Erneut zu wenig

Die PC-Umsetzung von Destiny 2 konnte mich einige Wochen vor den Monitor fesseln, doch selbst der größte Fan braucht irgendwann neuen Content. Vor knapp einem halben Jahr erschien der erste, kostenpflichtige Download-Inhalt. Leider konnte der „Fluch des Osiris“ nur kurzzeitig begeistern, da der Umfang knapp war und es auch zu viele Wiederholungen gab. Mit dem zweiten DLC namens „Kriegsgeist“ verspricht Entwicklerteam Bungie nicht nur mehr, sondern auch „langlebiges“ (Kanonen)Futter für die Hüter. Wir haben die Erweiterung gespielt.
Neue, kurze Story
Am 08. Mai um 19 Uhr ging DLC Nummer 2 an den Start. Zuvor musste man aber ein paar Gigabyte an Daten herunterladen. Denn wie schon Fluch des Osiris bietet auch Kriegsgeist eine eigene Geschichte, in deren Zentrum der neue Planet Mars steht. In der knapp zweistündigen Story-Kampagne stehen Heldin Ana Brey und der Kriegsgeist Rasputin im Mittelpunkt. Alle Nicht-Lore-Kenner von Destiny 2 werden der Geschichte kaum folgen können, da der DLC mit derart vielen Namen, Begriffen und Ereignissen herumschmeißt, dass man schon nach kürzester Zeit verwirrt vorm Bildschirm sitzt. Die zahlreichen Feuergefechte gegen die Eis-Schar machen zu jedem Zeitpunkt Spaß, da man das gewohnt gute Waffen- und Trefferverhalten geboten bekommt. Durch das Anheben des Powerlevels auf Maximalstufe 385 zieht auch die Itemspirale, da man im Minutentakt mit neuen Rüstungsteilen und Waffen belohnt wird. Schade nur, dass nach nicht einmal 120 Minuten die Story-Kampagne zu Ende ist.
Die neuen Inhalte
Über den kurzen Geschichtsabschnitt sollen die neuen Inhalte auf dem Mars hinwegtäuschen. Neben den obligatorischen Patrouillen und Events hat Bungie auch einen neuen Spielmodus springen lassen: das Eskalationsprotokoll. Über den Mars verteilt sind Stationen aufgestellt, die nach Aktivierung Feindgruppen hervorrufen. Diese werden immer zahlreicher und aggressiver, zugleich läuft ein Zeitlimit ab. Erst wenn alle samt Boss am Ende erledigt sind, werden die Belohnungen verteilt. Mehr als Dauerballern wird dabei aber nicht abverlangt, entsprechend hängt der Erfolg maßgeblich von der Stärke der Ausrüstung und Teamgröße ab. Ebenfalls ernüchternd ist die Tatsache, dass die Entwickler dieses „Spezialevent“ hinter einer hohen „Powerlevel-Wall“ verstecken. Erst mit einem PL von 270 macht das Eskalationsprotokoll Sinn. Doch bis man dieses Level erreicht hat, wird man einige Tage „farmen“ müssen. Weitere, neue PVE-Inhalte sind der dritte und letzte Leviathan-Raidabschnitt „Sternenschleuse“, der für erfahrene Spieler keine große Herausforderung darstellt und zwei Strikes, die sich in die Playlist einreihen und wie gehabt nach dem Zufallsprinzip ausgewählt werden. Für PlayStation-4-Spieler exklusiv ist der dritte Strike Terminus der Einsicht, welcher nicht vor Herbst 2018 für die Xbox One und den PC verfügbar sein soll. Darin erkundet man ein Vex-Grab auf Nessus und bekämpft einen mächtigen Psion-Kommandanten. Ebenfalls PS4-Zockern vorbehalten ist ein besonderes Rüstungsset für jede der drei Hüter-Klassen, das erspielt werden kann. Im PVP-Bereich darf man sich über private Matches, zwei neue Karten und ein saisonales Schmelztiegel-Ranking freuen.
Die restlichen Neuerungen bzw. Verbesserungen in der Schnellübersicht:
• die Tresor-Kapazität wird auf 300 erhöht • Gegenstände können direkt im Tresor oder im Postfach gelöscht werden • Quest-Gegenstände erhaltet einen eigenen Reiter und belegen keinen Inventarplatz mehr • Multi-Gesten-Funktion • Saisonaler Fortschritt bei Händlern wird eingeführt • Modifikatoren für Heroische Strikes • Dämmerungs-Herausforderungskarten • das Everversum wird überarbeitet • Exotische Waffen werden überarbeitet • neue Exo-Waffen inkl. Meisterwerk-Versionen
Unser Testvideo zu Destiny 2 Kriegsgeist (DLC)


Fazit
In den letzten Wochen und Monaten hat Entwickler Bungie gegenüber der Community Besserung gelobt - vor allem in Sachen Content. Entsprechend groß war meine Freude auf DLC Nummer 2. Leider bleibt auch „Kriegsgeist“ für knapp 20 Euro weit hinter meinen Erwartungen. Die Story-Kampagne ist zwar cool inzensiert (sofern man die Destiny 2 Lore am Schirm hat), doch leider auch viel zu kurz. Die neuen PVE-Inhalten fühlen sich wie „von der Stange“ an: Zwei mittelmäßige Strikes, ein wenig anspruchsvoller Raid-Abschnitt und ein kaum revolutionärer Horde-Modus, der sich hinter einer hohen Powerlevel-Wall „versteckt“. Immerhin: Im PVP gibt es nun endlich wieder private Matches und eine Rangliste. Da es erneut an „langlebigen“ Content fehlt, wird mein Hüter schon bald wieder eine Pause einlegen.

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