Star Fox - Test/Review
Fox McCloud ist zurück! Nach vielen Jahren Pause hebt Nintendos bekanntester Weltraum-Söldner erneut mit seinem Arwing ab und bringt einen der beliebtesten Rail-Shooter der Videospielgeschichte auf die Switch 2.
Von Christoph Miklos am 14.07.2026 - 05:05 Uhr

Fakten

Plattform

Nintendo Switch 2

Publisher

Nintendo

Entwickler

Nintendo

Release

25.06 2026

Genre

Shooter

Typ

Vollversion

Pegi

7

Webseite

Preis

49,99 Euro

Media (14)

Jugenderinnerung 2.0


Fox McCloud ist zurück! Nach vielen Jahren Pause hebt Nintendos bekanntester Weltraum-Söldner erneut mit seinem Arwing ab und bringt einen der beliebtesten Rail-Shooter der Videospielgeschichte auf die Switch 2. Verbesserte Grafik, neue Zwischensequenzen und moderne Komfortfunktionen sollen den Klassiker fit für eine neue Generation machen. Ob das gelingt oder ob der Nostalgie-Faktor die größte Stärke des Spiels bleibt, klären wir in unserem ausführlichen Test.

Man kennt es - jetzt noch etwas schicker


Wer das Original von Star Fox 64 kennt, wird sich im Remake sofort heimisch fühlen. Nintendo hat am grundlegenden Spielprinzip bewusst kaum etwas verändert und konzentriert sich stattdessen auf eine deutlich modernere Präsentation. Das bewährte Gameplay bleibt somit nahezu unangetastet, während Grafik und Inszenierung spürbar aufgewertet wurden. Für Neueinsteiger gilt: Star Fox ist ein klassischer Rail-Shooter. Der Arwing bewegt sich überwiegend auf vorgegebenen Flugrouten durch das Weltall und über verschiedene Planeten. Dabei gilt es, gegnerische Jäger auszuschalten, Hindernissen auszuweichen, Power-ups einzusammeln und sich am Ende jeder Mission spektakulären Bossgegnern zu stellen. Das Spiel setzt dabei vor allem auf schnelle Reaktionen, präzises Zielen und abwechslungsreiche Action.
Inhaltlich übernimmt das Remake die bekannte Geschichte. Fox McCloud zieht gemeinsam mit seinem Team – dem selbstbewussten Falco, dem etwas tollpatschigen Slippy und dem erfahrenen Peppy – in den Kampf gegen den wahnsinnigen Wissenschaftler Andross, der mit seiner Armee das Lylat-System bedroht. Die Handlung erfüllt dabei in erster Linie ihren Zweck und dient als roter Faden für die abwechslungsreichen Missionen. Tiefgründige Charakterentwicklungen oder überraschende Wendungen sollten jedoch nicht erwartet werden. Deutlich aufgewertet wurde hingegen die Inszenierung. Sämtliche Zwischensequenzen wurden neu gestaltet und hochwertig animiert. Dadurch wirken die Figuren lebendiger und die Beziehungen innerhalb des Star-Fox-Teams deutlich glaubwürdiger. Das Abenteuer erinnert stellenweise sogar an einen modernen Animationsfilm und gewinnt dadurch spürbar an Atmosphäre.
Ebenfalls gelungen ist der überarbeitete Einstieg. Eine kurze Einführung erklärt die Vorgeschichte rund um Andross und das Lylat-System, bevor das Spiel nahtlos in ein gut umgesetztes Tutorial übergeht. Dadurch finden sich sowohl Serienveteranen als auch Neueinsteiger schnell zurecht und können ohne lange Einarbeitungszeit ins Geschehen eintauchen.

So MUSS Arcade-Action!


Das überarbeitete Tutorial vermittelt die wichtigsten Spielmechaniken in wenigen Minuten und sorgt für einen gelungenen Einstieg. Wirklich komplex fällt das Gameplay allerdings nicht aus – Star Fox setzt seit jeher auf leicht verständliche, aber präzise Arcade-Action. Mit dem Arwing stehen Laser, Smart Bombs, Fassrollen, Loopings, Schub und Bremsmanöver zur Verfügung, mehr braucht es für packende Gefechte nicht. Entscheidend ist jedoch, wie gut sich das Ganze anfühlt – und genau hier überzeugt das Remake auf ganzer Linie. Die Steuerung reagiert präzise und direkt, sodass rasante Ausweichmanöver ebenso viel Spaß machen wie das Ausschalten ganzer Gegnerverbände mit aufgeladenen Laserschüssen oder gut platzierten Bomben. Besonders gelungene Flugmanöver, etwa ein Looping hinter einen Gegner, sorgen auch heute noch für echte Erfolgsmomente.
Am eigentlichen Spielgefühl hat Nintendo erfreulicherweise kaum etwas verändert. Star Fox bleibt ein schnörkelloser Arcade-Shooter mit hohem Tempo, flüssiger Steuerung und einem Charme, der auch nach all den Jahren nichts von seiner Faszination eingebüßt hat.

