Forza Horizon 6 - Test/Review
Mit Forza Horizon 6 setzt die beliebte Open-World-Rennspielreihe ihre Erfolgsgeschichte fort und verspricht mehr Freiheit, mehr Fahrzeuge und eine noch lebendigere Festival-Atmosphäre als je zuvor.
Von Christoph Miklos am 26.05.2026 - 00:42 Uhr

Fakten

Plattformen

PlayStation 5 Pro

Xbox Series S

Xbox Series X

PlayStation 5

PC

Publisher

Xbox Game Studios

Entwickler

Playground Games

Release

15.05 2026

Genre

Rennspiel

Typ

Vollversion

Pegi

12

Webseite

Preis

69,99 Euro

Media (21)

Auf der Überholspur in Japan


Mit Forza Horizon 6 setzt die beliebte Open-World-Rennspielreihe ihre Erfolgsgeschichte fort und verspricht mehr Freiheit, mehr Fahrzeuge und eine noch lebendigere Festival-Atmosphäre als je zuvor. Schon die ersten Minuten zeigen: Dieses Spiel will nicht einfach nur ein weiterer Ableger sein, sondern das bisher größte und spektakulärste Horizon-Erlebnis liefern. Doch kann der neue Teil die hohen Erwartungen wirklich erfüllen? Wie gut fahren sich die neuen Fahrzeuge, wie abwechslungsreich ist die Spielwelt und bringt die Serie genug frische Ideen mit, um auch Veteranen zu begeistern? In unserem Test klären wir, ob Forza Horizon 6 erneut die Pole Position im Arcade-Racing sichern kann – oder ob der Konkurrenz langsam die Überholspur gehört.

Japan: Ein Traum für Racer


Kaum ein Schauplatz passt besser zu einem Open-World-Rennspiel als Japan. Zwischen modernen Millionenstädten, kurvigen Bergpässen, engen Küstenstraßen und ruhigen Landregionen bietet das Land eine enorme Vielfalt – und genau diese nutzt Forza Horizon 6 eindrucksvoll aus. Entwicklerteam Playground Games liefert hier die atmosphärisch stärkste Spielwelt der gesamten Reihe ab. Riesige Neon-Metropolen gehen nahtlos in verschlafene Dörfer, dichte Wälder und kurvenreiche Passstraßen über. Besonders nachts entfaltet die Karte ihre volle Wirkung: Regen spiegelt die Lichter der Stadt auf dem Asphalt, Reklametafeln tauchen die Straßen in bunte Farben und Tokio wirkt wie gemacht für nächtliche Straßenrennen. Die neue Karte zählt laut Entwickler zu den größten der Seriengeschichte und wirkt deutlich dichter und abwechslungsreicher als Mexiko aus dem Vorgänger. Wahrzeichen wie die Shibuya Crossing oder der Tokyo Tower treffen auf Industriehäfen, schmale Bergstraßen und idyllische Regionen rund um den Mount Fuji, der oft als Orientierungspunkt dient. Vor allem die kurvigen Passstraßen rund um den Vulkan gehören zu den Highlights für Drift-Fans. Auch traditionelle Gegenden mit Tempeln und Kirschblüten sorgen für starke Kontraste zur modernen Großstadtoptik.

