Aufbauende Story?

Telltale Games ist wieder da und diesmal bringen sie uns das Spiel, das eine Reihe Menschen zu mehr oder minder verdient oder auch unverdienten Ruhm geführt hat. Richtig, die Rede ist von Minecraft! Aber kann man denn Grafik und Gameplay von Minecraft mit dem Storytelling aus dem Hause Telltale kombinieren? Wir werden sehen!
Story Mode!
Dabei hat die Story im Grunde ja gar nicht so viel mit Minecraft an sich zu tun. Um ehrlich zu sein, könnte man die Geschichte eigentlich auch auf jedes andere Universum anwenden. Unser Charakter und seine Clique sind auf gewisse Art die geeky Außenseiter, nebenher gibt es natürlich noch die Coolkids und so oder so fiebern wir ja alle dem Order of Stone nach, also, der klassischen Heldengruppe. Auf gewisse Art erinnert die gesamte Aufmachung des Spiels sogar an The LEGO Movie. Positiv also, immerhin war das ein verdammt guter Streifen. Es startet klein mit einem Bau-Wettbewerb, plötzlich kämpfen wir gegen Zombies und Creeper und finden uns mit einem Mal im Tempel unserer Helden wider, während unsere Heimatstadt auf traumhaft blockhafte Art und Weise zerschmettert wird. Ups!
Wieviel Minecraft hat Minecraft?
Ja, wir bauen Dinge auf, unser Baumhaus zum Beispiel, oder unser Bauprojekt zu Beginn, aber wirklich gebaut im klassischen Sinne wird hierbei nicht. Tatsächlich sieht es eher so aus, dass wir flott auf Q hämmern (bzw. den entsprechenden Controller-Knopf) und einfach zusehen, wie
unsere Helden im Zeitraffer die Blöcke stapeln. Umso besser ist dafür aber, dass wir tatsächlich Gegenstände im Minecraftstil craften, sprich, wir haben unseren Craftingtable und unsere Ressourcen und müssen die Ressourcen auf die richtige Weise anordnen, um das gewünschte Item zu basteln. Keine Sorge, selbst wenn ihr kein eingefleischter Minecraft-Builder seid, ist das kein Problem, immerhin habt ihr ja immer euer schlaues Büchlein dabei, das euch die Rezepte ausspuckt. Quasi eine wandelnde Minecraft-Wiki. Auch wenn wir nicht selbst Hand anlegen und unsere Häuschen, Brücken oder sonstige Dinge selbst bauen, so fühlt sich ja doch zumindest die Welt ringsum entscheidend nach Minecraft an. Natürlich wurde viel aufgehübscht und ja, der Antagonist der Episode sieht aus wie Rasputin persönlich, aber grundsätzlich, im Prinzip, fühlt sich Minecraft: Story Mode an wie Minecraft. Alleine schon das halb fertige Häuschen, das ihr im Laufe der ersten Episode baut, ist einfach die klassische Erfahrung, die man beim Spielen dieses Spiels macht. Gebäude, Optik, Feeling und Charme – alles ist gegeben und fühlt sich auf gewisse Art richtig an.
Feeling und Probleme
Wie schon erwähnt, es fühlt sich auf gewisse Art, einerseits, an wie Minecraft, andererseits könnte es auch jedes erdenkliche andere Spiel sein, zumindest von der Geschichte her. Das ist nicht schlimm, aber zumindest in Episode 1 fehlt uns noch ein wenig der große Knall, das große Knacken, das uns wirklich zeigt „Ja Leute, das muss Minecraft sein, weil DAS nur HIER geht“. Gleichzeitig sind da diese Kleinigkeiten, die uns schmunzeln lassen. Das Bastel-System, die Items, die wir finden, die Sprüche der Charaktere und die Aufmachung der Welt – ganz plump gesagt. Tatsächlich haben wir während des Spielens auch die Option einen unserer Charaktere wegzuschicken, am Ende der Episode zwingen wir sogar gleich zwei zurückzubleiben und ja, es
fühlt sich wirklich an, als hätten wir eine Wahl und könnten etwas verändern. Zur zweiten Episode hin erzählen wir euch dann, ob das wirklich der Fall ist, denn dann waten wir mit einem zweiten Spielstand und genügend Vergleichsobjekten auf um euch konkretere Infos zu geben, doch bisher fühlt es sich zumindest mehr nach einer Chance, nach einer Wahl und einer Option an, als es zum Beispiel in Borderlands oder Game of Thrones der Fall ist. Problematisch bei all dem ist natürlich wieder das übliche Problem, unsere Fehler machen keinen wirklichen Unterschied, wenn wir Mist bauen wiederholen wir die Szene eben, wenn wir uns zwischen zwei Charakteren entscheiden müssen, sind entweder beide noch da oder beide sind weg, in jedem Fall sind es eben diese Momente, die das angenehme Gefühl etwas bewegen zu können, das wir vorhin noch gelobt haben, auf gewisse Art wieder aushebeln. Außerdem buggt Rasputins Bart bei uns und flackert, während er spricht. Das ist zwar kein grober Schnitzer, aber fühlt sich auf gewisse Art schief an.

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