Zum Schreien…

Auf dem Papier klingt das Konzept von Aliens: Fireteam Elite launig: Flotte Koop-Action trifft auf die beliebte Aliens-Franchise. Doch reicht das für eine Empfehlung?
Story-Referenzen
Die Handlung von Aliens: Fireteam Elite ist schnell erzählt: Man schlüpft in die Rolle eines Marines auf der UAS Endeavor. Unsere Einheit wird zur Erzraffinerie "Katanga" geschickt, wo es gilt, einen gewaltigen Xenomorph-Befall unter Kontrolle zu bringen. Im Verlauf der Kampagne ballert man nicht nur hunderte Alien-Horden über den Haufen, sondern muss sich auch mit den Androiden der intriganten Weyland-Yutani Corporation umherschlagen. Fans der Filme kommen auch auf ihre Kosten, da es immer wieder Referenzen zu den ersten beiden Kinofilmen sowie Prometheus und Covenant gibt. Ein Story-Meisterwerk sollte man aber trotzdem nicht erwarten. Die Endeavor dient als Hub-Areal, in welchem man sich auf die Mission vorbereitet, Ausrüstung kauft bzw. upgradet und sein Team zusammenstellt. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer Mission schaltet man neue Waffen frei und erhält ein paar Credits sowie Reputation. Mit ersterem lassen sich zusätzliche Knarren, Modifizierungen und Verbrauchsgegenstände erstehen. Reputation lässt sich gegen Individualisierungsmöglichkeiten, sprich Hüte, Emotes oder Lackierungen, eintauschen. Erfreulich: Das Spiel kommt komplett ohne Mikrotransaktionen aus. Außerdem verdient man Erfahrungspunkte, mit denen man Erweiterungsslots für seine Hauptfigur freischaltet. Waffen leveln ebenso mit, die Effektivität jedes Modells lässt sich kontinuierlich steigern.
Rein in die Action
Aliens: Fireteam Elite ist für bis zu drei Spieler ausgelegt, doch während unserer Testzeit mussten wir oftmals mit K.I.-Bots in die Schlacht ziehen. Diese erledigen ihren Job zwar recht solide, doch auf einem höheren Schwierigkeitsgrad sind menschliche Mitspieler ein Muss. Beim Missionsdesign waren die Entwickler von Cold Iron nicht gerade sehr kreativ. Im Prinzip geht es immer geradlinig von A nach B. Auf dem Weg dorthin ballert man hunderte Feinde über den Haufen, scannt Gegenstände, ladet Daten von einem PC herunter oder leitet Kühlmittel um. Dieses Schema wiederholt sich, bis man das Ende der ungefähr sechs Stunden kurzen Kampagne erreicht hat. Danach warten noch höhere Schwierigkeitsgrade sowie ein Hordenmodus mit nur einer Karte und ohne jegliche Optionsvielfalt auf einen. Übrigens: Gut gemachte Zwischensequenzen sucht man in dem Actiontitel vergebens. Einen Pluspunkt gibt es für das Gunplay. Waffen fühlen sich kräftig an, das Arsenal lässt unterschiedliche Spielweisen zu. Darüber hinaus gibt es verschiedene Klassen mit speziellen Fähigkeiten. Diese lassen sich prächtig kombinieren und sind der Schlüssel für die Bewältigung höherer Schwierigkeitsgrade. Schade bloß, dass das Balancing nicht ganz passt. Vor allem der Sanitäter wirkt sehr schwach mit seiner limitierten Spezialfertigkeit. Ähnlich verhält es sich beim Aufklärer, eine Steigerung seiner Fertigkeiten verleiht ihm dann aber doch noch einen Nutzen. Als Zerstörer und Schütze teilt man hingegen sofort Schaden aus, der Techniker kann starke Feinde mit seinen Minen fesseln und somit brenzlige Momente entschärfen. Auch die Vielfalt der Gegnertypen wird nicht ausgespielt - wir haben knapp zwanzig unterschiedlichen Einheiten angetroffen, die meisten von ihnen finden aber nur in wenigen Abschnitten Verwendung. Zum Beispiel sieht man die coolen Mutationen viel zu selten.
So-lala-Technik
Die verwendete Unreal Engine 4 lässt ihre Muskeln nur selten spielen. Viele Effekte wirken arg altbacken und auch die Qualität der Animationen lässt zu wünschen übrig. Immerhin: Die verwendeten Materialien wirken plastisch und die Texturen besitzen eine schöne Tiefe. Soundeffekte kommen druckvoll daher, es scheppert ordentlich. Leider ist der Dynamikumfang sehr gering. Die Hintergrundtracks sind solide - aber auch nicht mehr.

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