Recht oft geht es in Spielen auf dem PC oder der Konsole in mythische Welten. Ob ins alte Ägypten, zu den diversen sagenumwobenen griechischen Göttern oder zu den Wikingern in Europas Norden - spannende Spielstunden sind fast garantiert. Doch nur vergleichsweise selten machen die Entwickler einen Ausflug in die keltische Mythologie. Warum eigentlich? Es handelt sich um einige der geheimnisvollsten Geschichten, die sich um Druiden und Barden handeln. Wie groß ist das Potenzial keltischer Mythologie für die Hersteller?
IMAGE SOURCE: Pexels
Die keltische Mythologie hat viel zu bieten. Doch worum handelt es sich dabei eigentlich genau? Grundsätzlich geht es um die weltlichen sowie religiösen Erzählungen der Kelten von der Christianisierung bis ins Mittelalter. Die Kelten stammten vor allem aus der Region des heutigen Irland, Schottland und Wales. Der hohe mythische Grad kommt vor allem dadurch zustande, dass kaum schriftliche Quellen zum Leben der Kelten vorhanden sind. Vielmehr wurden die unzähligen Geschichten mündlich überliefert und boten deshalb viel Potenzial zur Interpretation. Veränderungen waren an der Tagesordnung, sodass die Berichte der Autoren anderer Völker wie der Griechen oder Römer die einzigen Anhaltspunkte für spätere Generationen waren. Insbesondere die unterschiedliche Götterwelt der Römer und Griechen erschwerte das Verständnis der Mythen. Die Kelten zeichneten sich dadurch aus, dass sie regional außerdem sehr unterschiedliche Mythen hervorbrachten. Kaum eine Geschichte fällt in zwei Regionen gleich aus.
Dies liegt insbesondere an den verschiedenen politischen und kulturellen Voraussetzungen. Grundsätzlich dreht sich die keltische Mythologie um verschiedene Themengebiete. Meist werden die Taten von Helden behandelt, die auf ursprüngliche Götter übertragbar sind. Immer wieder taucht dabei Patrick von Irland auf. Er soll ungefähr im 4. oder 5. Jahrhundert n. Chr. gelebt haben und bildet mit seinen Begegnungen mit mythischen Helden einen zentralen Punkt der Geschichten. Als wichtigste Personen in der keltischen Mythologie gelten die Druiden. Sie sind von Natur aus geheimnisvoll und galten als geistige Elite der damaligen Gesellschaft. Die Vates werden von den Druiden unterschieden, praktizierten allerdings ebenfalls Bräuche und Opfergaben. Dazu kommen noch die Filid. Sie waren oftmals als Barden und Unterhalter von keltischen Fürsten aktiv.
Bislang nur wenige Spiele mit entsprechender Thematik

Die Gaming-Industrie hat sich die umfangreichen Mythen bislang erstaunlich wenig zunutze gemacht. Entsprechend kurz ist die Liste der bisherigen Spiele mit keltischen Inhalten. Immerhin hat sich mit Sid Meiers Civilization II: Test of Time bereits ein wichtiges Strategiespiel an die Kelten herangetraut. Es handelte sich um ein Remake des Civilization II Originals, das 1999 erschien und einige Jahre laut Gamerstar-Bericht als eines der besten Strategiespiele galt. Eher außergewöhnlich für die CIV-Reihe war dabei, dass viele Fantasy-Elemente in die Geschichte einflossen. Das sogenannte Midgard-Szenario, für das die Kampagne ursprünglich kreiert wurde, basiert stark auf keltischen, slawischen und nordischen Mythen. So tauchen ebenfalls viele Figuren aus den alten Erzählungen auf, wie etwa der Dagda aus dem heutigen Irland.
Abseits von Civilization II haben sich viele kleinere Spiele in die Liste gesellt. Dazu gehört zum Beispiel auch die Slotmaschine Highlander des Betway Casinos. Diese basiert aus dem bekannten Film aus den 1980-er Jahren, in dem Christopher Lambert mitspielte. Als Besonderheit bietet der klassische, fünfwalzige Slot ein 2-Scatter- sowie ein Freispiel-Feature, in dem der Spieler sich einfach zurücklehnt und den Drehs zusieht. Auf den Walzen finden sich die Gesichter aus dem Film und entsprechend mythisch angehauchte Symbole. Ein ebenso junges Spiel, das 2017 auf den Markt kam, heißt Hellblade: Senua's Sacrifice. Das sehr düster anmutende Fantasy-Game, das von PCGames mit 9 von 10 Punkten bewertet wurde, basiert ebenfalls auf keltischen Mythen, die sich wie in Civilization II: Test of Time an nordische Elemente anschmiegen. Es handelt sich angesichts der Storyline fast um einen Psychothriller, den der Spieler bestehen muss. Arthur's Knights und King Arthur machten sich mit ihren ersten beiden Spielen ebenfalls auf den Weg zu den Kelten. Beide erhielten niemals große Aufmerksamkeit und verschwanden schließlich wieder recht wortlos von der Bildfläche. Besser erging es da schon Total War: Attila. Im Jahr 2015 erweiterten die Entwickler das Spiel um ein Kelten-Kulturpaket. Pikten, Kaledonier und Ebdani waren anschließend mit ihren Stämmen im Spiel verfügbar.
Letztendlich müssen wir summieren, dass das Potenzial der keltischen Mythologie in der Gaming-Welt noch lange nicht ausgeschöpft ist. Die unzähligen Geschichten und verschiedenen Überlieferungen bieten einen unendlichen Pool an kreativen Ideen. Angesichts des bekannten König Artus und St. Patrick ist das Interesse an der Thematik ohnehin vorhanden. Warum nicht auch in einem neuen Spiel?

Kommentar schreiben