Marvel Tokon: Fighting Souls - Test/Review
Mit Marvel Tokon: Fighting Souls treffen zwei Welten aufeinander, die eigentlich wie füreinander geschaffen sind: die Superhelden und Schurken aus dem Marvel-Universum und die Fighting-Game-Spezialisten von Arc System Works.
Von Christoph Miklos am 18.08.2026 - 03:21 Uhr

Fakten

Plattformen

PlayStation 5 Pro

PlayStation 5

PC

Publisher

Sony Interactive Entertainment

Entwickler

Arc System Works

Release

06.08 2026

Genre

Beat'em up

Typ

Vollversion

Pegi

12

Webseite

Preis

69,99 Euro

Media (13)

Wenn sich Marvel-Helden prügeln


Mit Marvel Tokon: Fighting Souls treffen zwei Welten aufeinander, die eigentlich wie füreinander geschaffen sind: die Superhelden und Schurken aus dem Marvel-Universum und die Fighting-Game-Spezialisten von Arc System Works. Statt einfach nur ein neues Marvel vs. Capcom zu kopieren, setzt das Studio auf ein eigenes Konzept mit spektakulären 4-gegen-4-Teamkämpfen, einer auffälligen Anime-Optik und einem überraschend einsteigerfreundlichen Kampfsystem. Das Ergebnis ist einer der interessantesten Prügler der letzten Jahre – auch wenn das enorme Effektgewitter gelegentlich zulasten der Übersicht geht.

Superhelden im Arc-System-Works-Stil


Bereits optisch macht Marvel Tōkon klar, wer hinter dem Spiel steckt. Arc System Works kombiniert seine bekannte Anime-Ästhetik mit dem Marvel-Universum und interpretiert bekannte Figuren teilweise deutlich neu. Animationen, Spezialattacken und Super Moves sind hervorragend inszeniert. Besonders bei den großen Angriffen verwandelt sich das Geschehen beinahe in eine interaktive Anime-Serie. Dazu kommen abwechslungsreiche Arenen und ein treibender Soundtrack. Technisch läuft das Kampfgeschehen größtenteils sauber. Lediglich wenn mehrere Charaktere, Assists und Effekte gleichzeitig auf dem Bildschirm auftauchen, kann die Übersicht kurzfristig leiden – einer der wenigen größeren Kritikpunkte des Kampfsystems.

4 gegen 4 – aber clever gelöst


Das Herzstück ist das ungewöhnliche 4v4-System. Anders als bei klassischen Tag-Fightern teilen sich die Mitglieder eines Teams einen gemeinsamen Lebensbalken. Dadurch muss man nicht permanent zwischen vier komplett unterschiedlichen Kämpfern wechseln. Neue Teammitglieder werden während des Matches über das Assemble-System eingebunden und können anschließend für Assists und weitere Aktionen genutzt werden. Das sorgt für überraschend viel taktische Tiefe, ohne Einsteiger sofort mit vier vollständigen Movesets zu erschlagen. Wer möchte, kann sich zunächst auf einen Lieblingscharakter konzentrieren und die restlichen Helden hauptsächlich als Unterstützung einsetzen. Fortgeschrittene Spieler bekommen dagegen zahlreiche Möglichkeiten für Tag-Kombos, Assists, Mix-ups und spektakuläre Teamangriffe.

Leicht zu lernen, schwer zu meistern


Besonders gelungen ist die Zugänglichkeit. Einfache Eingaben, automatische Combos und unkompliziert ausführbare Spezialattacken sorgen dafür, dass selbst Genre-Neulinge schnell erste Erfolge feiern. Das bedeutet allerdings nicht, dass Marvel Tōkon oberflächlich wäre. Hinter der einfachen Steuerung verstecken sich zahlreiche Mechaniken, die vor allem im kompetitiven Bereich wichtig werden. Positionierung, Assists, Ressourcenmanagement und das richtige Timing beim Charakterwechsel entscheiden schnell über Sieg oder Niederlage. Vorbildlich fallen zudem die Trainings- und Tutorial-Funktionen aus. Gerade Spieler, die normalerweise einen großen Bogen um komplexe Fighting Games machen, werden hier angenehm an die Mechaniken herangeführt.

Charaktere mit Persönlichkeit


Ein weiterer Pluspunkt ist das abwechslungsreiche Kämpferfeld. Die einzelnen Marvel-Helden und -Schurken unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern spielen sich auch deutlich unterschiedlich. Dadurch macht bereits das Zusammenstellen des eigenen Teams Spaß. Nahkämpfer können beispielsweise mit Charakteren kombiniert werden, die aus der Distanz Druck aufbauen oder besonders effektive Assists besitzen. Die unterschiedlichen Fähigkeiten sorgen dafür, dass sich zahlreiche Teamkombinationen ausprobieren lassen und entsprechend viel Raum für Experimente bleibt.

Story und Spielmodi


Überraschend ordentlich präsentiert sich auch der Einzelspielerbereich. Die Story ist zwar keine erzählerische Offenbarung, bietet Marvel-Fans aber genügend bekannte Figuren, Humor und spektakuläre Begegnungen, um für einige Stunden zu unterhalten. Daneben stehen klassische Trainingsmöglichkeiten sowie lokale und Online-Kämpfe zur Verfügung. Mit Arcadia Rumble gibt es außerdem einen lockereren Party-Modus, der etwas Abwechslung vom kompetitiven Prügelalltag bietet. Langfristig liegt der Schwerpunkt aber klar auf den Kämpfen gegen andere Spieler.

Online


Für ein modernes Fighting Game besonders wichtig: die Online-Infrastruktur. Marvel Tōkon bietet Rollback-Netcode und Crossplay, wodurch PC- und PlayStation-Spieler gegeneinander antreten können. Ergänzt wird das Ganze durch Online-Lobbys und verschiedene Möglichkeiten, Matches auszutragen. Damit bringt Arc System Works eine solide Grundlage für eine langfristige kompetitive Community mit.

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