Familienfest

Das Original-Mafia von der tschechischen Firma Illusion Softworks hat damals, im Jahr 2002, neue Maßstäbe in Sachen Technik (Open World) und Storytelling gesetzt. Entwicklerteam Hangar 13 hat nun sämtliche Stärken und Schwächen des Spiels analysiert, um ein bestmögliches Remake abzuliefern. Ob das gelungen ist?
Nach wie vor spannend bis zum Ende
In Mafia geht es nach wie vor um die Lebensgeschichte von Tommy Angelo, der sich vom Taxifahrer zu einer zentralen Figur des organisierten Verbrechens von Lost Heaven hocharbeitet. Die knapp 12 Stunden lange Kampagne umfasst 20 Missionen, die durch gut inszenierte Zwischensequenzen miteinander verbunden werden. Leerlauf gibt es in diesem Open-World-Actiontitel demnach nicht. Extra für das Remake wurden sämtliche Figuren mit Schauspielern per Motion Capture aufgenommen und komplett neu vertont. Man hat sogar viele Ingame-Videos umfangreicher gestaltet und mit neu geschriebenen Dialogen versehen. So konnten die Entwickler vor allem den Nebencharakteren deutlich mehr Raum zur Entfaltung gegeben. Auch bei einigen Missionen wurden „Optimierungen“ vorgenommen. So wurde zum Beispiel die gefürchtete Autorenn-Mission „Fairplay“ deutlich entschärft (man gewinnt leichter) und verkürzt (nur noch drei Runden lang).
Weitere Anpassungen
Ebenfalls von Grund auf neu gemacht wurde die Steuerung. Es gibt nun ein modernes Deckungsshooter-Gameplay. Tommy kann nun aktiv hinter Wänden, Türrahmen und Kisten Schutz suchen und lehnt sich zum Zielen dahinter hervor. Unverändert bleiben das rudimentäre Kampfsystem (Schlagen und Ausweichen) und das maue Waffenarsenal. Ein Highlight sind nach wie vor die rund 60 detailgetreuen Vehikel, welche in Lost Heaven herumfahren. Neu im Remake ist die Einführung von Motorrädern, eine Premiere in der Serie. Das authentische Fahrgefühl (Beschleunigung, Bremsweg, Gewichtsverlagerung, Grip usw.) macht so viel Spaß, dass man die optionale Funktion „unwichtige Fahrten überspringen“ selten bis nie verwenden wird. Schade bloß, dass die offene Spielwelt, abgesehen von den abwechslungsreichen Stadtvierteln und der hohen Weitsicht, im Grunde nichts zu bieten hat. Abseits von Sehenswürdigkeiten und ein paar Sammelgegenständen gibt es nichts zu Entdecken. Im Vergleich zu modernen Open-World-Spielen fühlt sich das schlicht ungewohnt an.
Für „Oldskool“-Zocker gibt es auch eine „Klassische Schwierigkeit“-Einstellung, die als härteste Schwierigkeitseinstellung des Spiels dient und einige Spielmechaniken wie Munitionsmanagement und die Reaktion der Polizei auf Verbrechen verändert, um dem Originalspiel von 2002 besser zu entsprechen.
Unser Testvideo zur Mafia: Definitive Edition


Technik
Als neuer Grafikmotor dient die Mafia-3-Engine. Das Remake ist wirklich schick, vor allem die Reflexionen in Fahrzeugen oder Wasserflächen überzeugen auf ganzer Linie. Auch die Gesichter, die schon 2002 für Begeisterung sorgten, sind bei den wichtigen Charakteren überragend gut dargestellt und animiert. Lippensynchron sind die Dialoge hingegen nur bei der englischen Sprachausgabe. Zusätzlich gibt es zwei Radiosender, die klassische 30er-Musik spielen. Technisch lief die PC-Version butterweich und komplett bugfrei, lediglich die Ladezeiten nach einer gescheiterten Mission zogen sich stellenweise etwas in die Länge.
Die Mafia: Definitive Edition ist ab sofort für 29,95 Euro erhältlich.

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