Knuffig gut?

Vor knapp 13 Jahren erschienen mit Pokémon Mystery Dungeon Team Rot und Team Blau zwei Klassiker unter den Pokémon-Spinoffs. Aufgrund des großen Erfolges wünschten sich viele Fans eine Fortsetzung oder zumindest ein Remake. Und siehe da: Pünktlich zum Vorostergeschäft bringt Nintendo Pokemon Mystery Dungeon: Retterteam DX für die Switch heraus.
Ab in den Dungeon
Für Nicht-Kenner des Quasi-Vorgängers eine kürze Gameplay-Erklärung: Man schlüpft in die Polygonhaut eines Pokémons und versucht mit seinem Team immer tiefer in die namensgebenden Dungeons vorzudringen. Dabei gilt es, in zugbasierten Kämpfen die eigenen Stärken gekonnt auszuspielen, die möglichen Aktionen der Gegner zu bedenken und währenddessen auch Hunger- und Lebensleisten der Pokémon-Gefährten nicht aus den Augen zu verlieren. Bevor es mit dem Abenteuer losgeht, muss man sich aber für ein Taschenmonster entscheiden. Die Entscheidung übernimmt dabei ein kurzer Persönlichkeitstest, an dessen Ende ein zu den individuellen Charaktereigenschaften passendes Pokémon vorgeschlagen wird. Insgesamt 16 verschiedene Starter-Monster stehen zur Verfügung. Anschließend schlüpft man in die Rolle eines Menschen, der aus zunächst unbekannten Gründen im Körper dieses Pokémon zu sich kommt. Eine Verschnaufpause gibt es nicht, da man möglichst schnell ein Retterteam aus drei Mitgliedern zusammenstellen und die umliegenden Höhlen nach Pokémon in Not durchsuchen muss. Gute Neuerung: Das Team kann komplett frei zusammengestellt werden, das zu Beginn gewählte Starter-Pokémon muss also nicht zwingend mit in jeden Dungeon genommen werden, solange man keine Story-Quest spielt. Es gibt auch ein paar Komfortfunktionen: Mit einem Druck auf den A-Knopf werden jetzt automatischen Attacken ausgeführt. Außerdem durchsucht das Pokémon-Team durch Gedrückthalten der LR-Taste selbstständig den Dungeon nach Items und Questzielen. Das erleichtert das Vorankommen und ist eine sinnvolle Ergänzung des Gameplays.
Rekrutiere sie ALLE!
Hier und da kann man nach einem Kampf ein wildes Monster in sein Team aufnehmen. Einzige Voraussetzung: Man muss ein zum jeweiligen Typ passendes Pokémon-Camp besitzen, in das man nicht benötigte Teammitglieder schicken kann. Das ist gar nicht mal so einfach, denn es gibt zahlreiche Arten von Camps - immerhin haben es die gesamten ersten vier Pokémon-Generationen ins Spiel geschafft. Darüber hinaus gibt es auch einige Mega-Entwicklungen. Das wohl größte Problem an Pokemon Mystery Dungeon: Retterteam DX, vor allem für erfahrene Spieler: der niedrige Schwierigkeitsgrad. In den ersten Spielstunden benötigt man in den Kämpfen keine Taktik. Mit nur ein paar wenigen Klicks ist der Sieg quasi garantiert. Auch im späteren Verlauf der Kampagne steigt der Anspruch nur gering an. Schon im letzten Teil der Hauptreihe, Pokémon Schwert und Schild, klagten Fans über den zu einfachen Schwierigkeitsgrad. Spannend werden die Höhlen-Exkursionen eher durch den Zwang, genug Geld mit in die Dungeons zu nehmen. Anreiz hierfür bietet das Knuddeluff-Orb, mit dem auch untertage Camps für neue Teammitglieder gekauft werden können sowie zufallsgenerierte Stores, die mit seltenen Items werben.
Knuffig!
Schon von der ersten Minute an begeistert der neuste Pokemon-Ableger mit seiner süßen Comic-Optik. Der Look passt wunderbar zur liebevoll gestalteten, bunten Welt der Taschenmonster. Vor allem die Oberwelt und Zwischensequenzen sehen fantastisch aus. Lediglich in den zahlreichen Höhlen verblast das Grafikfeuerwerk etwas.
Pokemon Mystery Dungeon: Retterteam DX ist ab sofort für 44,95 Euro im Handel erhältlich.

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