Man könnte wohl eine ganze Doktorarbeit darüberschreiben, wie sich Beziehungen in Spielen entwickeln und auch wie sie sich durch Spiele entwickeln. Natürlich gibt es gerade in Team-Games eine besondere Beziehung zwischen den Playern, da man sich auch auf sie verlassen muss. Was ist aber, wenn das Zwischenmenschliche dazwischenfunkt und man so gar keine Lust mehr auf seinen Partner hat?
Gerade in der heutigen Zeit ziehen Spiele wie War of Worldcraft, LoL oder Fortnite in den Bann – Multiplayer sind angesagter denn je, und wenn die Digitalisierung mitspielt, wird daraus auch schnell mal mehr als nur ein bisschen Leidenschaft für das Spiel. Dabei nutzt man die Möglichkeit, zusammen etwas aufzubauen, etwas zu erreichen und gemeinsam stark zu sein. Ist man aber nicht nur mit „fremden“ in einem Team, sondern baut sich darüber auch eine persönliche Beziehung auf, dann kann sich das sehr schnell mal aufs Spiel auswirken und auch mal die Online-Welt kann Einfluss auf die Offline-Welt nehmen. Aber nicht nur in der Welt der Spiele kann man Romantik finden und Beziehung aufbauen - heute finden sich Menschen auch auf Internet-Portalen wie Flirtmuttis.
Gemeinsam sind wir stark
Während man viele Online-Games alleine zocken kann, ist der Mix aus „Single“ und „Team“ ein Reiz, den viele Spieler schnell erlegen. Zum einen kann man so Beziehungen aufbauen und ist eben nicht „alleine Zuhause“ zum Zocken, zum anderen muss man auch nicht zusammenspielen. Möchte man nun seine eigene Leidenschaft teilen, mit dem man auch gerne das Bett teilt, kann es durchaus auch mal Probleme geben. Die Unterschiede zwischen einem Team im echten Leben und einem im WoW oder LoL ergeben sich schnell aus den Unstimmigkeiten der Spieler. Hier kann man aber einfach aus dem Spiel aussteigen, bei einer Beziehung ist es nicht so einfach, diese muss wachsen, und zwar in der Online-Welt wie in der Offline-Welt. Diese Kombination aus beiden Welten muss aber auch gelernt werden. Hat man sich beim Spielen kennengelernt, so funktioniert diese Welt besser, hat man sich dagegen beim Online-Dating kennengelernt und entdeckte die gleiche Liebe zu einem der MMORPGs dann wiederum muss man sich vielleicht auch dort erst zusammenraufen – oder eben auch nicht.
Es gibt keine klare Statistik, wie viele der Games in Beziehungen stecken und entsprechend mit ihrer Liebsten oder ihrem Liebsten zocken. Aber die Zahl des gemeinsamen Zockens dürfte nicht so groß sein. Zu viele Komplexitäten ergeben sich aus dem der Spielbeziehung, sodass man sich hier einfach viel schneller in die Haare bekommen kann. Dennoch fasziniert es viele Paare, gemeinsam zu zocken und Spaß zu haben, denn auch hier ist es die gemeinsame Zeit, die zählt.
Gemeinsam einsam Zocken
Auch wenn die Team-Sportarten für Paare geeignet sein mögen, ist man doch auch alleine mit seiner Figur und entfernt sich früher oder später auch wieder von den anderen Team-Mitgliedern. Das Vorurteil, dass man stundenlang alleine in einem dunklen Zimmer sitzt und vor sich hin zockt – ohne Essen & Trinken, ist natürlich längst widerlegt, wenn es auch den einen oder anderen geben mag, der dieses Vorurteil bestätigt. Dennoch ist es schwer, sich eine gut laufende Beziehung über das Spielen aufzubauen. Die Gemeinsamkeiten müssen gesucht und gefunden werden und über das Spielen alleine lassen sich weder Konflikte entschärfen noch zwischenmenschliche Beziehungen aufbauen.
Beziehungen über Games aufzubauen ist schwerer als im realen Leben. Anfang und Ansatz funktionierten schnell und problemlos, weil aus dem Spiel und der Strategie nicht wirklich viel zu hinterfragen ist. Aber außerhalb dieser kleinen Bubble, muss man sich anderen Fragen stellen und kann entsprechend schnell auch darüber stolpern, dass es in der Offline-Welt andere Probleme und Meinungen gibt, die man nicht einfach schnell lösen lässt.

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