Gears of War: E-Day - Vorschau/Preview
Mit Gears of War: E-Day kehrt The Coalition nicht nur zu den Ursprüngen der traditionsreichen Shooter-Reihe zurück, sondern will auch den Multiplayer auf eine neue Stufe heben.
Von Christoph Miklos am 30.07.2026 - 15:58 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox Series X

PlayStation 5

PC

Xbox Series S

PlayStation 5 Pro

Publisher

Xbox Game Studios

Entwickler

The Coalition

Release

06.10 2026

Genre

Action

Typ

Vollversion

Pegi

18

Webseite

Preis

69,99 Euro

Media (14)

So viel Spaß macht der Multiplayer


Brutaler, schöner und überraschend frisch


Mit Gears of War: E-Day kehrt The Coalition nicht nur zu den Ursprüngen der traditionsreichen Shooter-Reihe zurück, sondern will auch den Multiplayer auf eine neue Stufe heben. Das Prequel spielt rund 14 Jahre vor dem ersten Gears of War und erzählt vom verhängnisvollen Emergence Day, an dem die Locust erstmals aus dem Untergrund hervorbrechen und Sera ins Chaos stürzen.
Im Rahmen einer Multiplayer-Preview konnten wir uns einen Eindruck von den PvP-Gefechten sowie dem neuen Koop-Modus Horde Siege verschaffen. Bereits nach den ersten Partien wird klar: E-Day möchte das typische schwere Gears-Spielgefühl bewahren, modernisiert aber Bewegung, Steuerung und einige zentrale Mechaniken. Vor allem Horde Siege könnte dabei zu einem echten Multiplayer-Highlight werden.

Typisch Gears – aber deutlich moderner


Wer Gears kennt, wird sich grundsätzlich sofort heimisch fühlen. Noch immer bewegen sich die massigen Soldaten mit spürbarem Gewicht über das Schlachtfeld, während das Deckungssystem eine zentrale Rolle in den Gefechten einnimmt. Einfach blind auf den Gegner zuzustürmen, endet entsprechend schnell mit dem virtuellen Ableben. Gleichzeitig wirkt das Gameplay moderner und flüssiger. Der Wechsel zwischen Deckungen, Schießen und Ausweichmanövern geht direkter von der Hand, ohne dass E-Day dabei das charakteristische schwere Spielgefühl verliert. Besonders auffällig ist der überarbeitete Roadie Run. Der geduckte Sprint wird nun klassisch über den linken Analogstick aktiviert, während die Kamera weiter zurückfährt und einen besseren Überblick ermöglicht. Während des Sprints sind zudem Slides und kleinere Sprünge möglich. Dadurch entsteht deutlich mehr Bewegungsfreiheit als in älteren Teilen. Auch das bekannte aktive Nachladen ist wieder dabei. Wer den richtigen Zeitpunkt erwischt, profitiert weiterhin von der Mechanik, wobei die Anzeige nun prominenter in der Bildmitte platziert wurde.

Versus: Bewährte PvP-Action


Im klassischen Versus-Modus treten zwei Teams mit jeweils vier Spielern gegeneinander an. Zum Launch sollen sechs Karten und vier Spielvarianten zur Verfügung stehen. Beim grundsätzlichen Spielablauf bleibt The Coalition der Serie treu: Deckungen clever nutzen, Gegner flankieren und im richtigen Moment aggressiv vorstoßen. Durch die neuen Bewegungsmöglichkeiten wirkt das bekannte Konzept allerdings etwas dynamischer. Neben klassischen Gefechten wie Team Deathmatch gibt es mit Conquest eine Variante des bekannten King-of-the-Hill-Prinzips. Hier kämpfen beide Mannschaften um bestimmte Bereiche der Karte. Gerade dabei zeigt sich, wie wichtig Kommunikation und das Deckungssystem bleiben. Die bisher gezeigten Karten kombinieren offene Bereiche mit engen Innenräumen, unterschiedlichen Höhenebenen und zahlreichen Deckungsmöglichkeiten. Dadurch wechseln direkte Feuergefechte regelmäßig mit taktischen Positionskämpfen. Spielerisch funktioniert das bereits ordentlich. Eine Revolution des PvP-Konzepts sollte man allerdings nicht erwarten. E-Day baut vielmehr auf der bekannten Gears-Formel auf und versucht, diese durch die modernisierte Bewegung etwas zugänglicher und dynamischer zu gestalten.

