Bissiger Spaß?

In Maneater, dem neusten Werk aus dem Hause Tripwire Interactive, schlüpft ihr in die Polygonhaut eines rachsüchtigen Hais, der Unmengen von Tieren und Menschen frisst. Stellt sich jetzt bloß die Frage: Macht das auch Spaß?
Kreislauf des Lebens
Maneater fängt sehr actionreich und vor allem blutig an: Der Haijäger „Scaly Pete“ schneidet uns aus dem Bauch unserer Haimama heraus, die bei diesem Eingriff stirbt. Als Rache beißen wir gleich mal den Arm des bärtigen Bösewichts ab. Mehr wollen von der trashigen Story, die als Pseudo-Doku inszeniert wird nicht verraten. Als Baby-Bullenhai-Weibchen starten wir in den sumpfigen Flüssen von Fawtick Bayou, wo wir erste Mahlzeiten in Form von Schildkröten und kleineren Fischen schnappen. Die Spielwelt ist offen angelegt und in insgesamt acht zusammenhängende Gebiete unterteilt. Die sind ebenso sehenswert wie abwechslungsreich, im Wasser tummeln sich zudem viele unterschiedliche Fischarten und andere Lebewesen. Und auch menschliche Aktivitäten gibt es genug, Boote fahren etwa herum oder Schwimmer plantschen in den Fluten, weshalb sich die Welt angenehm lebendig anfühlt. Um stärker zu werden und zu wachsen, müssen wir nicht nur Tiere (oder Menschen) auffressen, sondern auch am besten Nährstoffspeicher finden und zu Sehenswürdigkeiten schwimmen. Noch mehr „Belohnungen“ gibt es für das Erfüllen von Haupt- und Nebenmissionen, die aber kaum Abwechslung bieten. Fast immer heißt es „Friss 10 X-Tiere“ oder „Erledige Feind X“. Unser Hai kann nicht nur kräftige Bisse austeilen, sondern auch fest zupacken und das Opfer zusätzlich mit den Sägezähnen schütteln. Ein Schlag mit der Schwanzflosse schleudert Gegner davon oder betäubt sie, und natürlich können wir aus dem Wasser schnellen. Das ist vor allem bei Angriffen auf Menschen wichtig, die in Booten und Jetskis unterwegs sind oder am Ufer herumlungern. Für eine Weile kann man sich sogar an Land begeben - zumindest, bis die Luft ausgeht. Ein großes Problem bei den zahlreichen Fressattacken: die Kameraführung. Da es keine feste Zielanvisierung gibt, muss man ständig die Kameraposition per Hand nachjustieren. Das ist nicht nur nervig, sondern führt auch schnell zu ungewollten Buttonmashing.
Pimp my shark
Sobald man ausreichend Nährstoffe zu sich genommen hat, entwickelt man sich vom Jungtier zum Teenager weiter. Dadurch erhöht sich die Größe, der Schaden und die Geschwindigkeit unseres Hais. Per Evolution erhält unser Raubfisch überdies Features wie ein übermächtiges Sonar, betäubende Elektrokiefer und zupackende Knochenzähne oder eine Knochenpanzerung um Boote zu rammen. Diese Upgrades sind auch bitter nötig, da man im Verlauf der Kampagne auf fiese Barrakudas, gefräßige Alligatoren und mordlustige Haijäger trifft. Zynische Kommentare lockern die Geschehnisse immer wieder auf. Technik
Das Unreal-Engine-Gerüst von Maneater hinterlässt einen durchwachsenen Eindruck: Die gelungene Atmosphäre unter Wasser wird immer wieder durch matschige Texturen getrübt. Auch wirken die Animationen von schwimmenden Menschen arg holzig. Der Sound lässt sich dagegen nichts zuschulden kommen. Satte Effekte wie das Knacken von Schildkrötenpanzern können sich ebenso hören lassen wie die deutsche Sprachausgabe der Zwischensequenzen, bei den Sprüchen und Sprachsamples der Menschen im Spiel müssen wir allerdings mit englischer Synchronisation Vorlieb nehmen. Aufgrund der überzeichneten Gewalt und des durchaus humoristischen Settings ist Maneater ab 16 Jahren freigegeben. Das 40 Euro teure Spiel ist für Windows-PC via Epic Store verfügbar, zudem für Playstation 4 (Pro) und für Xbox One (X). Eine Version für Nintendo Switch soll folgen. Einen Mehrspieler-Part besitzt der Titel nicht.

1 Kommentar

Singh um 18.06.2020 - 07:40

Best Of Best

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