Die Kampagne und Technik

Alle Jahre wieder beschert uns Publisher Activision/Blizzard einen neuen Call of Duty-Teil. Doch dieses Jahr hat es der Serienableger „Ghosts“ etwas schwerer, denn mit Battlefield 4 steht ein wahres Shooter-Schwergewicht im Ring (Link zu unserem Testbericht). Ob die Fangemeinschaft trotzdem treu bleiben kann, verraten wir in unserem ausführlichen Testbericht!
Geisterjagd
Wie gehabt ist auch die Kampagne von CoD: Ghosts mit einer Gesamtspielzeit von knapp fünf Stunden (18 Missionen) knackig kurz ausgefallen. Die Handlung ist bekannt: Wie immer sind die USA bedroht. Allerdings kommt das Böse diesmal aus dem Süden - aus Venezuela. Die Föderation, wie Südamerika in dem Spiel nach einem fiktiven Zusammenschluss der Staaten heißt, greift die USA mit Weltraumwaffen an und macht die Städte dem Erdboden gleich. Das motiviert eine als Ghosts bezeichnete Gruppe von Elitesoldaten dazu, mit ungefähr vier Mann und einem Hund namens Riley die Föderation zu Fall bringen zu wollen. Doch das allein genügt nicht: Einer der Anführer der Föderation ist ein ehemaliger Ghost, der im Kampf zurückgelassen wurde und nun auf Rache sinnt.
Als großes Gameplay-Element hat das Entwicklerteam den Schäferhund Riley implementiert. Wir können ihn mit einer auf seinem Rücken befestigten Kamera steuern. Entfesseln wir den Cujo in ihm, kann er zähnefletschend Feinde mit einem einzelnen Angriff unbemerkt erledigen. Da Riley sich deutlich unauffälliger bewegen kann als seine Herrchen, gelangen wir mit ihm unentdeckt tief in feindliches Gebiet. Riley scheint dabei erstaunlicherweise kugelsicher zu sein, denn auch wenn wir als Logan Walker, der Held des Spiels, hin und wieder von einem der fair verteilten automatischen Speicherpunkte aus erneut loslegen müssen, so ist Riley auch mitten unter Feinden nie verwundet worden. Dadurch, und weil er mit einem Angriff jeden Gegner sofort erledigt, erscheint Riley zeitweise etwas übermächtig, bringt aber dennoch angenehme Abwechslung in das sonst bekannte Waffenrepertoire. Apropos Waffen: Zu den Highlights zählen ein ferngesteuertes Scharfschützengewehr, Schock-Minen, Aerosol-Minen, Thermalsichtgerät und Nachtsichtgerät.
Unser PlayTime-Video zur Kampagne

Abwechslungsreich
Ab und an übernehmen wir auch die Rolle anderer Soldaten und steuern einen Kampfhubschrauber oder einen Panzer. Ist die Föderation als Feind anfangs noch gesichtslos, so erhalten wir mit Rorke bald ein klares Feindbild. Zu viel möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten, um die simpel gestrickte Rache-Geschichte nicht zu verraten. Bis zum explosiven Finale durchquert man Städte, Hochhäuser, Fabrikanlagen, einen Dschungel und ballert auf einer Ölbohrplattform. Auch eine Unterwasser- und Weltraummission haben es in das finale Spiel geschafft. Im Finale gibt das Spiel noch mal richtig Gas und liefert so ab, wie es sonst nur Hollywoodfilme der Marke Michael Bay oder eben die Call of Duty-Spiele tun. Was bleibt, ist ein offenes Ende und das Gefühl, das jährliche Ritual der Call of Duty-Kampagne durchgeführt zu haben.
Die Technik
Ursprünglich kündigte Entwickler Infinity Ward für Ghosts eine neue Graphicengine an. Doch nur ein paar Tage später wurde aus dem Wort „Neue“ ein wenig begeisterndes „Verbesserte“. Trotz der Next-Gen-Konsolen-Power von Microsoft und Sony (und der generell hohen Leistung eines PCs) bekommt man im neusten CoD-Ableger Matschtexturen satt geboten. Fraglich ist auch, warum die Entwickler dermaßen viele Ressourcen in die Animation des Hundefells investiert haben. Den erhofften Sprung hin zur echten Grafik der nächsten Generation wird die Reihe wohl erst schaffen, wenn sie sich technischer Altlasten entledigt. Immerhin: Nach wie vor wissen der tolle Sound, die schicken Explosionseffekte und die abwechslungsreichen Locations zu gefallen.

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