Horde Siege ist das eigentliche Highlight


Deutlich spannender fällt unser erster Eindruck von Horde Siege aus. Der neue PvE-Modus entwickelt das klassische Horde-Konzept massiv weiter und bringt erstmals bis zu zwölf Spieler gleichzeitig auf das Schlachtfeld. Diese werden in drei Vierer-Squads aufgeteilt, die auf einer großen Karte unterschiedliche Missionen erledigen. Dabei ziehen immer stärkere Locust-Verbände durch das Gebiet, wodurch schnell gewaltige Gefechte entstehen. Besonders interessant: Die drei Teams agieren grundsätzlich eigenständig, bewegen sich aber auf demselben Schlachtfeld. Dadurch können sich die Wege der Squads kreuzen und spontane gemeinsame Kämpfe entstehen. Zurückgelassene Ausrüstung oder Befestigungen anderer Gruppen können später sogar für das eigene Team nützlich werden.
Neben den regulären Aufgaben warten optionale Ziele, für deren Abschluss zusätzliche Ressourcen winken. Auch die Länge eines Einsatzes lässt sich über unterschiedliche Missionstypen beeinflussen. Damit eignet sich Horde Siege sowohl für eine kurze Runde zwischendurch als auch für längere Koop-Sessions. Zum Abschluss muss das Team erfolgreich aus dem Einsatzgebiet extrahieren. Dadurch bekommt das klassische Horde-Prinzip einen leichten Extraction-Einschlag, ohne sich vollständig von den Wurzeln der Reihe zu entfernen.

Vier Klassen für den Kampf gegen die Locust


Für Horde Siege stehen vier unterschiedliche Klassen zur Verfügung. Assault fungiert als vielseitiger Allrounder, während Breacher auf aggressive Nahkämpfe ausgelegt ist. Marksman übernimmt die Rolle des Scharfschützen und Medic kümmert sich um angeschlagene Teamkameraden. Die Klassen unterscheiden sich nicht nur bei ihren Waffen, sondern auch hinsichtlich taktischer Ausrüstung und spezieller Fähigkeiten. Ausrüstung lässt sich verbessern und mit Mods erweitern. Wer zusätzliche Aufgaben innerhalb der Einsätze abschließt, erhält weitere Ressourcen für Upgrades. Damit deutet sich bereits ein Fortschrittssystem an, das langfristig zum Experimentieren mit unterschiedlichen Builds und Teamzusammenstellungen motivieren könnte.

Technisch beeindruckend


Einen besonders starken Eindruck hinterlässt die Präsentation. Die Schlachtfelder sind detailliert, dicht gestaltet und werden regelmäßig von spektakulären Gefechten in ein Chaos aus Explosionen, Trümmern und Locust verwandelt. Trotz der größeren Multiplayer-Areale wirkt die Umgebung nicht steril. Beleuchtung, Partikeleffekte und die hohe Detaildichte sorgen für eine ausgesprochen atmosphärische Präsentation. Natürlich darf auch der für die Serie typische Gewaltgrad nicht fehlen. Kettensägen-Attacken, Shotguns und andere Waffen hinterlassen entsprechend deutliche Spuren bei den Gegnern. Gears of War bleibt damit auch 2026 eine der kompromissloseren Shooter-Serien. Gerade Horde Siege profitiert von der technischen Inszenierung. Wenn mehrere Squads gleichzeitig kämpfen und zahlreiche Locust das Schlachtfeld überrennen, entwickelt E-Day eine beeindruckende Dynamik.

Ersteindruck


Unser erster Multiplayer-Eindruck von Gears of War: E-Day fällt sehr positiv aus. The Coalition versucht nicht, die bewährte Formel zwanghaft neu zu erfinden, sondern modernisiert genau dort, wo es sinnvoll erscheint. Die Steuerung wirkt direkter, die zusätzlichen Bewegungsmöglichkeiten bringen mehr Dynamik ins Spiel und gleichzeitig bleibt das schwere, taktische Gears-Gefühl erhalten.
Der klassische Versus-Modus macht bereits Spaß, wirkt bislang allerdings eher wie eine solide Weiterentwicklung der bekannten PvP-Formel. Entscheidend wird hier sein, ob die zusätzlichen Modi und Karten zum Launch genügend Abwechslung bieten.
Das klare Highlight ist derzeit Horde Siege. Zwölf Spieler, drei Squads, riesige Schlachtfelder, unterschiedliche Missionsziele, Klassen, Upgrades und die abschließende Extraktion ergeben eine interessante Weiterentwicklung des klassischen Horde-Modus. Vor allem die unvorhersehbaren Begegnungen zwischen den Squads könnten langfristig für zahlreiche erinnerungswürdige Situationen sorgen.
Auch technisch macht E-Day bereits einen hervorragenden Eindruck. Wenn The Coalition die gezeigte Qualität bis zum Release halten und für ausreichend Inhalte sorgen kann, könnte Gears of War: E-Day nicht nur für Serienfans einer der spannendsten Shooter des Jahres werden.
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

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