Arcade-Fahrgefühlt trifft auf Mini-Tuning


Beim Fahrverhalten bleibt Forza Horizon 6 seiner Linie treu: unkompliziert zugänglich, gleichzeitig aber angenehm präzise und dynamisch. Im Vergleich zum Vorgänger reagieren viele Fahrzeuge spürbar direkter, wodurch sich Kurvenfahrten und schnelle Richtungswechsel kontrollierter anfühlen. Vor allem das Driften überzeugt erneut – leicht zu lernen, aber trotzdem spektakulär und spaßig genug, um lange bei Laune zu halten. Lediglich die ersten verfügbaren Fahrzeuge wirken teilweise etwas zu weich abgestimmt und vermitteln anfangs nicht immer das volle Potenzial des Fahrmodells. Inhaltlich setzt der neue Teil stärker denn je auf die japanische Automobilkultur. Marken wie Toyota, Nissan, Honda, Mazda und Subaru stehen klar im Fokus und passen perfekt zum Setting. Zum Start umfasst die Fahrzeugliste über 550 offiziell bestätigte Autos. Das ist zwar weiterhin ein enormer Umfang, angesichts der langen Entwicklungszeit hätte die Auswahl aber durchaus noch mutiger ausfallen können. Natürlich sind auch viele europäische und amerikanische Hersteller am Start - zum Beispiel VW, GM, Astron Martin usw.
Japan ist zwar sehr bekannt für seine Tuning- und Custom-Car-Szene, doch im Spiel merkt man nicht so viele davon. Echte Tuning-Fans kommen bei den wenigen Auswahlmöglichkeiten kaum auf ihre Kosten. Immerhin: Ein paar Autos können mit auffälligen Bodykits versehen werden.

Erkundungstour


Nicht wirklich überraschend: Auch in Forza Horizon steht die Festival-Atmosphäre im Vordergrund. Es gibt zwar eine „Rahmenhandlung“, doch die ist, wie auch schon in den Vorgängerteilen, vernachlässigbar. Über eine abwechslungsreiche Karte, die unter anderem schneebedeckte Berge und moderne Stadtgebiete bietet, geht es von einem Rennevent zum nächsten. Im späteren Verlauf der Karriere schaltet man auch praktische Schnellreisefunktionen frei. Auf den mehr als 670 Straßen der neuen Spielwelt gibt es nahezu ständig etwas zu entdecken. Neben klassischen Rennen warten wieder versteckte Fahrzeuge, Sammelobjekte und zahlreiche Nebenaktivitäten auf Spieler. Blitzer, Driftzonen, riskante Sprünge und andere bekannte Serienelemente gehören selbstverständlich erneut zum Umfang. Deutlich spannender fällt diesmal allerdings der Karriereaufbau aus. Playground Games orientiert sich spürbar stärker am ersten Forza Horizon und rückt vom Superstar-Ansatz der letzten Teile ab. Statt direkt als gefeierter Festival-Star zu starten, beginnt die Karriere wieder als unbekannter Fahrer, der sich seinen Ruf erst erarbeiten muss. Genau dieser Ansatz sorgt endlich wieder für ein glaubwürdiges Fortschrittsgefühl. Erfolge bei Rallyes, Touge-Rennen, Drift-Events, Straßenrennen und Drag-Duellen schalten nach und nach die großen Abschlussveranstaltungen frei. Dort warten die typischen, herrlich überdrehten Showrennen der Reihe: Mal geht es gegen riesige Mechs, mal gegen Stuntflugzeuge im Vollgasduell. Komplett absurd, aber genau deshalb unterhaltsam. Die größte Überraschung sind allerdings die neuen „Horizon Rush“-Zeitrennen. Die extremen Strecken erinnern teilweise eher an Gymkhana-Kurse oder Motocross-Parcours als an klassische Straßenrennen. Enge Kurvenfolgen, gigantische Sprünge und chaotische Streckenführungen sorgen für einige der spektakulärsten Events der gesamten Serie. Zusätzlich sorgt ein neues Fortschrittssystem mit freischaltbaren Schwierigkeitsstufen für mehr Struktur. Dadurch wirkt der Spielverlauf deutlich zielgerichteter als noch im Vorgänger, ohne die gewohnte Freiheit der Reihe einzuschränken.

