Dieses PlayStation-Video feierten Millionen – heute wirkt es fast schon ironisch
Mit einem nur 21 Sekunden langen Video schrieb Sony im Jahr 2013 ein Stück Videospielgeschichte.
Von Christoph Miklos am 01.07.2026 - 17:09 Uhr - Quelle: Diverse

Fakten

Hersteller

Sony

Release

Weihnachten 2020

Produkt

Komplettsystem

Preis

599 Euro

Webseite

Mit einem nur 21 Sekunden langen Video schrieb Sony im Jahr 2013 ein Stück Videospielgeschichte. Darin reichten sich die damaligen PlayStation-Manager Shuhei Yoshida und Adam Boyes schlicht eine PS4-Spielhülle weiter – begleitet von den Worten: „So teilst du deine Spiele auf der PS4.“ Die Botschaft war eindeutig und richtete sich direkt gegen Microsofts umstrittene DRM-Pläne für die Xbox One.

Damals sorgte Microsoft mit geplanten Online-Checks und Einschränkungen beim Weiterverkauf sowie Verleihen von Spielen für einen gewaltigen Aufschrei in der Community. Zwar ruderte das Unternehmen noch vor dem Verkaufsstart der Konsole zurück, doch der Imageschaden war bereits entstanden. Sony nutzte die Gelegenheit geschickt aus und positionierte sich als Verfechter klassischer physischer Spiele. Das kurze Video entwickelte sich schnell zu einem der bekanntesten Marketing-Momente der Konsolengeschichte und gilt bis heute als Sinnbild für Sonys Sieg im Konsolenkrieg der damaligen Generation.
Mehr als ein Jahrzehnt später bekommt dieser legendäre Seitenhieb jedoch einen unerwarteten Beigeschmack. Sony hat inzwischen angekündigt, ab 2028 keine physischen PlayStation-Spiele mehr anzubieten und vollständig auf digitale Distribution zu setzen. Damit endet auch die Möglichkeit, neue Spiele einfach auf Disc weiterzugeben oder zu verleihen – genau das, was Sony einst als großen Vorteil gegenüber Microsoft inszenierte.
Rückblickend wirkt das berühmte PS4-Video deshalb fast schon ironisch. Was damals als cleverer Seitenhieb gefeiert wurde, erinnert heute viele Spieler daran, wie stark sich die Strategie des Unternehmens im Laufe der Jahre verändert hat. Zwar unterscheiden sich die Hintergründe von den ursprünglichen DRM-Plänen der Xbox One, dennoch dürfte der Vergleich für Diskussionen sorgen.
Shuhei Yoshida erklärte Jahre später, dass das Video nie als bloße Provokation gedacht gewesen sei. Vielmehr habe Sony den Spielern auf möglichst einfache Weise zeigen wollen, dass man auf der PS4 weiterhin das gewohnte Konzept physischer Spiele unterstütze. Genau dieser Kontrast macht den Clip heute allerdings zu einem der wohl am schlechtesten gealterten Marketing-Momente der PlayStation-Geschichte.
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

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