Schnell durchgespielt


Für Abwechslung ist trotz des überschaubaren Umfangs gesorgt. Insgesamt umfasst das Lylat-System 16 Schauplätze, von denen pro Durchgang jedoch nur sieben besucht werden. Je nach Leistung und erfüllten Bedingungen verzweigt sich die Kampagne auf unterschiedliche Routen, wodurch jeder Spieldurchlauf etwas anders ausfallen kann. Die Reise führt unter anderem über den grünen Planeten Corneria, durch das Asteroidenfeld Meteo, auf den Eisplaneten Fichina oder sogar in die Nähe der Sonne Solar. Neben den klassischen Rail-Shooter-Passagen lockern Abschnitte mit freier Flugbewegung sowie Einsätze im Landmaster-Panzer oder dem Blue-Marine-U-Boot das Spielgeschehen auf. Während die meisten Missionen mit kreativen Ideen und abwechslungsreichen Aufgaben überzeugen, fällt die Unterwassermission auf Aquas erneut etwas ab. Die träge Steuerung und das permanente Ausleuchten der Umgebung mit Torpedos sorgen dafür, dass dieser Abschnitt auch im Remake zu den schwächeren Momenten gehört.
Wie schon das Original ist auch das Remake kein besonders langes Vergnügen. Ein Durchlauf dauert je nach Route und Schwierigkeitsgrad lediglich rund ein bis anderthalb Stunden. Dafür punktet Star Fox mit einem hohen Wiederspielwert: Alternative Wege, versteckte Missionen und unterschiedliche Enden laden zu mehreren Durchgängen ein. Zusätzlich motivieren Medaillen, die durch hohe Punktzahlen und das erfolgreiche Beschützen der Teammitglieder verdient werden. Wer auf allen Routen Bestleistungen erzielt, schaltet schließlich den anspruchsvollen Experten-Modus frei. Praktisch: Nach dem ersten Abschluss zeigt die Übersichtskarte erstmals an, welche Voraussetzungen für alternative Routen erfüllt werden müssen – eine sinnvolle Komfortverbesserung gegenüber dem Original.

Neue Herausforderungen und Multiplayer


Eine der größten Neuerungen des Remakes ist der Herausforderungsmodus. Jede Mission bietet insgesamt zwölf optionale Aufgaben, die von Zeitlimits über Abschussziele bis hin zu speziellen Missionsbedingungen reichen. Während die ersten Herausforderungen noch gut zu bewältigen sind, verlangen die Experten-Aufgaben deutlich mehr Präzision, Streckenkenntnis und fliegerisches Können. Gerade diese Zusatzaufgaben sorgen für einen spürbaren Motivationsschub und erweitern den ohnehin hohen Wiederspielwert sinnvoll. Wer gerne Highscores jagt, perfekte Durchläufe absolviert und jede Mission bis ins Detail meistern möchte, findet hier viele Stunden zusätzliche Beschäftigung. Spieler, die hingegen lediglich die Kampagne einmal erleben möchten, könnten den vergleichsweise kurzen Umfang angesichts des Preises kritischer sehen.
Weniger überzeugend fällt dagegen der Koop-Modus aus. Zwar lässt sich die Kampagne gemeinsam absolvieren, allerdings übernimmt ein Spieler ausschließlich die Steuerung des Fahrzeugs, während der zweite lediglich zielt und schießt. Das funktioniert zwar ordentlich, bietet spielerisch aber nur begrenzten Mehrwert. Deutlich gelungener präsentiert sich der überarbeitete Versus-Modus. Auf drei Karten treten zwei Viererteams gegeneinander an und erfüllen je nach Karte unterschiedliche Ziele – etwa Kontrollpunkte sichern, Energiekristalle sammeln oder Fracht zur eigenen Basis bringen. Ergänzt wird das Ganze durch Power-ups und mehr Action als noch im Original. Zwar ist der Umfang mit lediglich drei Karten etwas knapp bemessen, für kurzweilige Multiplayer-Runden eignet sich der Modus dennoch sehr gut.

Verbesserungen und neue Technik


Neben den großen Neuerungen hat Nintendo auch einige sinnvolle Komfortverbesserungen integriert. So lässt sich die komplette Kampagne erstmals durchgehend aus der Cockpitperspektive spielen. Während diese Ansicht im Nintendo-64-Original nur in den klassischen Rail-Shooter-Abschnitten verfügbar war, funktioniert sie nun auch in den frei begehbaren Flugpassagen. Gerade für präzise Schüsse in den Experten-Herausforderungen ist die Ego-Perspektive eine interessante Alternative. Wer empfindlich auf schnelle Kameradrehungen reagiert, kann den entsprechenden Effekt bei Fassrollen zudem bequem in den Optionen deaktivieren. Eher als nette Dreingabe sind die neuen Chat-Avatare zu sehen. Mit einer angeschlossenen USB-Kamera ahmen ausgewählte Figuren aus dem Star-Fox-Universum im Multiplayer Mimik und Kopfbewegungen der Spieler nach. Das sorgt für den einen oder anderen Schmunzler, ist spielerisch jedoch kaum relevant.
Der größte Pluspunkt des Remakes ist ohne Frage die Grafik. Die Schauplätze des Lylat-Systems wurden komplett neu aufgebaut und überzeugen mit stimmungsvoller Beleuchtung, deutlich mehr Details und modernen Effekten. Vor allem Fans des Originals werden begeistert sein, bekannte Levels endlich ohne die berüchtigte Nebelkulisse des Nintendo 64 erleben zu können. Ganz perfekt ist die Technik zwar nicht – vereinzelt fallen etwas unscharfe Texturen oder etwas längere Ladezeiten auf –, insgesamt hinterlässt das Remake aber einen hervorragenden Eindruck. Dazu kommen eine konstant flüssige Darstellung mit 60 Bildern pro Sekunde sowie ein neu arrangierter Soundtrack, der die Atmosphäre der Weltraumabenteuer gekonnt unterstreicht.

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