Viele Spiele können uns schon weit im Vorfeld ihres Releases in den Bann ziehen. Schafft ein Spiel es also, eine breite Aufmerksamkeit zu erhalten, handelt es sich entweder um eine bekannte Spieleserie oder die Marketingabteilung hatte mit einer ausgeklügelten Strategie und guten Teasern und Trailern einen Hype auslösen können.
Ein Spiel wird somit von einer sehr idealisierten Perspektive aus gezeigt, wobei der Härtetest an sich erst stattfindet, wenn das Spiel veröffentlicht wird. Dies kann oftmals zu großen Enttäuschungen führen, wie man bei Mass Affect Andromeda sehen konnte. Wenn Spiele hinter ihren Erwartungen zurück bleiben, ist nicht nur die Frustration bei Gamern groß, es schadet auch dem Ruf der Spieleschmiede. Aus dem Grunde gibt es Demos, Alphas, Betas und Early-Access-Titel, die Spielern vorher einen Eindruck von einem Spiel geben sollen. Worin unterscheiden sich diese Testversionen allerdings.
Demos By WolfenSilva (talk) (Uploads) - Photo taken by wS., CC BY-SA 3.0, Link
Demos sind die älteste Form aller Testversionen. Bevor digitale Downloads sich verstärkt durchgesetzt haben, konnte man in diversen Computerzeitschriften- und Läden Demo-CDs finden. Das Ziel von Demos ist es, Spielern das Potenzial eines Spiels aufzuzeigen, aber den Zugang trotzdem zu limitieren. Das äußerte sich entweder darin, dass Spieler eine Storyline bis zu einem besonders spannenden Punkt spielen konnten oder im Falle von Fußballsimulationen nur in der Lage waren, zwischen zwei Mannschaften zu wählen. Das Konzept von Demos hat sich mit dem Aufstieg von mobilen und browserbasierten Spielen allerdings weiterentwickelt. So werden bei Spieleanbietern und Online Casinos oftmals kostenlose Inhalte für eine Registrierung angeboten, Duelz etwa bietet eine Willkommensschatztruhe für neue Spieler an. Spezielle Aktionen und Boni bei Spielen sind ebenfalls Teil einer weiterentwickelten Version von Demos und finden sich bei den beliebtesten Spielen in den Apps Stores und dem Browser wieder.
Alphas und Betas Mit dem Aufstieg von digitalen Spieleplattformen haben sich Alphas und Betas besonders zu einem beliebten Modell gemacht. Alphas sind Spiele, die sich in einer ganz frühen Entwicklungsphase befinden und einem ausgewählten Publikum zugänglich gemacht werden. Entwickler profitieren davon, da sie die Hilfe der Testspieler nutzen, um große Bugs ausfindig zu machen, während Tester vor allen anderen Gamern Zugang zu einem Spiel bekommen. Die meisten Alphas sind allerdings geschlossen oder nur einem sehr beschränkten öffentlichen Publikum zugänglich. Betas sind vom Prinzip her ähnlich, befinden sich allerdings schon in einem fortgeschritteneren Entwicklungsstadium und erlauben einer viel größeren Anzahl von Testspielern den Zugang zum Spiel.
Early Access By Ludeon Studios - http://rimworldwiki.com/, CC BY-SA 4.0, Link
Early-Access-Spiele sind in vielen Aspekten mit Alphas und Betas vergleichbar, da sie sich in einem frühen Entwicklungsstand befinden. Allerdings bezahlt man für Early-Access-Titel genau wie für fertige Spiele, auch wenn die Preise sich nach Fertigstellung des Spiels etwas verändern können. Das besondere allerdings ist, dass die Entwicklung dieser Spiele durch das Feedback der Community beeinflusst wird und sich nicht nur auf die Suche nach großen Bugs beschränkt. So können Entwickler und Fans das gewünschte Spiel über mehrere Jahre hinweg erschaffen. Solch ein Beispiel ist der Koloniesimulator RimWorld, der seit 2013 entwickelt wird. Das Early-Access-Modell gibt dabei besonders Indies eine wichtige Rückversicherung, dass ein Spiel das gewünschte Interesse bei Fans beibehält und das Risiko eines Flops wird durch das ständige Feedback reduziert. Das konnte man auch bei Conan Exiles erkennen. Das Spiel startete äußerst schlecht im Early Access, konnte aber im Entwicklungszeitraum notwendige Kurskorrekturen durchführen, um seine Bewertungen zu verbessern.

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