Tödliches Ende

Mit Hitman 3 schließt das Entwicklerteam IO Interactive nicht nur eine spannende Trilogie ab, sondern es ist auch der vorerst letzte Teil mit dem glatzköpfigen Auftragskiller. Ob es sich um einen würdevollen Abschluss handelt, lest ihr in unserer ausführlichen Review!
Noch sechsmal
Der dritte Hitman-Teil umfasst sechs abwechslungsreiche Missionen. Man ist in Dubai, England, Deutschland, China, Argentinien und Rumänien unterwegs. Wie gewohnt gibt es toll designte Open-World-Schauplätze wie zum Beispiel einen hochmodernen Wolkenkratzer im heißen Dubai oder eine Disco im verregneten Deutschland. Für noch mehr Abwechslung abseits der Kampagne sorgen die sogenannten Escalation Contracts. Dabei handelt es sich um neue Aufträge in bekannten Levels. Schade bloß, dass es dieses Mal keine besonderen Aufträge wie zum Beispiel die Sniper-Missionen in Hitman 2 gibt. Alteingesessene Fans werden sich sofort wohlfühlen. In bester Serientradition laden die Sandbox-Schauplätze zum kreativen Morden ein. Zielpersonen können ganz „altmodisch“ vergiftet oder mit der Klaviersaite erdrosselt werden. Alternativ greift man zum explodieren Golfball oder lässt einen schweren Kronleuchter abstürzen. Nach ungefähr sechs Stunden werden erfahrene Spieler den ersten Durchlauf geschafft haben. Doch keine Sorge: Die Schauplätze sind wieder so kreiert, dass sie zum mehrmaligen Besuch Einladen.
Hinsichtlich des Gameplays gibt es allerdings ernüchternd wenig Neues zu berichten. Agent 47 verfügt jetzt über eine Kamera, mit der man bestimmte Dinge in der Spielwelt manipulieren kann, wie zum Beispiel ein Fenster öffnen oder eine Sicherheitstür hacken. Wirklichen Mehrwert bietet das Gadget allerdings kaum. Grundsätzlich heißt es in Hitman 3 eher: mehr vom Bekannten, weniger Neues. Eine der größten Neuigkeiten, und das sagt viel über die Experimentierfreude der Entwickler aus, ist dass, Wachen einen jetzt auch in Spiegeln sehen können. Dafür lassen sich die Wachen allerdings ganz einfach mit auf dem Boden liegenden Waffen austricksen. Selbst wenn die Wache extra als Bodyguard für die Zielperson abgestellt wurde, lässt sie sich mit einer geschickt auf dem Boden platzierten Waffe ablenken. Kurz gesagt: Die KI bleibt auf einem eher schwachen Niveau.
Ähnlich schwach sieht es bei der Handlung aus, die für Nicht-Serienkenner extrem verwirrend sein dürfte. Und auch die letzte Mission fühlt sich für Hitman-Verhältnisse arg linear an. Für das quasi große Finale hätten wir uns mehr erwartet.
Technik
Hitman 3 nutzt die hauseigene Glacier Engine, die sehr hübsche Licht- und Schatteneffekte auf den Monitor zaubert. Auch die hohe Anzahl an NPCs kann sich sehen lassen. Lediglich die Animationen wirken etwas steif. Der Soundtrack ist gewohnt treibend - auf eine deutsche Vertonung wurde erneut verzichtet. Hitman 3 ist der Abschluss einer Trilogie. Wie es danach mit dem Glatzkopf weitergeht, ist unklar. Das Entwicklerstudio IO Interactive hat als nächstes Projekt ein Spiel auf der Basis von James Bond in der Pipeline, so dass Agent 47 wohl erstmal eine längere Pause hat oder in Rente gehen darf.
Hitman 3 ist seit dem 20. Januar 2021 für Windows-PC, PlayStation 4 und 5, Xbox One und Series X/S sowie per Spielestreaming für Google Stadia und Nintendo Switch erhältlich. Der Preis liegt bei 49,95 Euro. Das Spiel unterstützt PlayStation VR, einen Multiplayermodus gibt es nicht. Wer die Vorgängerspiele besitzt, kann die Missionen daraus in Hitman 3 importieren. Die neu in der Engine verfügbaren Screen Space Reflections sollen auch in den Umgebungen der früheren Serienteile zu sehen sein. Im Falle von Hitman 2 auf Windows-PC arbeiten die Entwickler allerdings erst an der Übernahmeoption - laut einer Mitteilung auf Twitter könnte das noch ein paar Wochen dauern.

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