Optik und Technik


Besonders beeindruckend geraten die gewaltigen Stadtautobahnen von Forza Horizon 6. Mehrstöckige Schnellstraßen ziehen sich quer durch die Metropole, verzweigen sich in alle Richtungen und münden schließlich in den größten Autobahnring der gesamten Reihe. Genau hier spielt das Rennspiel seine größten Stärken aus: lange Vollgaspassagen, kreischende Motoren und schnelle Touge-Drifts zwischen Betonwänden und Leitplanken sorgen für spektakuläre Rennen. Gleichzeitig zeigt sich in Tokio aber auch eine der größten Schwächen der Serie. Trotz der riesigen Skyline wirkt die Stadt oft überraschend leblos. Zwar stehen vereinzelt Zuschauer am Streckenrand und feiern die Rennen, doch eine echte Großstadtatmosphäre kommt kaum auf. Fußgänger, Alltagstrubel oder glaubwürdiges Stadtleben fehlen nahezu komplett, wodurch die Millionenmetropole stellenweise eher wie eine aufwendig gestaltete Kulisse wirkt als wie eine lebendige Stadt. Technisch gehört Forza Horizon 6 ohne Zweifel zu den beeindruckendsten Open-World-Rennspielen der aktuellen Generation. Die weiterentwickelte ForzaTech-Engine sorgt für eine enorme Sichtweite, detaillierte Fahrzeugmodelle und eine außergewöhnlich dichte Beleuchtung – besonders bei Nacht oder während Regenfahrten. Vor allem die Reflexionen auf nassem Asphalt, die dynamischen Wettereffekte und die lebendige Lichtstimmung in den Städten setzen die Spielwelt eindrucksvoll in Szene. Auch spielerisch profitiert der Titel von der technischen Basis. Ladezeiten fallen auf aktuellen SSD-Systemen extrem kurz aus und selbst bei hohen Geschwindigkeiten bleibt das Bildgeschehen stabil. Auf leistungsstarker Hardware läuft das Spiel meist flüssig mit 60 Bildern pro Sekunde oder mehr, während Konsolen erneut zwischen Qualitäts- und Performance-Modus wählen lassen. Kleinere Pop-ins und gelegentliche Streaming-Probleme in dicht bebauten Stadtgebieten verhindern zwar den perfekten Eindruck, insgesamt liefert Playground Games technisch aber eines der stärksten Horizon-Spiele überhaupt ab. Weniger überzeugend fällt diesmal allerdings der Soundtrack von Forza Horizon 6 aus. Zwar decken die verschiedenen Radiosender erneut zahlreiche Musikrichtungen von EDM über Rock bis Hip-Hop ab, wirklich im Gedächtnis bleiben aber nur wenige Tracks. Gerade im Vergleich zu früheren Teilen fehlt es vielen Sendern an einer klaren Identität und echten Highlights, die längere Fahrten musikalisch tragen.
Besonders enttäuschend wirkt dabei, dass das Japan-Setting musikalisch nur selten konsequent genutzt wird. Statt stärker auf JDM-, City-Pop- oder elektronische Underground-Einflüsse zu setzen, wirkt die Auswahl häufig austauschbar und sehr international zusammengestellt. Dadurch fehlt einigen Radiosendern genau jene Atmosphäre, die perfekt zur nächtlichen Neon-Optik und den langen Driftfahrten gepasst hätte.

Multiplayer


Auch online bleibt Forza Horizon 6 angenehm zugänglich und flexibel. Vor nahezu jedem Event lässt sich frei wählen, ob Rennen alleine, kooperativ mit anderen Spielern oder im kompetitiven Online-Modus gefahren werden sollen. Dabei drängt das Spiel kaum zu einer bestimmten Spielweise und überlässt die Entscheidung weitgehend den Spielern selbst. Zusätzlich kann der KI-Schwierigkeitsgrad jederzeit angepasst werden, wodurch sowohl Gelegenheitsspieler als auch ambitionierte Fahrer auf ihre Kosten kommen. Genau diese entspannte Herangehensweise gehört weiterhin zu den größten Stärken der Reihe. Während viele Rennspiele zunehmend auf maximalen Wettbewerb und permanente Herausforderung setzen, versteht Forza Horizon 6 besser als die meisten Konkurrenten, dass entspanntes Cruisen und unkomplizierter Fahrspaß oft genauso wichtig sind wie der reine Wettbewerb.
Forza Horizon 6 kann man seit dem 15. Mai 2026 auf dem PC und der Xbox Series X/S Konsole zocken. Eine Umsetzung für die PlayStation 5 (Pro) soll auch bald folgen.

Kommentar schreiben

Artikel auf einer Seite anzeigen