Teuflisch gut?

Vor knapp sechs Jahren legte Publisher Capcom die beliebte Devil May Cry Serie neu auf, trotz des kommerziellen Erfolges des vierten Teils. Da aber der offiziell fünfte Teil nur für wenig Begeisterung innerhalb der Community sorgte, gibt es nun eine „echte“ Fortsetzung. Ob die Entwickler aus ihren Fehlern gelernt haben?
Jugendliche Action
Ein gigantischer, bösartiger Baum und ein mächtiger Dämonenkönig versetzen die Einwohner von Red Grave City in Angst und Schrecken. Kein Wunder also, dass in DMC 5 gleich drei Helden zur Hilfe gerufen werden: Serienliebling Dante, Jungsport Nero und der geheimnisvolle V. Die ersten paar Spielminuten wird das Gameplay immer wieder durch actionreiche Zwischensequenzen unterbrochen, was durchaus nerven kann. Aber: Nach dem Prolog löst Devil May Cry 5 die Handbremse und lässt einen mit Nero in den Dämonenkrieg ziehen. Kenner von Teil 4 wissen, dass dessen Besonderheit sein dämonischer rechter Arm ist, der zusammen mit Schwert Red Queen und Pistole Blue Rose den Kampf bestimmt. Im neusten Serienableger weicht die diabolische jedoch einer mechanischen Pranke. Der Grund: Mechanikerin Nico hat praktischen Ersatz konstruiert: die Devil Breaker. Dabei handelt es sich um verschiedene Arme mit individuellen Fähigkeiten. Overture trifft Feinde mit einem elektrischen Schag, Gerbera erzeugt eine Schockwelle und auf dem raketenartigen Punch Line kann Nero sogar reiten. Weitere Modelle kommen im Spielverlauf hinzu und erweitern das Repertoire. Einzige Gemeinsamkeit aller Arme ist die Möglichkeit, mit einer Art Greifhaken kleine Gegner heranzuholen oder sich zu dickeren Brocken hinziehen zu lassen. Beliebig wechseln kann man zwischen den Devil Breakers aber nicht. Stattdessen legt man selbst fest, in welcher Reihenfolge die Arme eingesetzt werden. Vor einer neuen Mission stellt man ein Set aus den verfügbaren Varianten zusammen. Eine weitere Einschränkung: Jeder abgestoßene Arm reduziert die Anzahl des jeweiligen Modells. Grundsätzlich kann man auch ohne mechanische Arme nur mit Schwert und Pistole kämpfen, doch dann gibt es deutlich weniger stylische Kombos. Das wiederum wirkt sich auf die Endwertung aus. Für einen üppigen Score bekommt man nämlich rote Orbs am Ende eines Levels. Die farbigen Brocken dienen serientypisch als Währung für den Kauf neuer Fähigkeiten und Angriffe sowie zur Wiederbelebung der Spielfigur.
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Der Geheimnisvolle
Nachdem man ein paar Missionen mit Nero gemeistert hat, kann man in die Polygonhaut von „V“ schlüpfen. Er verfolgt in der Geschichte seine eigenen Ziele und kämpft auch völlig anders als Nero. V kämpft nämlich nicht selbst, sondern schickt drei geisterhafte Wesen in die Schlacht: Vogel Griffon feuert Projektile und Blitze ab, während Panther Shadow mit Pranken und Stacheln im Nahkampf wütet. Wenn die Devil-Trigger-Leiste gefüllt ist, ruft V zeitweise den mächtigen Nightmare herbei: einen kantigen Golem, der Laser verschießt und Hiebe von enormer Kraft und Reichweite verteilt. Während die drei Kreaturen kräftig austeilen, hält man V aus der Schusslinie. V spielt sich entsprechend schwieriger als Nero und Dante, vor allem bei einer hohen Gegnerdichte ist das Ausweichen nicht immer so einfach. Der Serienliebling
Ungefähr ab der Hälfte des Spiels darf man mit Dante in die Schlacht um Red Grave City ziehen. Von den drei Figuren verfügt der Veteran über das größte Angriffsrepertoire. Dante kombiniert Schwert, Schusswaffen und Kampfhandschuhe mit vier verschiedenen Kampfstilen: Swordmaster priorisiert Schwerthiebe, Trickster setzt auf Tempo, Gunslinger betont den Fernkampf und Royal Guard nutzt die Einheiten der Devil-Trigger-Leiste für schnelles Ausweichen und Konter. Alternativ transformiert man Dante bei gefüllter Leiste in seine Teufelsform, die ihn für kurze Zeit besonders mächtig macht. Abseits der Standardgegner gibt es natürlich auch wieder gut inszenierte Bosskämpfe, die spezielle Taktiken erfordern. Nach einmaligem Durchspielen wird ein höherer Schwierigkeitsgrad anwählbar, der insbesondere Veteranen anspricht. Das dauert ungefähr zwischen zehn und zwölf Stunden. Darüber hinaus kann man sich auch auf die Suche nach Extras begeben.
Technik
Devil May Cry 5 sieht dank hauseigener „RE Engine“, welche auch im Resident Evil 2 Remake zum Einsatz kommt, sehr schick aus. Die flüssigen Animationen, hochaufgelösten Zwischensequenzen und extrem knalligen Effekte haben einen guten Eindruck hinterlassen. Ein klein wenig meckern wir am Ende noch über die Kamera, denn die macht manchmal ein paar Zicken. Gerade beim Anvisieren einzelner Feinde in engen Räumen kann es vorkommen, dass eine ungünstige Position gewählt wird. Die Rock-Pop-Untermalung passt zur Serie, wird aber nicht jedermanns Geschmack treffen. Schade: Auf eine deutsche Synchronisation wurde verzichtet. Es gibt lediglich eine englische und japanische Vertonung mit einem deutschen Untertitel.

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