerstört werden können. Stirbt die Mannschaft eines Panzers, machen wir ihn mit neuen Infanteristen wieder flott. Sind die Ketten beschädigt oder die Waffen, brauchen wir stattdessen eben den gerade genannten Reparaturwagen. Die einzigen, die uns zu kommandantischen Höchstleistungen im Weg stehen, sind unsere Gegner… und zwar in mehr als nur der offensichtlichen Hinsicht! Klar, wir verbringen unsere Missionen damit, Boden gutzumachen und gegnerische Einheiten ins digitale Nirvana zu jagen. Aber dabei wehren die sich nicht nur - sie machen es auch noch nicht unbedingt smart. Denn leider ist die KI, die uns eigentlich herausfordern sollte, eher schwach in diesem Weltkriegs-Ringen. Feindliche Panzer fahren auf unsere Einheiten zu und beginnen einfach zu führen. Okay, erstmal keine schlechte Idee. Aber Zangenmanöver oder Positionierung von Einheiten an der Flanke unserer Einheiten? Fehlanzeige. Stattdessen stehen sich Panzer einfach gegenüber, wenn wir nicht von uns aus Flankierungen durchführen. Manche Kampagnenmissionen lassen sich derweil fast nur mit einer Gruppe Mörsertrupps gewinnen. Denn wenn wir mit denen feindliche Stellungen angreifen, beispielsweise Infanteristen in Gebäuden oder Schützengräben, dann bleiben die auch genau da. Alles, was wir verlieren, sind ein paar Mörsergranaten, der Gegner dafür all seine Einheiten auf dem Punkt.

Guter Sound, andere Schwächen


Was Sudden Strike direkt von Beginn an richtig macht, ist der Sound. Damit meine ich nicht nur Explosionen, anfahrende Panzer und dergleichen. Eine komplette deutsche und englische Vertonung erwartet uns, in der wir sogar entscheiden können, ob alles auf deutsch sein soll, oder Einheiten in ihrer Muttersprache sprechen. Somit können wir einen bunt gemischten Kader an Stimmen erwarten, der uns entgegenkommt. Auch die Storymissionen sind gut vertont, vom Briefing bis zu den Hinweisen während der Missionen selbst. Pluspunkte dafür. Und natürlich hat sich auch optisch einiges getan. Vom Gelänge bis hin zu den Gebäuden und Einheiten hat sich, nachvollziehbar, in den letzten 9 Jahren seit Sudden Strike 4 viel getan und ist um einiges hübscher geworden. Dennoch hat sich eine gewisse Unübersichtlichkeit eingeschlichen. Sind unsere Einheiten zu gut im Tarnen? Denn ab und an gehört es auch zu unseren Aufgaben, unsere Truppen zu finden und richtig in Position zu bringen. Das User Interface macht es dabei nur bedingt leichter, denn das ist oft eher kompliziert und wenig hilfreich. Abseits der Kampagne können wir uns anderen Spielern im Multiplayer stellen, die Spannung bleibt da aber eher auf der Strecke. Zwar haben wir dabei nicht mit der dünnen AI und ihrer Untätigkeit - oder fehlender Taktik - zu kämpfen, aber die Auswahl bleibt bescheiden: zwei Spielmodi mit jeweils zwei Karten. Mehr gibt es nicht für alle, die sich mit anderen Internet-Kommandanten messen wollen. Die Vorteile der einzelnen Kommandanten, die wir für diese Gefechte auswählen können, werden dabei auch nicht angezeigt. Die müssen wir uns dann eben aus der Kampagne merken. Und auch die Einheiten der verschiedenen Fraktionen ähneln sich stark, selbst wenn jede Einheit ihre eigene Rolle erfüllt.

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